Eine fatale Entscheidung des Presserats


Sais Rezek © Privat, bearb. MiG
Der Presserat hat die Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern geändert. Herkunft und Religion von Straftätern sollen in Zukunft genannt werden, wenn ein begründetes öffentliches Interesse vorliegt – eine fatale Entscheidung.

Von Said Rezek | MiGAZIN

Ich höre die Sektkorken einiger Redaktion immer noch knallen und die besorgten Bürger immer noch jubeln, nachdem die Richtlinie 12.1 des Pressekodex geändert wurde. Zuvor sollte die Herkunft von Straftätern und Verdächtigen nur genannt werden, wenn ein „begründeter Sachbezug“ zur Straftat bestand. Mittlerweile ist das „begründete öffentliche Interesse“ ausschlaggebend.

Soll heißen: Wenn sich die Bürger der Bundesrepublik beispielsweise für die jüdische oder muslimische Religionszugehörigkeit eines kriminellen interessieren, dann ist die Nennung gerechtfertigt. Selbst wenn die Religion keine Rolle bei der Begehung einer Straftat spielt.

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