Mit dem Al-Capone-Prinzip gegen Islamisten

Ein Fahndungsfotos von Anis Amri: Hätte der Anschlag verhindert werden können? (Foto: dpa)
  • Hätte man Anis Amri vor dem Attentat in Berlin aus dem Verkehr ziehen könnten? Gelegenheiten dafür hat es gegeben.
  • Welche Konsequenzen aus all dem nun zu ziehen sind, beschäftigt Behörden und Parlamente in Bund und Ländern.
  • Es geht darum, ob sich nicht nur der Vollzug, sondern das System insgesamt ändern muss. Manche vergleichen die Situation mit den Diskussionen nach dem 11. September 2001.

Von Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Mehr als drei Monate liegt der schwerste Anschlag eines Islamisten auf deutschem Boden nun zurück. Und noch immer gehen diejenigen, die eben dies hätten verhindern sollen, den Fall wieder und wieder durch. „Wir prüfen uns täglich seitdem, ob wir etwas anderes hätten machen können,“ sagt der Berliner Generalstaatsanwalt Ralf Rother. „Hätten wir den Attentäter Amri aus dem Verkehr ziehen können?“ Man habe „1001 Chancen“ verstreichen lassen, empört sich der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster, ein ehemaliger Polizist. „Deswegen bin ich sauer.“

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Martin Schulz und Religion: „Ich bin da unfertig.“

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat ein zwiespältiges Verhältnis zum Glauben. „Ich bleibe in dieser Frage wohl bis an mein Lebensende ein Suchender“, sagte Schulz der „Bild am Sonntag“. Er habe erlebt, wie der Glaube Menschen in den schwersten Lebenslagen helfe. „Ich selbst bin da unfertig“, erklärte der neue SPD-Vorsitzende.

evangelisch.de

Schulz besuchte von 1966 bis 1974 ein Gymnasium der Spiritaner in seiner Heimatstadt Würselen. Mit dem Superior der Klosterschule habe er „unendlich“ diskutiert, schilderte Schulz. „Das war eine der prägenden Personen in meinem Leben.“

Libanon: Zwischen lesbischen Orgasmen und radikalem Islam

Party in einem Nachtklub in Beirut Quelle: AFP/Getty Images
Legalisierung von Homosexualität, Frauenrechte, freizügige Datingshows – seit einiger Zeit werden im Libanon strenge Tabus der arabischen Welt gebrochen. Die sexuelle Revolution Arabiens hat begonnen.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Für die arabische Welt war das Urteil, das der libanesische Richter Rabih Maaluf fällte, nicht weniger als ein juristischer und gesellschaftlicher Meilenstein: Er verwarf die Anwendung von Paragraf 534 des libanesischen Strafgesetzes, der die öffentliche Moral schützen soll, indem er „Geschlechtsverkehr wider die Natur“ – also Homosexualität – ahndet.

Doch Maaluf entschied, die in Artikel 183 garantierte persönliche Freiheit wiege schwerer, und sprach sechs Transsexuelle frei, die wegen ihrer sexuellen Neigung in Haft saßen. Der Richterspruch vom Januar war nicht der einzige zugunsten von Schwulen im Libanon. Aber der erste, der ihren Rechten ein stabiles, juristisches Fundament verleiht – in einer Region, in der Homosexualität mancherorts immer noch mit dem Tod bestraft wird.

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Schorlemmer sieht Friedliche Revolution 1989 in Tradition Luthers

Der evangelische Theologe betont den Zusammenhang zwischen Mauerfall und Reformation.

evangelisch.de

Der evangelische Theologe und ehemalige DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer hat die Verbindung zwischen dem Reformator Martin Luther (1483-1546) und der Friedlichen Revolution von 1989 hervorgehoben. Das „historische Wunder“ des Mauerfalls sei „auch mit Martin Luther verbunden, der gesagt hat: nicht mit Gewalt, sondern mit dem Wort“, sagte Schorlemmer in einem Vortrag zur Leipziger Buchmesse am Samstagabend. Was damals in Leipzig passiert sei, sei auch aus diesem Geist heraus entstanden. Auf der Buchmesse präsentieren sich seit Donnerstag und noch bis Sonntag rund 2.500 Aussteller.

