Rosetta-Mission: Staub-Lawinen auf Kometen Tschuri

© ESA/Rosetta/NavCam
CC BY-SA
Die Rosetta-Mission ist beendet, die Sonde sendet keine Bilder. Doch nun gibt es erste Auswertungen von der Oberfläche des Kometen Tschuri. Die Landschaft verändert sich.

Von Rainer Kayser | DER TAGESSPIEGEL

Am 10. Juli 2015 kollabierte auf der Oberfläche des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko – kurz Tschuri – eine Felswand und löste so einen Staub-Ausbruch aus. Das zeigen hochaufgelöste Bilder der Raumsonde Rosetta, die ein internationales Forscherteam jetzt präsentiert. Es sei das erste Mal, dass ein direkter Zusammenhang zwischen einem solchen Staub-Ausbruch und einem Erosions-Ereignis auf einem Kometen dokumentiert werden konnte, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature Astronomy“. Im Fachblatt „Science“ berichtet das Rosetta-Team außerdem über die Beobachtung weiterer Veränderungen auf der Oberfläche von Tschuri.

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Vermarktung Luthers in Berliner Ausstellung zu sehen

Bild: mdr.de

Die kommerzielle Vermarktung und politische Instrumentalisierung des Reformators Martin Luthers (1483-1546) steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung des Berliner Museums Nikolaikirche.

evangelisch.de

Die Exponate zeugten vom Bedeutungs- und Wertewandel einer ganzen Epoche und der glühenden Verehrung, mit der Luther zur Kultfigur verklärt wurde, teilten die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Stiftung Stadtmuseum Berlin am Mittwoch mit. Die Ausstellung steht unter dem Motto „Sankt Luther – Reformator zwischen Inszenierung und Marketing“ und ist vom 1. April bis 28. Mai 2017 im ältesten Kirchenbauwerk Berlins zu sehen.

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Abwasser als Ressource

Der 22. März ist „Tag des Wassers“. © UNESCO
Noch immer werden täglich Unmengen Abwasser achtlos in die Umwelt entlassen. Dabei könnte ein Großteil dieses Wassers nach Aufbereitung wiederverwendet werden. Ob zur Bewässerung von Äckern, als Kühlwasser in Fabriken oder sogar als Trinkwasser – der UN- Wasserbericht zum Weltwassertag ruft zu verantwortlicherem Umgang mit der Ressource Abwasser auf.

scinexx

Die Erdoberfläche ist zu 72 Prozent mit Wasser bedeckt. Doch nur 0,3 Prozent davon steht uns als Trinkwasser zur Verfügung. Dennoch nutzt die Menschheit die wertvolle Ressource bisher verschwenderisch: Abwasser wird vielerorts nicht gereinigt und wiederverwertet, sondern ungeklärt in die Gewässer geleitet. Und selbst bei uns gelangen trotz Abwasserreinigung Mikroplastik, Kontrastmittel und Arzneimittelrückstände in die Gewässer.

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Philosophie des Arschlochs

Klo-Rolle nicht ersetzt: Hier war ein Arschloch am Werk. Bild: Peter Dazeley (Getty Images)
Kürzlich hat Stan Wawrinka Roger Federer als «Arschloch» bezeichnet. Es war im Spass, und wir alle wissen, dass Federer ziemlich sicher kein solches ist. Doch auf wen trifft die Bezeichnung zu? Und wann ist jemand ein Arschloch und eben kein Trottel oder Sauhund?

Von Philippe Zweifel | Basler Zeitung

Damit beschäftigt sich nicht nur der Stammtisch, sondern auch die Philosophie. Nun sind Leute, die andere Leute in Arschlöcher und Nichtarschlöcher einteilen, selber nicht ganz unverdächtig. Aaron James, Harvard-Abgänger und Professor in Kalifornien, hat es mit dem Buch «Assholes: A Theory» trotzdem gewagt.

