Mehr Suizidversuche von Flüchtlingen in Bayern


  • 2016 haben in Bayern 158 Flüchtlinge versucht, sich selbst zu töten. Das geht aus einer Landtagsanfrage der Grünen hervor.
  • Ob die Versuche im Kontext mit drohenden Abschiebungen zu sehen sind, geht aus der Statistik nicht hervor.
  • Kritik von den Grünen, die in diese Richtung zielte, wies das Sozialministerium als „haltlosen und ehrverletzenden Vorwurf“ zurück.
  • Experten sehen die Abschiebepraxis der bayerischen Staatsregierung dennoch mit Skepsis.

Von Dietrich Mittler | Süddeutsche.de

In Bayern haben im Vorjahr 158 Flüchtlinge einen Suizidversuch unternommen, weitere vier starben dabei. Dies geht aus einer Landtagsanfrage der Grünen hervor. „Das ist mehr als eine Verdreifachung gegenüber den Vorjahren“, sagte Christine Kamm, die asylpolitische Sprecherin der Grünen. Mitverantwortlich für diese Entwicklung macht Kamm die bayerische Asylpolitik. „Die Politik der Staatsregierung treibt die Menschen in die Verzweiflungstaten“, sagte sie. Das Sozialministerium erklärte am Freitag: „Zu solch einem haltlosen und ehrverletzenden Vorwurf werden wir uns nicht äußern.“ Die Zunahme der Fallzahlen erkläre sich möglicherweise auch durch „die Zunahme der Zahl der untergebrachten Asylbewerber insgesamt“.

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