500. Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass zur Debatte über moderne Religionspolitik

Bild: HVD

Berlin: Am Montagabend sprach HVD-Präsident Frieder Otto Wolf im Französischen Dom mit Margot Käßmann, EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer und dem Politologen und Autor Erik Flügge über die Frage: „Reformation feiern – wieso?“

HVD-Bundesvorstand

An den Reformationsfeiern unter staatlicher Beteiligung gab und gibt es auch Kritik. Was feiert der Staat 2017? Und was feiert die Kirche? Ist die Reformation überhaupt ein Grund zu feiern, woran wird eigentlich erinnert und gedacht? Soll der Staat sich an diesem Jubiläum beteiligen oder ist das allein eine religiöse Angelegenheit? Wie entwickelt sich das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft, wenn auf der einen Seite die Mitgliederzahlen sinken, andererseits die Kirche in vielen zivilgesellschaftlichen Feldern immer mehr als Partner an Bedeutung gewinnen, sei es in sozialen Fragen, bei der Begleitung von Geflüchteten oder in der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus?

Frieder Otto Wolf kritisierte in der Podiumsdiskussion im Französischen Dom auf dem Gendarmenmarkt die staatlichen Zuschüsse für das Reformationsjubiläum und die vorhergehende „Lutherdekade“. Diese seien einseitig verteilt worden und hätten so allein der „protestantischen Kirche Gelegenheit gegeben, ihre Version der Reformation zu vermitteln“, sagte Wolf. Er sprach sich ebenfalls gegen Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kirchentage aus, sofern Förderungen für vergleichbare Ereignisse anderer religiöser oder weltanschaulicher Gruppen nicht zur Verfügung stehen. Für den in diesem Jahr in Nürnberg durchgeführten Humanistentag wurde keine finanzielle Unterstützung durch das Land oder die Kommune gewährt.

weiterlesen

Advertisements

RBB: Facebook löscht «Fussilet»-Auftritt nicht

FB-Seite von Fussilet 33. Svreenshot vom 29.03.17 bb
Facebook weigert sich dem RBB zufolge seit Wochen, den Internetauftritt des verbotenen Moschee-Vereins «Fussilet 33» zu löschen.

n-tv

In dem Verein war der Attentäter vom Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, Anis Amri, häufig verkehrt. Die Berliner Innenverwaltung hatte das soziale Netzwerk aufgefordert, den Auftritt des Vereins zu löschen, nachdem er verboten worden war. Dass das bis heute nicht geschehen sei, sei inakzeptabel, sagte ein Sprecher der Behörde dem Sender.

Facebook erlaubt Werbung von Holocaust-Leugner Honsik

foto: apa/hochmuth Gerd Honsik 2010 bei seinem Prozess wegen Wiederbetätigung.
Inhalte des wegen Wiederbetätigung verurteilten Neonazis werden Nutzern in ihre Timeline gespült

derStandard.at

Er betreibt laut dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) seit Jahrzehnten „rassistische und antisemitische Propaganda sowie die Leugnung oder Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen“: Der wegen Wiederbetätigung verurteilte Gerd Honsik gilt als Vordenker in „zentralen Gruppierungen der österreichischen Neonaziszene“. Jetzt darf er frei auf Facebook Werbung für seine neuen Ergüsse machen. Wie „orf.at“ berichtet, werden Facebook-Usern seit einigen Wochen Werbeanzeigen für das „Radio Honsik“ in die Timeline gespült.

weiterlesen

Mexiko: Freispruch, weil der Vergewaltiger keinen Spaß hatte

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Skandalöses Urteil in Mexiko: Weil der Angeklagte in einem Vergewaltigungsprozess seine Tat angeblich nicht genossen hat, ist er von einem Richter freigesprochen worden.