Die Definition des Philosophen lautet: Ein Arschloch ist jemand, der sich systematisch Freiheiten herausnimmt, die andere stören, und durch sein tief verwurzeltes Anspruchsdenken immun gegenüber Reklamationen ist. Auch ist ein Arschloch meistens narzisstisch und unfreundlich, vom Soziopathen unterscheidet es sich eigentlich nur, dass es sich ans Gesetz hält. Wie der Soziopath löst es bei seinen Mitmenschen jedoch Ohnmachtsgefühle, Angst oder Wut aus.

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§175: Bundesregierung rehabilitiert verurteilte Homosexuelle

Bild: bpb.de
  • Aufgrund des von den Nazis verschärften Paragrafen 175 wurden zehntausende homosexuelle Männer in der Bundesrepublik verurteilt.
  • Das Kabinett beschließt einen Gesetzesentwurf, der die Betroffenen rehabilitieren soll.
  • Für jedes begonnene Gefängnisjahr sollen die noch lebenden Opfer eine Entschädigung von 1500 Euro erhalten.

Süddeutsche.de

Die Bundesregierung hat die Rehabilitierung der Männer auf den Weg gebracht, die nach 1945 wegen ihrer Homosexualität in Deutschland verurteilt worden waren. Das teilte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Mittwoch mit. Zuvor hatte die Bundesregierung über den entsprechenden Gesetzesentwurf beraten. Demnach sollen die Urteile, die aufgrund des umstrittenen Paragrafen 175 gefällt wurden, aufgehoben werden. Für die noch lebenden Opfer soll es Entschädigungen geben.

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Global-2000-Report zeigt Krebsgefahr durch Glyphosat auf

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
„Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“ weist auf wissenschaftliche Mängel bei Studien hin, welchen die EU folgt

derStandard.at

Am Donnerstag veröffentlicht Global 2000 den rund hundert Seiten umfassenden Report „Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“, der unter anderem aufzeigen soll, wie der US-Saatgutriese Monsanto aktiv daran beteiligt war, dass das Herbizid weiter verwendet werden darf.

Der gemeinsam mit Peter Clausing und Claire Robinson verfasste Report enthält zum Teil bekannte Argumente der Glyphosat-Gegner, jedoch hat die Thematik einerseits durch die dieses Jahr auslaufende Zulassung des Herbizids und zuletzt auch durch in den USA publik gewordene E-Mails von Monsanto aktuell wieder an Brisanz gewonnen. Diese „legen den Verdacht nahe, dass Monsanto offenbar versucht hat, auf Studien einzelner Forscher Einfluss zu nehmen“, schrieb dazu die „Süddeutschen Zeitung“ vergangenen Mittwoch.

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Frankreich: Bischöfe verweigern TV-Debatte zu Missbrauch

Wegen Nichtanzeige von Missbrauch angezeigt: Kardinal Philippe Barbarin. APA/AFP/Eric Cabanis
Die französische Bischofskonferenz nimmt nicht an einer Fernsehdebatte zum Thema Missbrauch am Dienstagabend teil. Grund für die Verweigerung seien die Interviewmethoden der Journalisten.

religion.ORF.at

Die Journalisten respektierten ethische Standards nicht und die Sendung beschäftige sich mehr mit Anschuldigungen als dem Willen zur Erklärung, heißt es in einer Pressemitteilung der Bischofskonferenz. Vor einem Jahr hatten sich in Frankreich mehrere Menschen zu Wort gemeldet, die Mitglieder der Kirche beschuldigten, sie sexuell missbraucht zu haben.

Erzbischof angezeigt

Der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, wurde wegen Nichtanzeige sexueller Übergriffe in seinem Verantwortungsbereich angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen ihn jedoch im August ein. Es habe keine Hinweise auf eine Straftat gegeben, hieß es.

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Österreich: Neos-Initiative gegen religiöse Symbole

Das Kreuz mit den Religionen
Die Neos machen einen Anlauf, die Symbole von Religionsgemeinschaften – in der Praxis: das Kreuz auf dem Richtertisch

derStandard.at

Die Neos wollen eine vollständige Verbannung religiöser Symbole aus den Gerichtssälen. Es dürfe dort weder Kopftuch, noch Kreuz geben, forderte deren Abgeordneter Nikolaus Scherak. Darüber hinaus will die Oppositionspartei die Eidesablegung vor Gericht durch ein förmliches Wahrheitsgelöbnis ersetzen lassen. Für beide Ansinnen sind Anträge im Nationalrat geplant.

