Grüne fordern Höchstpreise für Medikamente


Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Die Verhandlungen über eine Regulierung des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneien stocken. Die Grünen präsentieren nun einen eigenen Vorschlag. Ein Fonds soll ländliche Apotheken unterstützen.

Von Timot Szent-Ivanyi | Frankfurter Rundschau

Hermann Gröhe läuft die Zeit davon. Der Gesundheitsminister will unbedingt noch in dieser Wahlperiode den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten untersagen, doch der Koalitionspartner SPD ist weiterhin dagegen. Mit jedem ergebnislos verstrichenen Tag sinkt die Chance, dass das Vorhaben noch Gesetzeskraft erlangen kann. Schließlich muss das Vorhaben vor der endgültigen Beschlussfassung noch von der EU genehmigt werden, was bis zu sechs Monate dauern kann. Nun haben die Grünen einen neuen Vorschlag vorgelegt, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.

Der Europäische Gerichtshof hatte im Herbst geurteilt, dass die in Deutschland bestehende Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente nicht für ausländische Versandapotheken gilt. Unternehmen wie der in den Niederlanden sitzende Versender Docmorris kann daher seinen Kunden Rabatte geben. Das will Minister Gröhe (CDU) auf Druck der Apothekerverbände durch ein Verbot des Versandhandels verhindern. Die SPD lehnt das jedoch ab, weil sie den Versandhandel als gute Ergänzung der Arzneimittelversorgung betrachtet. Die Sozialdemokraten sehen allerdings ebenfalls dringenden Handlungsbedarf, weil sie inländische Apotheken nicht benachteiligen wollen.

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