SpON

Nach einer Silvesterparty soll Diego Cruz gemeinsam mit drei weiteren Schülern einer Eliteschule eine Klassenkameradin sexuell missbraucht haben. Vor einem mexikanischen Gericht war er angeklagt, das Mädchen an den Brüsten berührt und sie mit den Fingern penetriert zu haben.

weiterlesen

Zentralrat der Juden: „Die AfD bereitet uns wirklich Sorgen“

© dpa Gegen den Willen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry feierte der rechtsradikale Flügel auf dem Parteitag in Sachsen Erfolge.
Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland warnt „eindringlich“ vor der AfD. Mit deren Wahlerfolg sei der „Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Frankfurter Allgemeine

Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, hat nachdrücklich vor der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gewarnt. Es habe schon immer rechte Gruppierungen wie etwa die Republikaner oder „Pro NRW“ gegeben, „aber zum ersten Mal haben wir mit der AfD eine Partei, die uns wirklich Sorgen bereitet“, sagte er am Dienstagabend in Bonn. Anders als diese Parteien kämen die Wähler der AfD nicht von irgendwelchen Rändern, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. „Der berühmte Satz ’Der Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen’, ist aus unserer Sicht wahr“, sagte Lehrer vor Oberstufenschülern des Bonner Beethoven-Gymnasiums.

weiterlesen

Katholisches Krankenhaus in Kritik

Bild: tilly
Das Berliner Franziskus-Krankenhaus steht wegen seiner Personalpolitik in der Kritik. Der Sender rbb wirft der Klinik unter Verweis auf eine Recherche am Dienstag vor, arbeitsvertragliche Richtlinien der Caritas umgangen sowie langjährige Mitarbeiter entlassen und teils durch Niedriglöhner ersetzt zu haben.

Radio Vatikan

Der katholische Elisabeth-Vinzenz-Verbund (EVV) wies als Träger des Krankenhauses die Vorwürfe zurück. Er erklärte, aufgrund der negativen Bilanzen des Krankenhauses seit 2013 seien umfassende Sparmaßnahmen notwendig gewesen. Dazu habe auch die betriebsbedingte Kündigung von 34 Beschäftigten in Dienstleistungsbereichen des Krankenhauses gehört. Ihnen seien aber „bei Interesse und Eignung Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des EVV oder in eigenen Dienstleistungsgesellschaften mit marktüblichen Tarifstrukturen und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften angeboten“ worden. Der EVV erklärte zudem, die Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich zwängen alle Krankenhausträger dazu, „patientenferne Dienstleistungen“ auszulagern. 

weiterlesen

Deutsche Bischöfe gegen ‚Ehe für alle‘: Verfassungsrechtliche Bedenken

Logo Deutsche Bischofskonferenz

DBK-Familienbischof Koch sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Die deutschen Bischöfe sprechen sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus.“

kath.net

„Die deutschen Bischöfe sprechen sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus. Sie teilen die verfassungsrechtlichen Bedenken, die gegen eine einfachgesetzliche Einführung einer Ehe für alle vorgetragen werden.“ Dies stellte der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, wörtlich gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ fest. Er erinnerte daran, dass die deutschen Bischöfe in ihren Stellungnahmen zu eingetragenen Lebenspartnerschaften stets deren Unterschied zu den Ehen betont hatten. „Anders als die Ehe kann die eingetragene Lebenspartnerschaft aus sich heraus keine Kinder hervorbringen.“

weiterlesen

Fukushima: Atommüllproblem eskaliert, Robotererkundung wieder gescheitert

Verladen kontaminierter Erde. Bild: Umweltministerium
Recycling-Idee: Das Umweltministerium will mit der kontaminierten Erde aus den evakuierten Gebieten, die sich auftürmt, Parks schaffen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Um die 400 Tonnen Wasser fließen durch das havarierte AKW Fukushima, um die Kernschmelze zu kühlen, dabei ist aber auch Grundwasser. Das radioaktive Wasser wird, soweit es geht, dekontaminiert, was aber nicht vollständig möglich ist und Tritium zurückbleibt, weswegen es in riesigen Tanks aufgesammelt wird.

Fast eine Million Tonnen radioaktiv belastetes Wasser wird derzeit in 1000 Tanks gesammelt. Jedes Jahr kommen 150.000 Tonnen dazu. Ungeklärt ist, was damit gemacht werden soll. Es wurden verschiedene Vorschläge diskutiert, aber eine Entscheidung kam nicht darüber nicht zustande, ob das Wasser einfach ins Meer geschüttet werden soll, ob man es verbuddelt oder verdampfen lässt. Zudem fließt kontaminiertes Wasser auch weiterhin ins Meer, bislang ist die Mauer aus künstlichem Eis, die 30 Meter in die Tiefe reicht und das verhindern soll, noch nicht ganz fertiggestellt. In Japan darf Wasser, das bis zu 60.000 Becquerel pro Liter belastet ist, in die Umwelt gelangen.