Auf ihrer Seite sehen die Neos in ihrem Ansinnen die Richtervereinigung, die am Wochenende ebenfalls eine vollständige Verbannung religiöser und weltanschaulicher Symbole gewünscht hatte. Deren Präsident Werner Zinkl trat auch dafür ein, die letzten Relikte des Eides im Zivilprozess abzuschaffen – und somit die letzten Kreuze und andere Religionssymbole aus dem Gerichtssaal zu entfernen.

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Grüne fordern Höchstpreise für Medikamente

Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Die Verhandlungen über eine Regulierung des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneien stocken. Die Grünen präsentieren nun einen eigenen Vorschlag. Ein Fonds soll ländliche Apotheken unterstützen.

Von Timot Szent-Ivanyi | Frankfurter Rundschau

Hermann Gröhe läuft die Zeit davon. Der Gesundheitsminister will unbedingt noch in dieser Wahlperiode den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten untersagen, doch der Koalitionspartner SPD ist weiterhin dagegen. Mit jedem ergebnislos verstrichenen Tag sinkt die Chance, dass das Vorhaben noch Gesetzeskraft erlangen kann. Schließlich muss das Vorhaben vor der endgültigen Beschlussfassung noch von der EU genehmigt werden, was bis zu sechs Monate dauern kann. Nun haben die Grünen einen neuen Vorschlag vorgelegt, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

Der Europäische Gerichtshof hatte im Herbst geurteilt, dass die in Deutschland bestehende Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente nicht für ausländische Versandapotheken gilt. Unternehmen wie der in den Niederlanden sitzende Versender Docmorris kann daher seinen Kunden Rabatte geben. Das will Minister Gröhe (CDU) auf Druck der Apothekerverbände durch ein Verbot des Versandhandels verhindern. Die SPD lehnt das jedoch ab, weil sie den Versandhandel als gute Ergänzung der Arzneimittelversorgung betrachtet. Die Sozialdemokraten sehen allerdings ebenfalls dringenden Handlungsbedarf, weil sie inländische Apotheken nicht benachteiligen wollen.

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Amazonas ist neun Millionen Jahre alt

Der Amazonas wurde erst vor neun Millionen Jahren zu dem Flussgiganten, der er heute ist. © NASA
Vom Fluss zum transkontinentalen Strom: Forscher haben erstmals das Alter des Amazons genauer bestimmt. Demnach entstand der gewaltige Strom vor rund neun Millionen Jahren. Erst zu diesem Zeitpunkt verlagerten sich seine Quellen in die Andenregion und machten aus einem lokalen Gewässer einen quer durch Südamerika reichenden Flussgiganten. Die Belege dafür liefern Sedimentbohrkerne aus der Amazonasmündung.

scinexx

Der Amazonas ist mit Abstand der wasserreichste Fluss der Erde – er liefert ein Fünftel des gesamten in die Ozeane strömenden Süßwassers. Mit der Entstehung dieses gewaltigen Stroms begann für Südamerikas Natur eine ganz neue Epoche. Denn seither bildet der Amazonas sowohl eine Verbindung als auch eine Barriere quer durch den Kontinent.

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Gotteswahn: ‚Satan lässt nichts unversucht, um den Menschen von Gott zu trennen’

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Der Teufel ist eine Person, die ähnlich wie wir denken, entscheiden und handeln kann. Hilfe gegen die Versuchungen des Bösen gibt es nur bei Gott, schreibt der evangelikale Prediger Billy Graham.

kath.net

Der Teufel existiert. Er ist die Wurzel allen Übels und er lässt nichts unversucht, um die Menschen von Gott zu trennen. Das schreibt der bekannte evangelikale Prediger Billy Graham in einer Kolumne für die Internetseite der „Billy Graham Evangelistic Association“.

