Klimawandel: Bischöfe und eine evangelikale Expertin mahnen

Der Klimawandel ein Märchen? Das meinen Entscheidungsträger der US-Regierung, und auch viele evangelikale Christen sehen keine Gefahr im Verzug, da Gott alles im Griff habe. Gegen solches Denken regt sich Widerstand.

domradio.de

Schon Mitte Februar hatte die katholische Bischofskonferenz in den USA an die Regierung von US-Präsident Donald Trump appelliert, „die Schöpfung zu bewahren“. In einem Brief der Bischöfe an US-Außenminister Rex Tillerson hieß es: „Die jüdisch-christliche Tradition hat die Umwelt immer als Geschenk Gottes verstanden, und wir alle sind aufgerufen, unser ‚gemeinsames Haus‘ zu schützen.“

Jetzt, nachdem Trump am 28. März per Dekret zahlreiche Umweltschutzmaßnahmen seines Amtsvorgängers Barack Obama zurückgenommen hatte, reagierten die US-Bischöfe empört: „Mit diesem jüngsten Dekret riskiert die US-Regierung Schäden für unsere Luft, unser Wasser und, was am Wichtigsten ist, für unser Volk, vor allem die Armen und Schwachen.“

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Autistische Kinder misshandelt: Gefängnis für Gruppenleiterin

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Wegen Misshandlung und gefährlicher Körperverletzung schutzbefohlener autistischer Kinder und Jugendlicher hat das Landgericht Düsseldorf drei frühere Mitarbeiter einer Jugendhilfeeinrichtung zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Die ehemalige Leiterin, ein Betreuer und eine Erzieherin hätten nicht im Rahmen einer Therapie, sondern strafbar gehandelt, befand das Gericht am Dienstag nach 34 Tagen Hauptverhandlung. (AZ: 7 KLs 6/13)

evangelisch.de

Die Vorfälle ereigneten sich in der Zeit von August 2006 bis Mai 2008. Die schwer erziehbaren autistischen Kinder, die der Obhut der evangelischen Jugendhilfeeinrichtung Educon in Hilden anvertraut waren, waren damals zwischen sechs und 16 Jahre alt. Für die Richter steht fest, dass die Angeklagten die Kinder beispielsweise über Stunden festhielten, ihnen Schmerzen durch Umdrehen des Arms zufügten oder sie durch Bespritzen mit Wasser in Augen und Mund quälten. Die Angeklagten hätten die Kinder verhöhnt und verspottet, erklärten die Richter. Ein Kind sei in der sogenannten Teppichrunde immer wieder bis zur Erschöpfung vom Stuhl gestoßen worden.

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US-Regierung erwägt verschärfte Handykontrollen bei Einreise

Image: NBCNews/YouTube
Bei der Einreise in die USA könnten Ausländer künftig dazu gezwungen werden, ihre Kontakte und Passwörter in sozialen Netzwerken preiszugeben sowie Fragen zu ihrer Weltanschauung zu beantworten.

Frankfurter Rundschau

Die US-Regierung erwäge diese Maßnahmen, um die Sicherheitskontrollen zu verschärfen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Änderungen könnten dem Bericht zufolge möglicherweise auch für die 38 Länder gelten, die Teil des Visa-Waiver-Programmes (ESTA) sind. Dann wäre auch Deutschland betroffen.

Blutprobe im Bernstein

Diese Zecke hat das Blut eingesammelt – und wurde gemeinsam mit den Säuger-Zellen konserviert. © George Poinar
Außergewöhnlicher Fund: In einem 20 bis 30 Millionen Jahre alten Bernstein haben Forscher zum ersten Mal überhaupt konserviertes Blut eines Säugetiers entdeckt. Die Zellen sind mitsamt einer vollgesaugten Zecke in dem erstarrten Baumharz eingeschlossen – und halten eine weitere Überraschung bereit. Denn in dem Blut sind zudem krankmachende Babesien enthalten. Diese Parasiten infizieren noch heute die roten Blutkörperchen von Mensch und Tier.

scinexx

Das zu Bernstein erstarrte prähistorische Baumharz ist eine echte Zeitkapsel. Was einst in ihm eingeschlossen wurde, bleibt über Jahrmillionen konserviert. Ob Giftblume, Vogelflügel oder Dinosaurierschwanz: Die Bernstein-Fossilien öffnen immer wieder ein Fenster in eine vergangene Welt und versorgen Wissenschaftler mit wertvollen Einblicken.