Aber das Wasser ist nicht der einzige belastete Abfall, da durch die Filterung radioaktiv belasteter Schlamm zurückbleibt. Was mit diesem geschieht, ist auch nicht entschieden. Man überlegt, ihn mit Zement zu vermischen, womit er aber auch nicht beseitigt wäre. Und dann gibt es da noch die Schutzkleidung für die Arbeiter am AKW. Um sie vor der Strahlung zu schützen, erhalten sie jeden Tag einen neuen Schutzanzug, neue Schuhe, Handschuhe und Gesichtsmasken, die benutzten wandern in den Müll. Der muss auch wieder eingesammelt und aufbewahrt werden. Mittlerweile müssen bereits fast 65.000 Kubikmeter der Schutzkleidung in Containern gelagert werden. Das sind auch wieder 1000 Container, die sie auch dem Gelände ansammeln. Tepco überlegt, die abgelegte Schutzkleidung zu verbrennen.

weiterlesen

Staub aus Asien düngt Sierra Nevada

Trotz karger Böden gedeihen in der Sierra Nevada riesenhafte Mammutbäume. © Pixabay
Weitgereister Dünger: Die Böden in der Sierra Nevada in Kalifornien sind vergleichsweise karg – dennoch gedeihen hier erstaunlich viele Pflanzen, darunter sogar riesenhafte Mammutbäume. Wie das sein kann, haben Forscher nun herausgefunden. Demnach bringen Winde unter anderem nährstoffreichen Staub aus der Wüste Gobi in die Region. Dank dieser Nährstoff-Dusche sind die Pflanzen trotz des armen Untergrunds gut versorgt.

scinexx

Funktionstüchtige Wurzeln sind für Pflanzen überlebenswichtig. Mit ihnen nehmen sie nicht nur Wasser aus dem Boden auf, sondern auch wertvolle Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff. Diese Stoffe erfüllen essenzielle Aufgaben für den Stoffwechsel der Pflanzen. Ohne eine ausreichende Versorgung damit können Bäume, Büsche und Blumen nicht optimal gedeihen. Sie werden krank und sterben.

weiterlesen

Somuncu: „Erdogan riskiert einen Bürgerkrieg in Deutschland“

„Erdogan geht an Limit, er provoziert, dass die Situation eskaliert“: Serder Somuncu kritisiert den türkischen Präsidenten scharf © Yasin Bulbul/Presidential Press Service, Pool Photo via AP/Karlheinz Schindler
Serdar Somuncu kritisiert den türkischen Präsidenten scharf: Erdogan gehe ans Limit und riskiere so einen Bürgerkrieg in Deutschland, sagte der deutsch-türkische Satiriker dem stern. Auch vor Kollegenschelte scheut Somuncu nicht zurück.

stern.de

Der deutschtürkische Comedy-Star Serdar Somuncu wirft dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor, er riskiere einen Bürgerkrieg in Deutschland: „Stellen Sie sich vor, es stirbt nur ein Türke in Deutschland, ein AKP-Anhänger oder ein Nicht-AKP-Anhänger in einem innertürkischen Zwist. Wir hätten in einer Woche Krieg“, sagte Somuncu dem stern.  Erdogan gehe ans Limit. Er provoziere, dass die Situation eskaliert.

Somuncu kam im Alter von einem Jahr nach Deutschland. Für ihn sind die Deutschen noch immer unberechenbar. „Ich weiß nie: Mögen die jetzt Flüchtlinge oder nicht?“, so Somuncu im stern-Gespräch. „Sind die türkenfreundlich oder türkenfeindlich? Wenn die heute sagen: ‚Wir sind alle für Integration‘ – kann sein, dass die morgen Sarrazin wieder gut finden.“

weiterlesen

Wegducken hilft nicht gegen orientalische Despotie

Keine Freunde: Angela Merkel und Recep Tayyib Erdogan / picture alliance
Das Verhalten der deutschen Regierung angesichts der maßlosen Wuteruptionen Erdogans grenzt an politische Selbstverleugnung. Dass die Türkei in dieser Situation weiter mit europäischen Geldern subventioniert wird, ist geradezu ein Hohn

Von Klaus Strohmeyer | Cicero

Polizisten und Geheimagenten arbeiten mitunter „undercover“, im Geheimen, mit verdeckter Identität. Es scheint, das passt recht gut auf die politische Situation des sich im Augenblick in mehreren Konflikten politisch wegduckenden Deutschland. Von der deutschen Regierung wird dieses Verstecken der eigenen Identität zurzeit als alternativlose diplomatische Strategie ausgegeben. Vor allem im Konflikt mit der Türkei. Aber ist sie wirklich alternativlos?

