Hongkong nimmt Edward Snowdens Helfer ins Visier


foto: afp photo / anthony wallace Robert Tibbo (re.) mit einer der Familien aus Sri Lanka, bei denen er Whistleblower Edward Snowden 2013 in Hongkong versteckt hat. Den Asylwerbern droht nun die Abschiebung.
Asylwerber hatten 2013 den Whistleblower versteckt, nun droht ihnen die Abschiebung

Von Steffen Arora | derStandard.at

Vanessa blickt sorgenvoll in die Webcam und bemüht sich, ein Lächeln aufzusetzen. Es ist jetzt zwei Uhr nachts in Hongkong, Vanessa ist sichtlich müde. Wie es ihr gehe, fragt Robert Tibbo via Skype-Call. „Nicht gut, mein Anwalt ist nicht hier, und die Behörde hat mich zum Abschiebungshearing vorgeladen“, antwortet Vanessa, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung stehen haben will. Sie hat Angst und kämpft mit den Tränen. Ihr Anwalt ist Tibbo, doch der sitzt tausende Kilometer entfernt in der Aula des Management Center Innsbruck, wo er derzeit als Gastprofessor unterrichtet.

Weltweit bekannt wurde der kanadische Menschenrechtsexperte 2013, als er half, Edward Snowden in Hongkong zu verstecken und ihm die Flucht nach Moskau zu ermöglichen. Snowden bleibt sein prominentester Klient, doch aktuell sorgt er sich um jene drei Familien, die damals halfen, den Whistleblower zu verstecken. Denn Hongkong will diese nun mit allen Mitteln loswerden.

weiterlesen