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50 Jahre „Verschwörungstheoretiker“

Bild: heise.de/tp
Ausgerechnet der „1. April“ ziert als Datum das CIA-Dokument 1035-960, in welchem die CIA 1967 den Begriff „Conspiracy Theory“ – „Verschwörungstheorie“ – einführte. Sie reagierte damit auf das verbreitete Unbehagen über die offizielle Interpretation des Kennedy-Attentats.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Nach Präsentation des Warren-Reports, der maßgeblich von CIA-Mastermind Allen Dulles geprägt war, erschien eine Welle von Büchern, die bei damals 46% der US-Bürger Zweifel an der Alleintäterschaft Oswalds verursachte.

In Langley fürchtete man nicht nur um das Ansehen des Staates und des vom Attentat profitierenden Nachrückers Präsident Johnson, sondern auch um den Ruf der eigenen Organisation. Denn etliche dieser Theorien deuteten auf die CIA. Daher entwarf der US-Geheimdienst eine Handreichung, wie Zweifler am Warren-Report zu begegnen sei, etwa auch im Ausland.

Die CIA schlug ihrem Personal vor, das Thema diskret mit den ausländischen Eliten und Medienvertretern zu diskutieren. Diesen gegenüber solle der Warren-Report als substantiiert gepriesen und „Conspiracy Talk“ als kommunistische Propaganda hingestellt werden. Dem Dokument war eine Sammlung an freigegebenem Material beigefügt, das die positive Bewertung des Warren-Reports stützen sollte.

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Event Horizon Telescope: Erste Abbildung eines Schwarzen Lochs beginnt

Bild: NASA/public domain
Auch wenn es viele Darstellungen gibt, eine reale Abbildung eines Schwarzen Loches existiert bislang nicht. Nun beginnen Forscher mit einem ambitionierten Versuch: Abgebildet werden soll die direkte Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Von Martin Holland | heise online

Wissenschaftler wollen vom heutigen Dienstag an mit einem weltumspannenden Netzwerk von Teleskopen zehn Tage lang die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs machen. Das Netzwerk des Event Horizon Telescopes soll dazu bis zum 14. April wiederholt auf insgesamt sechs Schwarze Löcher gerichtet werden, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit. Teilnehmende Teleskope stehen am Südpol, in Chile, Spanien, Mexiko und den USA. Die Ergebnisse werden von zwei Supercomputern in Deutschland und in den USA zusammengerechnet.

Das Zentrum der Milchstraße

Primäres Ziel ist das rund 26.000 Lichtjahre entfernte, etwa 4,5 Millionen Sonnenmassen schwere Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie: Sagittarius A*. Das entstehende Bild soll die direkte Umgebung des sogenannten Ereignishorizonts zeigen, verschlingt das Schwarze Loch selbst doch alles – auch Licht. Einfallendes Material wird am Ereignishorizont („Event Horizon“) so stark beschleunigt, dass es intensive Strahlung abgibt. Die sollen die Radioteleskope empfangen. Bis das daraus rekonstruierte Bild veröffentlicht werden dürfte, werden aber Monate vergehen. Die Europäische Südsternwarte, die mit dem ALMA beteiligt ist, will das Projekt mit Blogeinträgen begleiten.

Moscheen: Der Klischeereport

Fazle-Omar Moschee Hamburg. Bild: Daudata / gemeinfrei
In einer mehrteiligen Fernsehreihe fragt der Journalist Constantin Schreiber nach demokratiefeindlichen Aktivitäten in deutschen Moscheen. Sein Report verrät mehr über die Vorurteile des Autors als über die von Muslimen

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Was wird in deutschen Moscheen gepredigt und wie tragen sie zur Integration bei? Diesen Fragen will der ARD-Moscheereport (siehe Spahn: „Wir müssen wissen, was in Moscheen passiert“) nachgehen.

Eigentlich wirkt der Autor und Moderator Constantin Schreiber wie gemacht für ein Format wie dieses. Schreiber spricht Arabisch, hat in vielen Ländern des Nahen Ostens gearbeitet. Mit seiner mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Sendung „Marhaba“ erarbeitete er sich das Image eines Vermittlers zwischen Flüchtlingen und Deutschen. Im Minenfeld der Islamberichterstattung galt er bisher als gleichermaßen kompetent wie unverbraucht.

Bis zum vergangenen Montag. Da strahlte die ARD den ersten Teil von Schreibers „Moscheereport“ aus. „Wer predigt dort, wer geht dort hin, was wird dort gepredigt und welche Rolle spielen Moscheen bei der Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft?“, wollte der frisch ernannte Tagesschau-Moderator wissen und besuchte 13 der rund 2.500 deutschen Moscheen.

