Päderasten: Ein Fall von „Lepra“ im Vatikan?


Foto: Shpend Maliqi. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Der Papst nennt es den „Lepra-Befall“ der Katholischen Kirche: Er meint damit die seiner Schätzung nach „2 Prozent“ der Geistlichen, die als Päderasten auffallen. Das sind immerhin noch gut 8.000 Mann.

Von Tom Appleton | TELEPOLIS

Seinem Vorgänger, dem deutschen „Wir-sind-Papst“-Ratzinger — gelang es in seiner 8jährigen Amtszeit gerade eben mal 8oo auffällig gewordene Priester auszuheben. Die 8.000, die der argentinische Jesuit Bergoglio — Künstlername: „Franziskus“ — (also der jetzige Papst) meinte, müssten daher entweder unter Ratzinger übersehen worden sein, oder sie wären in der relativ kurzen Zeit seit der Amtsübernahme Bergoglios „nachgewachsen“. In jedem Fall: Eine zehnfach erhöhte Zahl gegenüber der Ratzinger-Ära. Eine Katastrophe. Wie beim Frisör wäre es daher an der Zeit, den päderastischen „Nachwuchs“ wieder mal zu „trimmen“.

Doch der Papst, der sich sein Pseudonym nach dem Heiligen Franz von Assisi gewählt hat, dem Schutzheiligen der Tiere betrachtet die Misere seiner Organisation eher als Pilzbefall in einem Bienenstock. In einem drei Seiten langen Quasi-Interview, das er nach seinem ersten Jahr im Amt mit dem damals 90jährigen Ex-Chef der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, Eugenio Scalfari, führte, nannte der selbst nicht gerade frühlingsfrische Ober-Katholik die Zahl „2 Prozent“ als angeblich gesicherte Tatsache.

Da Scalfari aber bei seinem Interview kein Aufnahmegerät benutzte, steht diese Zahl heute als willkürlich genannte „Hausnummer“ im Raum. Die Zahl „8.000“ stammt aus der Presse, die ihre Prozentrechnung anhand der 414.000 vom Vatikan beschäftigten Personen durchführte. Zwei Prozent von 414.000 ist gleich 8.000. Die hinter dem Komma anfallenden rund 300 Straftäter fallen dabei, wie man sieht, gnädigerweise als vernachlässigenswerte Krümel vom Tisch.

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