Von vielen deutschen Bürgern wird diese Art politischer Klugheit, „Deeskalierung“ genannt, wohl eher als Opportunismus oder Konfliktscheue empfunden. Sie fühlen sich nicht angemessen repräsentiert, manche sogar im Stich gelassen. Müsste Regierungspolitik nicht darauf ausgerichtet sein, das Entstehen kollektiver Komplexe, unkontrollierbaren Groll und nagende Ohnmacht in der „Volksseele“ möglichst schon im Keim unschädlich zu machen?

weiterlesen

Humboldt-Uni bringt Islamische Theologie auf den Weg

Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Berlin ist ein Zentrum des Islam: 300.000 Muslime leben hier, es gibt rund 80 Gemeinden und 5.000 Kinder besuchen islamischen Religionsunterricht in der Schule. Was bislang fehlt ist eine akademische Ausbildung für Imame und Lehrer.

MiGAZIN

Die Weichen sind gestellt: Nach jahrelangen Diskussionen über eine fehlende universitäre Ausbildung islamischer Geistlicher in Berlin hat die Humboldt-Universität (HU) jetzt den Gründungsbeauftragten für ein Institut für Islamische Theologie benannt. Am Montag präsentierten Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und HU-Präsidentin Sabine Kunst den Historiker Michael Borgolte, der von 1991 bis 2006 Geschichte des Mittelalters an der Hochschule lehrte.

Der emeritierte Mediävist soll in den kommenden Monaten unter anderem die bereits bestehende Arbeitsgruppe zur Etablierung des Instituts, die Ausschreibung von vier geplanten Professuren sowie die Besetzung des Beirates koordinieren. Außerdem muss die „institutionelle Einbindung“ geklärt werden, also welcher Fakultät das Institut angegliedert wird.

weiterlesen

„Die größte und dichteste Echokammer ist der Journalismus“

Bild: heise.de/tp
Fragwürdige Auswahl und Gewichtung von Nachrichten, ein Festhängen an einmal aufgegriffenen Narrativen, eine Berichterstattung, die aus einem Einheitsbrei besteht: Im Telepolis-Forum zum Interview Es geht um ein verzweifeltes Rückzugsgefecht der klassischen Massenmedien mit dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz haben sich viele Leser zu Wort gemeldet und eine differenzierte Medienkritik geübt.

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Wie angekündigt hat Telepolis einige der Fragen, Gedanken und Anmerkungen der Leser aufgegriffen und diese in einer zweiten Interviewrunde dem Professor für Medienwissenschaft an der Technischen Universität Berlin gestellt.

Bolz knüpft direkt an die ausgewählten Anmerkungen der Leser an und stellt fest: „Es ist auch mein Eindruck, dass sich viele Leitmedien regierungsnah gerieren, bis hin zur Propaganda.“ Auch zukünftig wird Telepolis immer wieder bei Interviews die Sicht der Foristen aufgreifen und im Nachgang die Interviewpartner bitten, auf die ein oder Frage der Leser einzugehen. In einer Zeit, in der sich so manches Medium vor seinen Leser fürchtet, Foren schließt und versucht, die Meinung der Foristen abzuwerten oder zu ignorieren, soll in diesem Format gezeigt werden: Es geht auch anders.

Die Zeit, die die Leser sich nehmen, um im Forum ihre Sicht der Dinge mitzuteilen, soll nicht verloren sein. Oft genug verdienen es ihre Gedanken, weiter Gehör zu finden. Eine Möglichkeit ist, die Gedanken der Leser zu einer journalistischen Frage eines Interviews aufzuwerten und diese, zumindest holzschnittartig, mit in die journalistische Arbeit einfließen zu lassen. Telepolis erhofft sich so eine gehobene und inhaltstarke Debattenkultur in den Foren.

weiterlesen

Israel: Entsetzen über Missbrauch in ultraorthodoxen Gemeinden

Die israelische Polizei nahm 22 Personen wegen Missbrauchsvorwüfen fest. – (c) APA/AFP/MENAHEM KAHANA (MENAHEM KAHANA)
Die Polizei nahm 22 Personen in mehreren Städten fest. Die Gemeinden sollen die Missbrauchsfälle vertuscht haben und die Täter „einer Art Behandlung“ unterzogen.