Fremd sei diese Welt, erklärt er zu Anfang und tut in den folgenden 15 Minuten alles, damit sie das für den Zuschauer auch bleibt. „Es ist eine Schwelle, die nur wenige Deutsche überschreiten“, macht Schreiber gleich im ersten Satz die Fronten klar: Hier die Deutschen, dort die Muslime. Es ist ein Duktus, den Schreiber für den Rest der Reportage nicht wieder verlassen wird.

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Botschaft von Yücel: „Isolationshaft“ und „faktisches Briefverbot“

Vor dem ersten Besuch eines deutschen Diplomaten bei dem in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel hat sich der Journalist für die große Solidarität bedankt.

Frankfurter Rundschau

In einer Botschaft von ihm hieß es: „Auch wenn ich weiterhin in Isolationshaft gehalten werde und auch wenn das faktische Briefverbot fortbesteht, dringt die vielfältige Unterstützung, die Sie mir und meinen in der Türkei inhaftierten Kollegen zukommen lassen, bis hierher durch. Dafür meinen großen, herzlichen Dank!“ Heute besucht der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, Yücel im Gefängnis.

Linda Sarsour oder der vermeintliche Feminismus

Bild: RDF
Es dürfte den meisten Lesern bekannt sein, dass kurz vor der Wahl Donald Trumps eine Aufnahme veröffentlicht wurde, auf der er unmögliche Dinge über Frauen aussprach.

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Seine dort zu hörende Aussage „Grab them by the pussy!“ hat weltweit nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern Entsetzen und Empörung ausgelöst. Ich gehöre selbstverständlich auch zu diesen empörten Menschen und ich kann es nicht mit Worten beschreiben, wie unmöglich, unterirdisch primitiv und widerlich ich eine solche Aussage finde. Wenn ich seine Worte nochmals höre, stehen mir heute immer noch die Nackenhaare hoch und ich kann mich immer wieder aufs Neue darüber aufregen.

Nach der Wahl Donald Trumps, der so etwas Frauenverachtendes gesagt hatte, war es meines Erachtens nur richtig, dass Frauen in Amerika aber auch anderswo auf der Welt gegenüber diesem Mann und seinem sexistischen Frauenbild eine angemessene Reaktion zeigten. Es entstand die Women’s March Bewegung und viele Frauen weltweit, insbesondere natürlich in den Vereinigten Staaten, gingen teilweise mit ihren selbstgestrickten Pussyhats, die eine humorvolle Anspielung auf Donald Trumps Äußerung waren, auf die Straße, um gegen ihn zu protestieren. So weit so gut.

Im Ko-Präsidium dieser mittlerweile weltweit agierenden Organisation sitzt eine Frau namens Linda Sarsour, die bereits seit einiger Zeit in islamistischen Lobbygruppen in den Vereinigten Staaten aktiv ist, die insbesondere der Muslimbruderschaft nahestehen. Es existieren viele unglaubliche wenn nicht gar schockierende Äußerungen von Linda Sarsour, insbesondere auf  ihrem Twitter-Account, die ihr Amt als Ko-Präsidentin bei einer global agierenden Frauenbewegung als höchst fragwürdig erscheinen lassen. Ich will dabei nur auf eine Äußerung eingehen. Sollte sich der Leser für weitere Aussagen und deren Bedeutung interessieren, empfehle ich diesen Blog-Artikel in englischer Sprache. Für weitere Informationen hilft sicher auch Google weiter. Beim vorliegenden Artikel werde ich bewusst keine weiteren Links über sie angeben, insbesondere deshalb nicht, weil viele Online-Artikel über Linda Sarsour aus einem rechten politischen Spektrum stammen. Ich tue das mit dem alleinigen Zweck, dass man mir nach der Lektüre des vorliegenen Blog-Artikels nicht vorwerfen kann, ich hätte mich auf Breitbart oder FoxNews abgestützt. Die Hauptquelle, die ich hier benützt habe, ist die New York Times.

