Yücels Haftbedingungen beschäftigen die Bundesregierung


Deniz Yücel, Türkei-Korrespondent der „Welt“, ist seit mehr als drei Wochen inhaftiert Quelle: picture alliance / ZB
Deniz Yücel wird im türkischen Gefängnis schlechter behandelt als andere Journalisten. Er sitzt seit 25 Tagen in einer Einzelzelle. Der „Welt“-Korrespondent scheint einen Sonderfall darzustellen.

DIE WELT

„Durch das Fenster sehe ich nur eine sechs Meter hohe Mauer. Den Himmel sehe ich nur durch den Stacheldraht auf der Mauer“ – so diktierte es Deniz Yücel vor etwas mehr als zwei Wochen der türkischen Parlamentsabgeordneten Safak Pavey, als sie ihn in der Haft besuchte.

Und er ließ seine Freunde und Unterstützer wissen: „Hier im Gefängnis Silivri bin ich in einer Einzelzelle untergebracht. Das ist sehr verstörend. Ich werde gut behandelt. Aber das Alleinsein ist schon fast eine Art Folter.“ Es war Yücels sechster Tag in der Untersuchungshaft. An diesem Mittwoch dauert dieser quälende Zustand schon 24 Tage an. Je länger die Einsamkeit anhält, desto leidvoller wird sie. Und es scheint, als könne oder wolle niemand erklären, warum es so ist und wie lange es so bleiben wird.

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