Die Presse.com

In Israel sorgen Missbrauchsfälle in mehreren ultraorthodoxen Gemeinden für Entsetzen: Die Polizei hat am Montag nach eigenen Angaben 22 strenggläubige Juden festgenommen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren dutzende Kinder, Jugendliche und Frauen sexuell missbraucht haben sollen. Die ultraorthodoxen Gemeinden hätten die Taten vertuscht, erklärte die Polizei.

Die 22 Männer im Alter von 20 bis 60 Jahren stammen den Angaben zufolge aus Jerusalem, Beit Schemesch, Bnei Brak und der Siedlung Beitar Ilit im besetzten Westjordanland. Die mutmaßlichen Sexualstraftaten seien unter der Aufsicht von Rabbinern zunächst nur von Gemeindemitgliedern untersucht worden, berichtete die Polizei. Die Fälle wurden demnach auf kleinen Notizblöcken dokumentiert.

weiterlesen

Chips jetzt mit Hirn

Image: Baas et al Themenbild
Bald kommen die ersten neuromorphen Chips aus dem Labor ins richtige Leben. Die nach dem Vorbild von Gehirnen gebauten Chips erkennen Muster, sind lernfähig und brauchen extrem wenig Energie.

Von Christian Honey | Technology Review

Den IBM-Forschern konnte man nicht übertriebenes Marketing vorwerfen. Im August 2014 stellten sie ihren neuartigen Prozessor namens TrueNorth im Fachmagazin „Science“ vor und schrieben lediglich von seiner „neuromorphen“ Architektur, die den Elementen des Gehirns nachempfunden sei. Ansonsten aber waren die Autoren mit futuristischen Versprechen eher zurückhaltend: „Vielleicht können wir die heute existierenden Algorithmen für neuronale Netze effizient auf die Architektur übertragen.“ Dieses Jahr soll zeigen, dass sie falsch lagen – im positiven Sinn. Denn in den ersten neuromorphen Systemen wird sehr viel mehr stecken als ursprünglich vermutet.

Die Zurückhaltung rührte aus den Ursprüngen von TrueNorth. Sie liegen im 2005 gegründeten SyNAPSE-Projekt der Forschungseinrichtung Darpa des US-Militärs und damit lange vor den jüngsten Erfolgen in der künstlichen Intelligenz. Erst sieben Jahre später, im Jahr 2012, sollte eine Gruppe um Geoffrey Hinton von der Universität Toronto den ImageNet-Wettbewerb für die automatische Bilderkennung mit einem tiefen neuronalen Netzwerk gewinnen und dem „Deep Learning“ zu einem Durchbruch verhelfen.

weiterlesen

Burka-Verbot in Österreich

Österreich verbietet die Burka im öffentlichen raum. Foto: Frank Leonhardt (dpa)
Im öffentlichen Raum in Österreich ist künftig die Vollverschleierung verboten. Das umstrittene Verbot ist Teil eines neuen Integrationsprogramms.

Frankfurter Rundschau

Österreich verbietet die Vollverschleierung von Frauen im öffentlichen Raum. Das am Dienstag von der Regierung in Wien beschlossene und im Vorfeld heftig kritisierte Burka-Verbot ist Teil eines neuen Integrationsprogramms. Die rot-schwarze Regierung hatte sich nach ihrem Koalitions-Neustart im Januar auf die Eckpunkte des Pakets geeinigt. Neben der Burka, einem Ganzkörpergewand, sind noch weitere Kleidungsstücke, die das Gesicht von Frauen verhüllen, im öffentlichen Raum verboten.