Der Teufel sei nicht nur eine vage, unpersönliche Kraft, sondern eine Person. Er könne daher denken, entscheiden und handeln, ähnlich wie die Menschen. Ein wesentlicher Unterschied bestehe darin, dass alles Tun des Teufels auf das Böse ausgerichtet sei.

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Presserat befasst sich erneut mit Herkunftsnennung bei Straftätern

Presse © Petra Bork / pixelio.de
Die Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern steht erneut zur Diskussion. Der Deutsche Presserat hatte sich vor einem Jahr für die Beibehaltung der Regelung ausgesprochen.

MiGAZIN

Der Deutsche Presserat befasst sich an diesem Mittwoch erneut mit der umstrittenen Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern. Das bestätigte der Geschäftsführer des Selbstkontrollorgans, Lutz Tillmanns, dem Evangelischen Pressedienst. Im März vergangenen Jahres hatte sich eine Mehrheit des Presserats für die Beibehaltung der Richtlinie 12.1 ausgesprochen. Die Regelung sieht vor, dass Medien die Herkunft oder Religion von Straftätern nur dann nennen, wenn ein „begründbarer Sachbezug“ zu der Straftat besteht.

Damals stimmte keines der Mitglieder des Plenums für eine Abschaffung der sogenannten Diskriminierungsrichtlinie. Die überwiegende Mehrheit (19 von 22 Mitglieder) sahen in der aktuellen Fassung zudem keinen Maulkorb für Medien. Presserats-Geschäftsführer Tillmanns wies auch den Vorwurf der Zensur zurück.

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Glaube und Identität in Frankreich

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Die nationale Identität steht im Zentrum des französischen Wahlkampfes, auch wenn die zahlreichen Ermittlungen der Justiz zu angeblichen Verfehlungen der verschiedenen Kandidaten davon ablenken. Diese Diagnose wird über die Parteigrenzen geteilt.

Von Markus Wertz | Die Tagespost

Für den konservativen Publizisten Charles Beigbeder ist die „kulturelle Frage das Hauptthema des Jahres 2017“. Der Erfolg von François Fillon im Vorwahlkampf der Republikaner wäre ohne seine Kritik am „islamischen Totalitarismus“ und seiner Verteidigung der „französischen Werte“ nicht denkbar. Marine Le Pen sieht sich als Gegenkandidatin der „Patrioten“ gegen die Vertreter des Systems der globalisierten Eliten. Unter den Künstlern stellt die junge Regisseurin Cheyenne Carron, die durch ihren Film „L’Apôtre“ (Apostel) über die Bekehrung eines jungen Muslims zum Katholizismus bekannt wurde, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen französischer Identität und Katholizismus. In ihrem jüngsten Werk „La morsure des Dieux“ (Der Biss der Götter) lässt sie einen jungen baskischen Bauern, der den heidnischen Bräuchen seiner Vorfahren anhängt, und den gleichaltrigen katholischen Ortspfarrer aufeinandertreffen. Der Bauer wirft dem Pfarrer vor, dass das Christentum die ursprüngliche heidnische Identität überlagert und ausgelöscht hätte, indem es Bräuche, Feste und Orte christianisierte. Eine solche frontale Gegenüberstellung von Christentum und nationaler Identität ist sowohl unter den Vertretern der Nouvelle Droite als auch unter den progressiven Linkskatholiken verbreitet. Beide Extrempositionen bestreiten einen produktiven Zusammenhang von authentischem Katholizismus und nationaler Identität.

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500 Jahre Reformation – Ach, Martin!

Bild: mdr.de

Die Evangelische Kirche fragt sich: Welchen Luther soll man feiern, und wie? Und was machen wir mit den wissenschaftlichen Spaßbremsen?

Von Jürgen Kaube | Frankfurter Allgemeine

Wir wollen ein großes Fest feiern. Was wollt ihr denn feiern? Wir wollen Martin Luther feiern. Wie, den alten Grobian, den Kirchenspalter und Bauernverächter, den Judenbeschimpfer und Weltuntergangsdenker, den wollt ihr ernsthaft feiern? Nein, den doch nicht, feiern wollen wir den Bibelübersetzer und Hochdeutschbringer, den Kämpfer für das Selberlesen und für Heiratendürfen der Gottesleute, den Kämpfer gegen das römische Autoritätsgetue und gegen die Korruption des Glaubens.

