Was Rechtspopulismus und Islamismus gemein haben


Der Publizist und Historiker Volker Weiß sagt, der Kampf gegen den Islam sei eigentlich der Kampf gegen Migration Quelle: dpa
Der Historiker Volker Weiß sieht eine „globale konservative Revolution“, die sogar schon das Weiße Haus erreicht hat. Islamismus und die „Neue Rechte“ sind für ihn dabei zwei Seiten der gleichen Medaille.

DIE WELT

Über Jahrzehnte hat die sogenannte „Neue Rechte“ ihre Ideen zu Familie, Gesellschaft und Staat gepflegt. Jetzt erlangt sie neue Wirksamkeit, wie der Historiker und Publizist Volker Weiß sagt.

Jetzt springe sie auf die großen Debatten etwa um Flüchtlinge und Migration auf, erläuterte er im Interview. Dabei gebe es durchaus Ähnlichkeiten zu Entwicklungen im islamischen Kulturraum. Für sein Buch „Die autoritäre Revolte“ tauchte er tief in die Geschichte der „Neuen Rechten“ ein.

Können Sie erklären, wer oder was die „Neue Rechte“ ist?

Volker Weiß: Die „Neue Rechte“ ist eine politische Strömung am rechten Rand der politischen Landschaft, die sich in den 70er-Jahren gebildet hat, als die sogenannte alte Rechte, die man gemeinhin mit dem Nationalsozialismus verbindet, am Ende angekommen war. Die „Neue Rechte“ war der Versuch einer auch intellektuellen Wiederbegründung rechten Denkens in Deutschland und in Europa.

Es ist der Versuch, gewissermaßen unter Umschiffung des Themas Nationalsozialismus, Judenvernichtung, Zweiter Weltkrieg, rechtes Denken wieder zu begründen, hauptsächlich unter Rückgriff auf Theoretiker aus den 20er Jahren, aber bis hin ins 19. Jahrhundert.

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