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Über Minarett- und Burkaverbote

https://pixabay.com/de/moschee-himmel-bulgaren-1368323/
Lenken Debatten und Abstimmungen über Burka & Co. nicht von wichtigeren Themen ab?

Von Giodarno Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Es mag den einen oder anderen Leser, der meine Texte bereits kennt und über meine überaus kritische Haltung gegenüber dem Islam Bescheid weiß, überraschend klingen, wenn er erfährt, dass ich gegen die Eidgenössische Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» gestimmt habe, die am 29. November 2009 vom Volk und von den Ständen angenommen wurde (57,5 % der Abstimmenden und 19,5 Stände von insgesamt 23 Standesstimmen der Schweizer Kantone). Der Hauptgrund meiner Opposition gegen diese Initiative war, dass sie aus meiner Sicht in erster Linie den Zweck verfolgte, Muslime pauschal zu diskriminieren, zu stigmatisieren und vor allem um ihnen einen gehörigen Schuss vor dem Bug zu verpassen. Es waren insbesondere viele anti-albanische Ressentiments – sprich solche gegen die größte muslimische Minderheit in der Schweiz – hinter dieser Volksinitiative, die mindestens gemäß meiner eigenen Wahrnehmung rassistisch motiviert waren. Bereits aus diesem Grund wollte ich diese Initiative nicht unterstützen. Ein weiterer Grund für meine Ablehnung dieses Volksbegehrens war aber auch die Tatsache, dass die Bauwerke des Islam ganz objektiv betrachtet wohl eines der unproblematischsten Aspekte dieser Religion darstellen. Deshalb war bereits der Nutzen der Initiative für mich nicht erkennbar. Hinzu kam, dass gerade islamische Prachtbauten wie etwa das Taj Mahal (mit seinen vier Minaretten!) sogar zur Kulturgeschichte der gesamten Menschheit gehören. Selbstverständlich konnte man dem entgegensetzen, dass das Taj Mahal nur in Indien schön sei und nicht unbedingt ins Alpenpanoramabild passe, was unstrittig ist. Darüber hinaus ging es bei den Minaretten in der Schweiz auch nicht um Bauwerke, die jemals eine Chance erhielten, auf die UNESCO-Liste zu kommen. Was mich aber solchen Einwänden zum Trotz bei dieser Minarettdebatte damals furchtbar nervte, war einerseits diese vorerwähnte bewusste Diskriminierung von Ausländern und andererseits diese Fokussierung auf Bauwerke, als ob es im Islam keine anderen Probleme geben würde. «Mina-rette sich wer kann! » dachten damals wohl einige, obwohl in der Schweiz ganze drei Minarette standen.

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Computer-Go: Maschinen gewinnen das 5. Densei-Sen-Turnier

(Bild: The University of Electro-Communications, Cognitive Science and Entertainment (E&C) Research Station)
Jedes Jahr messen sich die stärksten Programme im asiatischen Strategiespiel Go gegen menschliche Profis. In diesem Jahr war das kein bloßer Schaukampf mehr: Die Maschinen hatten die Oberhand.

Von Harald Bögeholz | heise online

Eine spannende Woche für Computer-Go-Enthusiasten geht zu Ende, und die Maschinen haben sich wacker gegen die Menschen geschlagen. Heute fand in Tokio die fünfte und letzte Ausgabe des Densei-Sen-Turniers statt. Dieses vom japanischen Go-Institut Nihon Kiin zusammen mit der University of Electro-Communications veranstaltete Event diente in den letzten fünf Jahren dazu, die Fortschritte des Computer-Go zu messen, indem man menschliche Profi-Spieler gegen die jeweils besten Computerprogramme antreten ließ. Während diese Partien in den letzten Jahren mit Handicap für den Computer ausgetragen wurden und eher den Charakter von Schaukämpfen hatten, spielten die Computer in diesem Jahr erstmals gleichauf.