Schön, aber das war doch derselbe, oder? Na ja, dann erwähnen wir bei der Feier eben immer mit, was wir nicht an ihm feiern wollen. Das wirkt bestimmt sehr spontan. Halt, viel besser noch, wir feiern gar nicht ihn, sondern: die Reformation. Gut, aber ihr wisst schon, dass „die Reformation“ wie eine Schulstunde klingt und nicht wie eine Feier? Gott bewahre, eine Schulstunde soll es auf keinen Fall werden, die Leute sollen sich doch freuen. Hab ich „freuen“ gehört, freuen über die Heilsweitentfernung, die Gottunerforschlichmachung, die alle Ungewissheit eurer Seele aufgebürdet hat, und selbst deren Frömmigkeit werde euch nichts nützen, wenn Gott euch nicht will, nur weil er euch einfach nicht will, und das sollt ihr auch noch gerecht finden – wer soll sich denn darüber freuen?

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Bundesregierung lehnt Rüstungsexporte in die Türkei ab

Nach dem gescheiterten Militärputsch werden im August 2016 in Istanbul Panzer verlegt. (Foto: AFP)
  • In den vergangenen Monaten hat die Bundesregierung insgesamt elf Rüstungslieferungen in die Türkei abgelehnt.
  • Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Frage eines Linken-Abgeordneten hervor.
  • Die Bundesregierung befürchtete offenbar, dass die Türkei die bestellten Rüstungsgüter im Inland zur Repression einsetzen würde.

Von Christoph Hickmann | Süddeutsche.de

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Monaten mehrere Anträge auf Rüstungsexporte in die Türkei abgelehnt. Dies geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Frage des Linken-Abgeordneten Jan van Aken hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Gegenüber einem Nato-Partner ist dies ein ungewöhnliches Vorgehen. Offenkundig gab es in der Bundesregierung unter anderem Befürchtungen, dass die Rüstungsgüter zur internen Repression eingesetzt werden könnten. Zudem verweist sie auf die Menschenrechtslage. Der Vorgang spielt vor dem Hintergrund des derzeit äußerst angespannten Verhältnisses zur Türkei.

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„Journalismus ist in Palästina lebensgefährlich“

Ein Kämpfer der militanten „Nasser-Salah-al-Din“-Brigade steht im September 2016 am Rande einer Pressekonferenz in Gaza-Stadt.Foto: imago/ZUMA Press
Gewaltandrohungen gehören für Journalisten im Westjordanland und Gazastreifen zum Arbeitsalltag, sagt der Journalist Khaled Abu Toameh. Seinen westlichen Kollegen wirft er Voreingenommenheit in ihrer Berichterstattung vor.

Von Johannes C. Bockenheimer | DER TAGESSPIEGEL

Herr Toameh, die NGO „Human Rights Watch“ hat den Palästinenserbehörden im vergangenen Jahr vorgeworfen, sie verletzte die Pressefreiheit systematisch. Wie gefährlich ist das Leben als Journalist in den Palästinensergebieten?

Wem seine körperliche Unversehrtheit am Herzen liegt, überlegt es sich mindestens zwei Mal, bevor er einen kritischen Artikel schreibt. Denn Journalismus im westlichen Sinne ist in den Palästinensergebieten lebensgefährlich. Im Westjordanland herrschen die palästinensischen Autonomiebehörden und im Gazastreifen die Hamas: bei beiden handelt es sich um Kleinstdiktaturen, die die Pressefreiheit nicht achten.

Aber es gibt dennoch Journalisten, die sich dem Regime entgegenstellen?

Ja, aber nur wenige. Von einer unabhängigen Presse kann ohnehin nicht die Rede sein, denn die drei wichtigsten Zeitungen im Westjordanland werden von den Autonomiebehörden finanziert  – und somit direkt von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Vor ihrer Berichterstattung muss er sich also nicht fürchten. Darüber hinaus gibt es aber immerhin einige private TV-Stationen und Nachrichtenportale im Netz. Weil Journalisten allerdings bei jedem kritischen Wort mit Gewalt und Folter rechnen müssen, ist Selbstzensur auch bei diesen Sendern und Webseiten an der Tagesordnung.

