Schlacht um Mosul und das Leiden der Zivilisten


Bombardierung von Zielen in Mosul. Bild: NinivehMC
Artilleriebeschuss und Luftangriffe auf die Altstadt lassen die Opferzahlen steigen, aber die Medienberichterstattung unterscheidet sich von der vergleichbaren Aleppo-Offensive

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vereinzelt wird Kritik über die Offensive in Mosul (Mossul) laut, seit die irakischen Truppen und schiitischen Milizen, die mittlerweile formal in die Armee integriert wurden, mit der Unterstützung der Amerikaner auf dem Boden, vor allem aber aus der Luft, die Offensive auf die Altstadt begonnen haben (Mosul: Die Befreiung und die hässliche Fratze des Krieges. Dorthin haben sich die IS-Kämpfer zurückgezogen und buchstäblich in einem Labyrinth von Tunnels eingegraben. Und sie sind geschützt durch vermutlich noch einige hunderttausend Zivilisten, die noch nicht fliehen konnten oder dies auch nicht wollten. Die Bewohner sind eingeschlossen oder eingekesselt, nachdem auch die letzte Brücke zerstört wurde, sie erhalten keine Nahrung, Trinkwasser ist nach UN-Angaben knapp oder sie haben in vielen Stadtteilen keinen Zugang dazu, viele, die die Flucht geschafft haben, sind verletzt. Die Menschen fliehen vor dem IS, vor dem Beschuss durch die irakischen Truppen und die US-geführte Koalition und aufgrund von Hunger und Durst.

Aus West-Mosul sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit Beginn der Offensive vor 23 Tagen um die 117.000 Menschen geflohen (täglich etwa 5000), aus ganz Mosul sind es bislang um die 250.000. Nach Berichten gibt es in der umstellten Stadt immer weniger Lebensmittel und Trinkwasser. Die Menschen fliehen zunehmend auch deswegen, weil sie zwischen den IS-Kämpfern und den Angriffen auf Mosul unter die Räder kommen.

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Ein Gedanke zu “Schlacht um Mosul und das Leiden der Zivilisten

  1. decordoba1

    Es war von vornherein zu erwarten, dass viele Zivilisten bei der Schlacht um Mosul sterben.
    Natürlich ist so ein Krieg hässlich, aber es ist unvermeidbar, die Stadt aus den Klauen dieser „Tiere“ zu befreien.

    Die Terroristen werden zum Teil ausgerottet, der Rest kann getarnt aus Mosul fliehen, indem sie andere Kleider anziehen und sich unter die Zivilisten mischen.

    Es ist eine gute Taktik der Irakischen Streitkräfte, die Flucht von (einigen) Terroristen zuzulassen, weil es so leichter möglich ist, Mosul einzunehmen und noch viele Zivilisten zu retten.

    Auch die Irakischen Sicherheitskräfte (Armee, Counter Strike Unit, Bundespolizei,…) zahlen einen hohen Preis. Täglich werden mehr als 10 Irakische Soldaten (es sind wahrscheinlich dutzende,…) bei den Häuserkämpfen und durch Bomben-Anschläge getötet.

    Anmerkung: Die Russen haben vor vielen Jahren gegen die Tschetschenen gekämpft; sie haben sich kaum auf Häuserkämpfe eingelassen; sie haben die Stadt mit Artillerie in Schutt und Asche gelegt. Das geht auch, aber dabei werden die meisten Zivilisten getötet.

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