Das Turnier der Go-Programme, der UEC Cup, fand am vergangenen Wochenende statt. Am heutigen Sonntag trat der japanische Profi Ryo Ichiriki (7p) um 10:30 japanischer Ortszeit zunächst gegen Zen an, das zweitplatzierte Go-Programm. Anschließend traf er um 14:30 auf das Siegerprogramm Fine Art (JueYi).

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Ditib: Bei den Ermittlungen wegen Spionage läuft erheblich viel schief

Dezember 2016: Die regierende AKP überreicht ihre vorgeschlagenen Verfassungsänderungen dem Parlamentssprecher İsmail Kahraman (AKP). Foto: Yildiz Yazicioglu / gemeinfrei
Seltsame Schlampereien, Wahlhilfe und die Aussicht auf ein „Nein“ bei der Volksabstimmung über das Präsidialsystem

Von Jeder Dangeleit | TELEPOLIS

Ab Montag können die türkischen Staatsbürger in Deutschland für oder gegen das Referendum abstimmen. Für ein „evet“ (dt.:ja) machen die UETD und der islamische Dachverband mobil. Indessen reißt die Kette der eigenartigen Nachrichten über den islamischen Dachverband Ditib und die Spionageaffäre nicht ab (vgl. Ditib-Spitzelaffäre: Wie viel Spielraum gibt die Bundesregierung?).

Nun stellt sich heraus, dass die Bundesanwaltschaft wertvolle Informationen gelöscht hat, die zur Aufklärung der Spionagevorwürfe wichtig gewesen wären. Volker Beck, Bundestagsabgeordneter der Grünen, informierte am 18. Februar per Mail und Fax den Generalbundesanwalt, dass sich gerade der Diyanet-Abteilungsleiter für Auslandsbeziehungen, Halife Keskin, in Köln aufhalte.

Diyanet ist die türkische Religionsbehörde, die den Imamen von Ditib den Auftrag gegeben haben soll, in deutschen Moscheen zu spitzeln. Am 5. September 2016 verschickte die Religionsbehörde eine Verordnung, in der angewiesen wurde: dass „Bedienstete der Diyanet im Ausland dazu verpflichtet sind, über Aktivitäten von Gruppen wie der Gülen-Bewegung, der PKK und dem ‚Islamischen Staat‘, die als terroristisch bewertet werden, zu berichten“.

Knapp 50 Berichte sollen so über Diyanet an den Untersuchungsausschuss des türkischen Parlaments, der sich mit dem Putsch befasst, weitergeleitet worden sein. Aus insgesamt 38 Ländern wurden Spitzelberichte nach Ankara gesandt. Mittlerweile wurden Ermittlungen wegen Spionageverdacht eingeleitet. Der hochrangige Diyanet-Vertreter Keskin hätte zu den Vorwürfen befragt werden können, wenn die Ermittlungsbehörden rechtzeitig gehandelt hätten.

Doch die Hinweise wurden nicht weitergeleitet, Keskin konnte unbehelligt wieder ausreisen, weil die Mails von Volker Beck „am Morgen des Montags, des 20. Februar 2017, um 7.04 Uhr vom Mailkonto der Poststelle der Generalbundesanwaltschaft gelöscht wurden, bevor das zuständige Ermittlungsreferat Kenntnis davon nehmen konnte“.

Ebenso konnte der Eingang des Fax „trotz intensiver Recherchen beim Generalbundesanwalt nicht festgestellt werden“, berichtete der parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Christian Lange auf Anfrage von Beck.

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Deutsche und türkische Dienste arbeiten zusammen

Trotz politischer Differenzen: Deutsche und türkische Geheimdienste arbeiten nach wie vor zusammen. Foto: Henning Kaiser (dpa)
Die Geheimdienste Deutschlands und der Türkei arbeiten trotz diverser Nazi-Vergleiche nach wie vor zusammen. Die Türkei ist laut Maaßen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die PKK.