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Weltkirchenrat fordert multireligiösen Irak

Der Weltkirchenrat hat dazu aufgerufen, den Irak wieder zur Heimat vieler Religionen zu machen. Nach einem Sieg über die Terrormilz „Islamischer Staat“ müssten die Regierung und die Weltgemeinschaft dafür sorgen, dass Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen sicher und frei im Irak leben könnten, verlangte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, am Dienstag in Genf.

evangelisch.de

Tveit betonte, dass Christen und andere religiöse Minderheiten im Irak Opfer von Verfolgung geworden seien. Nach ÖRK-Angaben wurden in den vergangenen Jahren Hunderttausende Christen aus dem Land vertrieben, viele seien von der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ und anderen Extremisten getötet worden. Tveit hatte auf einer Podiumsdiskussion am Rande der 34. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates gesprochen.

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Razzien gegen „Reichsbürger“ – Waffen und Blankodokumente sichergestellt

Auch bei der „Zentralen Verwaltung Bundesstaat Bayern“ in Pliening ist Werbung unerwünscht. (Foto: dpa)
  • Bei Razzien gegen sogenannte Reichsbürger in Bayern und Rheinland-Pfalz durchsuchen Ermittler 36 Objekte.
  • Dabei finden sie zahlreiche Blankopapiere zur Herstellung von Urkunden, aber auch Waffen, Munition und Totschläger.

Süddeutsche.de

Polizei und Justiz sind an diesem Dienstag mit weiteren Razzien gegen die sogenannte Reichsbürgerbewegung vorgegangen. Mehr als 300 Ermittler durchsuchten insgesamt 36 Objekte in Bayern und Rheinland-Pfalz, wie das bayerische Innenministerium in München mitteilte.

Die Razzien richtetet sich demnach gegen 45 Beschuldigte. Dabei handle es sich um „Führungsmitglieder“, aber auch um sogenannte Staatsangehörige und „Ausweisbezieher“ des selbsternannten „Bundesstaats Bayern“, teilte das Innenministerium weiter mit.

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Ankara übermittelt deutscher Botschaft Protest wegen BND-Chef

Aus Protest gegen die Äußerungen des BND-Chefs über den Putschversuch in der Türkei hat Ankara den Geschäftsträger der deutschen Botschaft zum Gespräch gebeten.

Frankfurter Rundschau

Die Aussagen Bruno Kahls zeugten von der „toleranten“ und „beschützenden“ Einstellung der Bundesrepublik Deutschland zur Gülen-Bewegung, teilte das türkische Außenministerium mit. Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden türkischen Islamprediger Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Daran hatte Kahl in einem „Spiegel“-Interview Zweifel geäußert.

A Court Will Decide if a GIF Can Be Considered a ‘Deadly Weapon‘

Image: MOTHERBOARD
Cases like this have strong implications for the roughly 10,000 people with photosensitive epilepsy in the US.

By Naomi Lachance | MOTHERBOARD

On Monday, a suspect faced federal charges in a Dallas County court for allegedly sending a strobing GIF that triggered a seizure in Kurt Eichenwald, a Newsweek writer with epilepsy, late last year.

Light-induced seizures have been fought with lawsuits and TV bans in the past. But like something out of Black Mirror, they’ve had their day in what’s likely the first criminal trial over a seizure induced via the internet.

The case has similarities with previous complaints over videos, often with bright flashing lights, that triggered seizures. For example, a scene from a 1997 episode of Pokémon, in which Pikachu launches a lightning attack, reportedly hospitalized some 685 children.

Eichenwald, who has been vocal about his epilepsy in the past, allegedly suffered an eight-minute seizure in December after opening a tweet containing the flashing GIF and a message that read: „you deserve a seizure for your posts.“ Eichenwald’s wife found him and called 911. The FBI later arrested one John Rivello, who has been charged with cyberstalking and aggravated assault with a deadly weapon.

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