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Der „Islamische Staat“ nach dem Untergang seines „Kalifats“

IS-Propagandabild, das Kampf in Mosul zeigen soll.
Nach Ansicht eines Nato-Mitarbeiters wird sich der IS verbreiten und kriminelle Strukturen zur Geldbeschaffung etwa durch Cyberkriminalität aufbauen, ein neues Kalifat müsse verhindert werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Fall von Mosul ist absehbar, auch Raqqa dürfte, wenn es nicht zu einer anderen geopolitischen Lage kommt, in den nächsten Monaten von der Kontrolle des Islamischen Staats befreit werden – allerdings zum Preis von weiteren Flüchtlingen, vielen Toten auch unter Zivilisten und der großräumigen Verwüstung von Gebäuden und Infrastruktur. Wie weit der IS dann noch andere Gebiete kontrollieren kann, ist fraglich. In das Vakuum werden andere islamistische und schiitische Milizen einrücken, die sunnitischen Gruppen werden Teile der IS-Kämpfer aufnehmen, der IS selbst wird in den Untergrund abtauchen und versuchen, noch stärker als bislang in anderen muslimischen Ländern Fuß zu fassen.

Das ist absehbar, klar ist auch, dass der Verlust des „Kalifats“ als kontrolliertes Territorium auch finanziell erheblich für die Terrorgruppe durchschlagen wird. Sie hat jetzt schon einen wesentlichen Teil der Einkünfte durch Gebietsverlust, Bewegungseinschränkung, Verlust von Staudämmen und Bombardierung von Zielen wie Tankwagen und Ölquellen verloren, auch wenn etwa durch Geiselnahmen, Fluchtgelder oder Schmuggel noch einiges in die Kassen kommen wird.

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Dodo Müller: Kirche nicht bloß humanitäre Organisation

Gerhard L. Müller links im Bild
Präfekt der Glaubenskongregation bei Tagung zu 50 Jahre „Populorum progressio“ im Vatikan: „Frömmigkeit gegen Gott und Verantwortung für die Welt untrennbar in Christus verbunden“

kath.net

Die katholische Kirche darf nach den Worten von Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller nicht auf eine „humanitäre Nichtregierungsorganisation“ reduziert werden. Aus christlicher Sicht seien „Frömmigkeit gegen Gott und Verantwortung für die Welt untrennbar in Christus verbunden“, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation am Montag bei einer Tagung im Vatikan. Nichtsdestoweniger gehe es um den Aufbau einer humanen Gesellschaft. Die Kirche sei nur in dem Maß wirklich Kirche, in dem sie „Kirche für die anderen“ sei.

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Warum das Brandenburger Tor nicht die russische Flagge zeigt

Nach den Anschlägen in Paris, Brüssel und London wurde das Brandenburger Tor in Berlin in den jeweiligen Landesfarben getaucht – ein Ritual der Solidarität. Doch diesmal blieb das Wahrzeichen dunkel.

DIE WELT

Nach dem Anschlag in der U-Bahn von St. Petersburg ist das Brandenburger Tor am Abend nicht in den russischen Nationalfarben angestrahlt werden. Das teilte ein Senatssprecher mit. St. Petersburg sei keine Partnerstadt von Berlin, hieß es zur Begründung. Davon solle nur in Ausnahmefällen abgewichen werden.

Nach den Anschlägen in Paris, Brüssel, London, Istanbul (Partnerstädte von Berlin), Nizza und Jerusalem war das Berliner Wahrzeichen in Solidarität mit den Betroffenen in den Nationalfarben der jeweiligen Länder angestrahlt worden.

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Deutsche Babys schreien weniger als andere

Nach drei Monaten ist das Schlimmste vorbei Quelle: Getty Images/Cultura RF
In den ersten Lebenswochen weinen viele Kinder ohne erkennbaren Grund. Forscher haben nun untersucht, ob Babys auf der ganzen Welt gleich viel jammern – und erstaunliche Unterschiede gefunden.

Von Caroline Ring | DIE WELT

Drei Monate müssen frischgebackene Eltern in der Regel durchhalten – dann haben sie das schlimmste Geschrei ihrer Kinder überstanden. So sagt es jedenfalls die Legende von der „Dreimonats-Kolik“, die entgegen ihrem Namen nichts mit Verdauungsproblemen bei Neugeborenen zu tun hat.

Viel wahrscheinlicher sind die Kleinen mit den übermäßigen Reizen aus ihrer Umwelt überfordert. „Regulationsstörungen“ bringen sie dann zum übermäßigen Brüllen und Jammern – so erklärt es zumindest der heutige Kenntnisstand. Dass diese Phase tatsächlich nur zwölf Wochen anhält, konnten nun britische Forscher zeigen: Sie verglichen Studien, in denen Eltern mit Hilfe von Tagebüchern die Schreidauer ihrer Babys dokumentiert hatten. So konnten sie Daten von knapp 8700 Kleinkindern aus neun verschiedenen Ländern auswerten.