Frankfurter Rundschau

Trotz der jüngsten Nazi-Vergleiche und Anfeindungen der türkischen Regierung in Richtung Deutschland arbeiten die Geheimdienste beider Staaten im Anti-Terror-Kampf noch eng zusammen. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, sagte der „Welt am Sonntag“:“Die Dienste dort sind wichtige Partner mit Blick auf Syrien und den Irak sowie Reisebewegungen europäischer Islamisten in diese Region und zurück.“

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Russland: Unklare Haltung von Staat und Kirche zu Leninstatuen

Quelle: Lenin-Mausoleum
Leitender Kirchenbeamter Schtschipkow drängt darauf, „Moratorium im Blick auf einen Krieg gegen politische Symbole in Russland“ einzuführen.

kath.net

Sowohl im Kreml als auch im Moskauer Patiarchat bleibt die Haltung zur eigenen Geschichte unklar. Während Präsident Wladimir Putin vom Doppeladler bis zu den kaiserlichen Uniformen alte Symbole wiederaufleben lässt, liegt außerhalb der Kremlmauern weiterhin die mumifizierte Leiche des Revolutionärs Wladimir Iljitsch Lenin in ihrem Mausoleum. Die Russisch-Orthodoxe Kirche im Ausland (ROCOR), die sich 1927 vom Moskauer Patriarchat trennte und erst 2007 die kanonische Verbindung wiederherstellte, forderte zuletzt die Entfernung der Mumie aus dem Mausoleum am Roten Platz, die Zerstörung der Lenin-Denkmäler in Russland und die Umbenennung von Städten, Straßen und Plätzen, die bis heute nach kommunistischen Verbrechern benannt sind.

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„Weg mit allen Symbolen, weg mit Kreuz und Kerzen“

foto: standard/urban Will nicht nur Schleier, Turban und Kippa, sondern auch Kreuz, Kerzen und politische Symbole aus dem Gerichtssaal verbannt sehen: Strafrichter-Vertreter Friedrich Forsthuber.
Die Politik solle nicht ständig auf neue Strafen setzen, fordert Strafrichter-Vertreter Friedrich Forsthuber. Er würde den Richtern neben Kreuz und Kopftuch auch Parteipolitik verbieten

Interview Maria Sterkl | derStandard.at

STANDARD: Darf man Gerichtsurteile kritisieren?

Forsthuber: Ja, die Gerichte stellen sich der Kritik, aber sie muss sachlich sein. Ich sehe vermehrt das Problem, dass persönliche Angriffe gegen einzelne Richter lanciert werden, auch von Politikern. Das ist gefährlich. Weil sich die Leute denken: Na wenn das ein Politiker sagt, wird es vielleicht stimmen. Und das schädigt das Vertrauen in den Rechtsstaat.

STANDARD: Die Aufhebung der Hofburg-Wahl 2016 durch den Verfassungsgerichtshof wurde heftig kritisiert, manche sahen auch in dieser Kritik eine Schädigung des Rechtsstaats. Was meinen Sie?

Forsthuber: Gefährlich wird es, wenn ich beginne, die Seriosität der Institution infrage zu stellen. Eine Anregung, der VfGH möge seine bisherige Judikatur überdenken, ist rechtsstaatlich noch nicht schädlich. Wenn ich aber sage, das Urteil war politisch motiviert, dann ist das bedenklich. Wir kennen solche Beispiele – Stichwort Ortstafelstreit.

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US-Geheimdienste als Bündnispartner im Kampf gegen Trump?

Bild: heise.de/tp
Wie manche in Deutschland und den USA vom Impeachment reden und damit alles andere als mehr Demokratie meinen

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Nicht Faschismus, sondern gnadenloser Lobbyismus herrscht in den USA weiterhin, auch unter der Trump-Ägide. Das zeigte sich am Beispiel der Obamacare. Man muss nun wahrlich kein Trump-Anhänger sein, um dieses Gesetzeswerk, das vor allem ein bürokratisches Monster ist und viele Menschen aus der Gesundheitsversicherung ausschließt, zu kritisieren. Das Gesetz folgte der neoliberalen Wirtschaftspolitik der Obama-Präsidentschaft.