Gemäß dem neuen Programm ist auch das Verteilen von Koranen künftig untersagt. Außerdem sieht das Paket ein verpflichtendes Integrationsjahr vor, in dem spezielle Deutsch- und Wertekurse besucht werden sollen. Die Maßnahmen gelten für anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive.

weiterlesen

Hausmaus: Heimlicher Nutznießer seit 15.000 Jahren

Die Hausmaus ist schon seit rund 15.000 Jahren ein Mitbewohner des Menschen. Sie profitierte vom Wechsel unserer Vorfahren zur sesshaften Lebensweise. © George Shuklin/ CC-by-sa 1.0
Heimlicher Mitbewohner: Der Siegeszug der Hausmaus begann schon vor rund 15.000 Jahren in der Levante. Denn als dort die ersten Jäger und Sammler sesshaft wurden, profitierten die Hausmäuse davon: Im Umfeld des Menschen verdrängten sie alle anderen Wildmausarten und wurden erstmals zu unseren Mitbewohnern, wie Fossilfunde belegen. Ihre Erfolgsgeschichte begann damit schon Jahrtausende bevor der Mensch die Landwirtschaft erfand.

scinexx

Ob Rinder, Schafe oder das Getreide: Als unserer Vorfahren von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern wurden, begann auch die Ära der Domestikation: Immer mehr nützliche Tier- und Pflanzenarten wurden durch gezielte Zucht an die Bedürfnisse der frühen Landwirte angepasst. Doch neben den Haus- und Nutztieren etablierten sich mit der Sesshaftigkeit auch unfreiwillige und meist eher unauffällige Begleiter des Menschen: Vorratsschädlinge und Parasiten wurden zu Mitbewohnern.

weiterlesen

Evangelische Allianz: Messianische Juden nicht ausgrenzen

Leuchter, der Davidstern und der Fisch. Messianische Juden

Messianische Juden und Christen gehören nach Einschätzung der Deutschen Evangelischen Allianz zusammen.

evangelisch.de

Die Evangelische Allianz stelle sich einstimmig hinter die Erklärung der württembergischen „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde„, teilte das theologisch konservative Bündnis am Dienstag in Bad Blankenburg mit. Zur Begründung erklärte der Vorsitzende Ekkehart Vetter, eine Ausgrenzung messianischer Juden, wie sie in weiten Teilen der evangelischen Landeskirchen geschehe, und die Nicht-Zulassung zum Deutschen Evangelischen Kirchentag dürften nicht länger still hingenommen werden.

weiterlesen

SS-Spruch in Todesanzeige: Freispruch für „Aula“-Geschäftsführer

Titelblatt der aktuellen “Aula“-Ausgabe – (c) Screenshot
Ein ehemaliges SS-Mitglied wurde in seiner Todesanzeige als „Untersturmführer“ mit dem Satz „Seine Ehre hieß Treue“ gewürdigt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Presse.com

Der „Aula“- Geschäftsführer ist am Dienstag im Grazer Straflandesgericht vom Vorwurf der Wiederbetätigung freigesprochen worden. Er hatte eine Todesanzeige an eine Zeitung weitergeleitet, in der ein „Untersturmführer“ betrauert wurde. „Seine Ehre hieß Treue“ war da auch zu lesen, und das reichte für eine Anklage, von der ihn die Geschworenen allerdings einstimmig freisprachen.

Die Anzeige erschien im Mai 2015 in der „Kleinen Zeitung“ und sorgte für einige Irritation: Unter dem Namen des Verstorbenen stand nämlich „Untersturmführer“, das Geburts- und das Sterbedatum waren mit Runen versehen und zuletzt war noch zu lesen: „Seine Ehre hieß Treue!“ Gestorben war ein 95-jähriger Steirer, der laut Staatsanwalt Johannes Winklhofer „ein glühender Anhänger der Nazis war.“

weiterlesen

This Map Will Show If Your Web Traffic Passes Through an NSA Listening Post

Image: MOTHERBOARD
IXmaps wants to “make visible the secret, dangerous, often illegal forms of surveillance that are increasingly becoming part of everyday life.”

By Farnia Fekri | MOTHERBOARD

Internet data pinballs across national borders, and for Canadians this means potentially exposing it to eavesdropping by US-based corporations and the National Security Agency.

Now, an interactive mapping tool named Internet Exchange Mapping (IXmaps), re-launched for public use today, will show you how—and how easily—you data can be spied on by tracing the oftentimes byzantine routes data takes when traversing the internet.

IXmaps looks at what are known as traceroutes, the geographic path data takes when bouncing through internet exchanges—buildings connecting the most important internet cables. The NSA for example, is known to have installed listening posts in some of these buildings, and can listen in on the data that passes through.

read more