Vince Ebert extrapoliert: Was wäre, wenn es keine Religion gäbe?


Vince Ebert 2007. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0 de/Frank Eidel

Religion ist ein allgegenwärtiges Thema. Sie wird für vieles herangezogen, verantwortlich gemacht oder als Lösung vorgeschlagen. Vince Ebert wagt ein Gedankenspiel …

Von Vince Ebert | Spektrum.de

Unterhält man sich mit tiefreligiösen Menschen, so sind viele der Meinung, dass es vor allem der Glaube ist, der uns zu moralischen Wesen macht. Demnach würde durch den Wegfall jeglicher Religion unter den Menschen das reinste Chaos ausbrechen.

Die Wissenschaft ist da ganz anderer Ansicht. Vor einigen Jahren haben Verhaltensbiologen beobachtet, dass Vampirfledermäuse ihre Nahrung – das Blut von Rindern – mit ihren hungrigen Artgenossen teilen, indem sie es wieder hervorwürgen. Interessanterweise teilen sie aber nur mit denen, die ihnen vorher ebenfalls etwas abgegeben haben. Diejenigen Tiere, die fair teilen, verhungern nicht. Die unfairen dagegen bleiben blutleer auf der Strecke. Da man nicht davon ausgehen kann, dass die kleinen Blutsauger irgendeiner Art von Religion angehören, bleibt nur eine einzige Schlussfolgerung: Fairness und Moral sind eindeutig biologisch und ganz und gar nicht religiös angelegt.

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