Zahlreiche sozialpolitische Initiativen und auch der linke Flügel der Demokraten gehörten lange zu den Kritikern des Gesetzes. Doch seit dem Wahlsieg von Trump wird die Obama-Ära verklärt, und so scheint es jetzt auch keine Kritiker der neoliberalen Obamacare mehr zu geben. Nun versuchte Trump ein schlechtes Gesetz durch ein noch schlechteres zu ersetzen und verhedderte sich im Lobbyismus.

Zu nennen wären die extrem Konservativen, denen auch die Trump-Reformen noch zu viele sozialpolitische Elemente enthalten. Sie wurden von den Teaparty-Finanziers Gebrüder Koch unterstützt, die sich bereits im Wahlkampf von Trump abgewandt hatten, weil er ihnen zu unberechenbar erschien. Eine andere Republikaner-Fraktion wollte pragmatisch alles beim Alten lassen und das wird es in Sachen Obamacare auch bleiben, wenn sich die zerstrittenen Republikaner nicht zusammenraufen.

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Nikola Tesla: Bewegtes Leben mit tragischem Ende

W. Bernard Calson
Tesla
Aus dem Englischen von Elisabeth Gilbert

Tesla: Bei diesem Begriff dürften die meisten an ein amerikanisches Unternehmen denken, das Elektroautos herstellt. Der Name dieser Firma ehrt einen Erfinder, der den größten Teil seines Lebens in den Vereinigten Staaten wirkte.

Von Stefan Gillessen | Spektrum.de

Nikola Tesla (1856-1943) hat als junger Forscher den Wechselstrommotor entwickelt und versuchte sich später an der drahtlosen Energieübertragung. Sein Leben mit zahlreichen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen wird in dieser Biografie des Technikhistorikers W. Bernard Carlson nacherzählt.

Nikola Tesla wuchs in einer ländlichen Gegend im heutigen Kroatien auf und studierte an der Technischen Hochschule in Graz. Bereits dort fiel ihm während einer Vorlesung auf, wie ineffizient der vorgeführte Elektromotor sein musste, sprühten an den Kommutatoren doch die Funken. Intuitiv ahnte er, dass man so ein Gerät besser konstruieren könne. Über Prag gelangte Tesla nach Budapest, wo er die entscheidende Idee hatte, wie sich der Motor ohne mechanische schleifende Bürsten bauen ließe – indem man nämlich das elektrodynamische Feld so geschickt aufbaut, dass Wirbelströme die Achse antreiben.

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Päderasten: Ein Fall von „Lepra“ im Vatikan?

Foto: Shpend Maliqi. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Der Papst nennt es den „Lepra-Befall“ der Katholischen Kirche: Er meint damit die seiner Schätzung nach „2 Prozent“ der Geistlichen, die als Päderasten auffallen. Das sind immerhin noch gut 8.000 Mann.

Von Tom Appleton | TELEPOLIS

Seinem Vorgänger, dem deutschen „Wir-sind-Papst“-Ratzinger — gelang es in seiner 8jährigen Amtszeit gerade eben mal 8oo auffällig gewordene Priester auszuheben. Die 8.000, die der argentinische Jesuit Bergoglio — Künstlername: „Franziskus“ — (also der jetzige Papst) meinte, müssten daher entweder unter Ratzinger übersehen worden sein, oder sie wären in der relativ kurzen Zeit seit der Amtsübernahme Bergoglios „nachgewachsen“. In jedem Fall: Eine zehnfach erhöhte Zahl gegenüber der Ratzinger-Ära. Eine Katastrophe. Wie beim Frisör wäre es daher an der Zeit, den päderastischen „Nachwuchs“ wieder mal zu „trimmen“.

Doch der Papst, der sich sein Pseudonym nach dem Heiligen Franz von Assisi gewählt hat, dem Schutzheiligen der Tiere betrachtet die Misere seiner Organisation eher als Pilzbefall in einem Bienenstock. In einem drei Seiten langen Quasi-Interview, das er nach seinem ersten Jahr im Amt mit dem damals 90jährigen Ex-Chef der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, Eugenio Scalfari, führte, nannte der selbst nicht gerade frühlingsfrische Ober-Katholik die Zahl „2 Prozent“ als angeblich gesicherte Tatsache.

Da Scalfari aber bei seinem Interview kein Aufnahmegerät benutzte, steht diese Zahl heute als willkürlich genannte „Hausnummer“ im Raum. Die Zahl „8.000“ stammt aus der Presse, die ihre Prozentrechnung anhand der 414.000 vom Vatikan beschäftigten Personen durchführte. Zwei Prozent von 414.000 ist gleich 8.000. Die hinter dem Komma anfallenden rund 300 Straftäter fallen dabei, wie man sieht, gnädigerweise als vernachlässigenswerte Krümel vom Tisch.

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Kirchengemeinden prangern Geldverschwendung der Synoden an

Bild: tilly
In den Gemeinden kommt nur ein Bruchteil Kirchensteuer an. Kirchengemeinden kritisieren deshalb die Misswirtschaft der Synoden. Vorschläge, am System etwas zu ändern, gibt es genug.

Von Reinhard Bingener | Frankfurter Allgemeine

Immer mehr Kirchengemeinden sehen sich unzureichend an den Einnahmen aus der Kirchensteuer beteiligt. „Bei uns kommt maximal ein Drittel an“, kritisiert Karl-Friedrich Wackerbarth in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Der evangelische Pfarrer vom „Gemeindebund Bayern“ hält seiner Kirchenleitung zudem vor, zu viel Geld für Events wie das Reformationsjubiläum sowie Sonderstellen und Doppelstrukturen zu verwenden, von denen die einfachen Kirchenmitglieder nur wenig mitbekämen. „Es wird Geld verbrannt ohne Ende“, beklagt Wackerbarth in der F.A.S.

Der Pfarrer macht dafür auch die Synoden mitverantwortlich, die über die Verteilung der Kirchensteuern entscheiden. In den Kirchenparlamenten säßen zu viele Funktionäre, die kaum Interesse an den Kirchengemeinden vor Ort hätten.

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So war „Jesu Grab“ seit Generationen nicht zu sehen

In der Grabeskirche Christi Quelle: ABIR SULTAN/EPA/REX/Shutterstock
Das Grab Jesu in Jerusalem strahlt nach zehnmonatiger Restaurierung in neuem Glanz. Doch den Zoff zwischen den Konfessionen konnte der Mörtel nicht kitten. Ein Hausbesuch im Inneren des Christentums.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Es ist ein Anblick, der Pilgern seit siebzig Jahren verwehrt war: In minutiöser Feinarbeit gesäubert, mit Titaniumschrauben gefestigt und mit Spezialmörtel gekittet erstrahlt die Ädikula über dem Ort, den Milliarden von Christen in aller Welt als das Grab Jesu verehren, seit wenigen Tagen in neuem Glanz. Weg ist der schwarze Ruß von Millionen von Kerzen, die Pilger in den vergangenen 200 Jahren rund um die heilige Stätte anzündeten. Weg ist die hässliche Stahlkonstruktion, mit der britische Ingenieure 1947 den Kollaps der Struktur verhindern wollten. Weg sind auch viele Ikonen und andere Verzierungen der griechisch-orthodoxen und armenischen Kirche, die zuletzt den Blick auf die Fassade verstellten. Nach monatelangen Restaurierungsarbeiten eines griechischen Expertenteams, die rund vier Millionen Euro kosteten, ist die Einsturzgefahr gebannt und Schluss mit der Verwahrlosung von Jahrzehnten.

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Britisches Parlament bezweifelt Putsch-Vorwürfe gegen Gülen

Der Auswärtige Ausschuss des britischen Parlaments bezweifelt die Putsch-Vorwürfe der türkischen Regierung gegen die Bewegung des im US-Exil lebenden türkischen Predigers Fethullah Gülen. Das geht aus einem Bericht hervor, der am Samstag veröffentlicht wurde.

derStandard.at

Die Darstellung der Gülen-Anhänger als alleinige Urheber des Putschversuchs im Juli 2016 durch die türkische Regierung sei „nicht durch öffentlich zugängliche Nachweise belegt“, heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig könne aber auch das Gegenteil nicht bewiesen werden.

Darstellung Ankara akzeptiert

Die Hinweise auf eine Putsch-Beteiligung von Gülen-Anhängern beruhten meist auf Einzelberichten oder anscheinenden Beweisen, die oft auf Geständnisse oder Informanten zurückgingen.

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Luftangriffe der Anti-IS-Koalition fordern Dutzende Todesopfer in Mossul

Aufräumarbeiten in Mossul: Bewohner bergen Tote aus den Trümmern. (Foto: dpa)
  • Luftangriffe der US-geführten Koalition im Irak haben zahlreiche Todesopfer zur Folge.
  • Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten in Mossul, eine der letzten Hochburgen des „Islamischen Staats“.
  • Die irakischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben die Rückeroberung der Stadt wegen der hohen Zahl ziviler Opfer unterbrochen.

Süddeutsche.de

Bei Luftangriffen auf den Westen der irakischen Stadt Mossul sind in den vergangenen Tagen laut Behördenvertretern Dutzende Zivilisten getötet worden.Der Gouverneur der Provinz, Nawfal Hammadi, sprach von mehr als 130 Toten. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben bislang nicht überprüft werden. Zahlreiche Opfer lägen unter Trümmern begraben, sagte der Vorsitzende des Provinzrates von Ninive, Baschkar al-Kiki, ohne genaue Zahlen zu nennen.

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Kriegsverbrecher im Visier deutscher Fahnder: Puzzle des Grauens

Straße in der vom Krieg zerstörten Stadt Aleppo in Syrien © Hassan Ammar/AP/DPA
In Syrien und den vom IS besetzten Gebieten wird weitgehend ungesühnt gemordet, gefoltert und vergewaltigt. Aber eines Tages sollen sich die Täter verantworten müssen – auch mithilfe der deutschen Justiz.

stern.de

Aria L. soll für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er im syrischen Bürgerkrieg vor den abgeschlagenen und aufgespießten Köpfen von Soldaten für Fotos posierte. Abdelkarim E. ist zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er mit anderen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Norden Syriens den Leichnam eines Soldaten verstümmelte und dabei alles mit dem Handy filmte.

Beide Urteile aus dem Jahr 2016 sind noch nicht rechtskräftig. Aber besonders macht sie schon jetzt, dass sie in Frankfurt gesprochen wurden und die Männer für ihre Taten in Deutschland büßen sollen. Sie sind die ersten beiden Kriegsverbrecher aus der Konfliktregion im Nahen Osten, denen in der Bundesrepublik der Prozess gemacht wurde.

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Zaimoglu wirbt für differenzierten Blick auf Luther

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu hat eine differenzierte Betrachtung des Reformators Martin Luther (1483-1546) angemahnt. Luther sei „ein großer Deutscher, ein mutiger Gottesmann“ gewesen, sagte Zaimoglu der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Samstag).

evangelisch.de

„Er hat seinen Kopf hingehalten für seinen Glauben.“ Gleichzeitig habe der Reformator auch „widerwärtige Momente“ gehabt, unterstrich Zaimoglu mit Blick auf die antijüdischen Äußerungen Luthers.

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New Machine Learning Program Recognizes Handguns in Even Low-Quality Video

Image: MOTHERBOARD
If we can register the gun before it’s actually fired, we can regain some control.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

The handgun is a ballistic extension of the hand itself. It’s remarkable for confining vast destruction to a small, subtle instrument. It can be wielded casually, and, until the trigger is pulled, nigh invisibly. A semi-automatic pistol, once awoken, will fire as fast as the shooter can twitch their finger. The relation between package and power offered by a handgun feels almost nuclear.

A team of computer scientists based at the University of Granada in Spain thinks that we can help neutralize the threat of handguns through early detection. If we can register the gun before it’s actually fired, we can regain some control. To this end, they’ve developed a machine learning program that can reliably detect handguns based on visual recognition and classification. It’s capable of catching guns from even low-quality YouTube footage in just under a quarter second.

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