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ARD will mit Faktenfinder-Portal gegen Fake News kämpfen

(Bild: Screenshot) heise.de
Falschnachrichten, Halbwahrheiten und Hetze verbreiten sich schnell über soziale Netzwerke. Die ARD will auf einem neuen Portal solche Geschichten entlarven.

Von Axel Kannenberg | heise online

Mit dem neuen Online-Portal Faktenfinder will die ARD Falschmeldungen, die gezielt im Netz gestreut werden, den Kampf ansagen. Dabei sollen vier Redakteure den Geschichten nachgehen und ihre Recherche-Ergebnisse dazu transparent darlegen. Daneben bietet die Plattform auch allgemeine Beiträge und Informationen, die Bürgern das Erkennen von „Fake News erleichtern sollen.

„Aufgabe von Journalisten“

„Der Kampf gegen gezielte Falschmeldungen und Desinformation lässt sich nicht durch Gesetze gewinnen. Es ist vielmehr Aufgabe von Journalisten und Medien, über dieses Problem aufzuklären“, erklärte Tagesschau.de-Redakteur Patrick Gensing in einem Beitrag zum Start der Plattform. Man wolle mit dem Projekt zunächst auch ergründen, wie groß das Problem in Deutschland tatsächlich sei. Bei jeder als falsch erkannten Geschichte, prüfe das Team die Relevanz – die Frage sei etwa, ob man durch die Thematisierung nicht auch erst zur Verbreitung der Fake News beitrage.

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With God on Their Side: How Evangelicals Entered American Politics

Billy Graham preaching at Madison Square Garden, 1957. (Photo: Cornell Capa / International Center of Photograph)
When Jimmy Carter described himself as “born again” in his 1976 run for president, most academics and journalists had a vague idea of what he meant, but few experts on religion could be found within their precincts. Back in those days presidential candidates kept their faith to themselves unless, like John F. Kennedy or George Romney, they were adherents to a religion historically disdained by the Protestant majority.

By Alan Wolfe | State and Church

Here’s a quiz: What is the faith of Carter’s running mate, Walter Mondale? (It is not Lutheranism, the dominant religion of his home state of Minnesota.) If Mondale were running today, you would know.

In the same year in which Carter ran for president, Jerry Falwell, then emerging as a leader of the religious right, claimed that the notion that religion and politics should be kept apart “was invented by the Devil to keep Christians from running their own country.” The Devil having been last seen on American shores conversing with Daniel Webster in Stephen Vincent Benét’s 1937 short story, Falwell was actually suggesting that modern American politics would be taking a radically new direction. He was correct: We now expect confessional declarations from our candidates, even if, as in Donald J. Trump’s case, they lack any shred of spiritual sensibility.

Frances FitzGerald’s “The Evangelicals: The Struggle to Shape America” is a 700-page historical overview of the conservative Protestantism that has become so omnipresent in our public life, including its offshoots in fundamentalism and Pentecostalism. It is, simply put, a page turner: FitzGerald is a great writer capable of keeping a sprawling narrative on point, even as it descends into discussions of Keswickian holiness, pretribunalist rapture and theonomic governance. (Don’t ask.) Anyone curious about the state of conservative American Protestantism will have a trusted guide in this Bancroft and Pulitzer Prize winner who has previously written about Vietnam, Ronald Reagan’s Strategic Defense Initiative and American textbook controversies. In addition, FitzGerald clearly took her time; she reports on a visit to an important religious site as early as September 1987. We have long needed a fair-minded overview of this vitally important religious sensibility, and FitzGerald has now provided it.

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Großbritannien verliert bei Gibraltar die Contenance

Vor etwa 300 Jahren fiel „The Rock“, wie die Briten ihre Exklave Gibraltar nennen, an das Königreich Quelle: REUTERS
Europa steht vor einer absurden Situation: Die Briten vergaßen beim EU-Austrittsgesuch ihre Exklave Gibraltar. Nun überreagiert London, die erste Kriegsdrohung gibt es bereits. Willkommen in der Realität des Brexit.

DIE WELT

Die Vermutung liegt zwar nahe, ist aber falsch. Diesmal waren sie es nicht. Ausnahmsweise tragen die britischen Boulevardzeitungen einmal keine Schuld an der Eskalation. Denn der Vorschlag, in den Krieg gegen Spanien zu ziehen, stammt nicht aus der Feder eines die Zuspitzung liebenden, skrupellos agitierenden, im harten Konkurrenzkampf der Blätter versierten Scharfmachers der Fleet Street in London.

Nein, es war Michael Howard. Der ehemalige Vorsitzende der Konservativen Partei, der sich seit sieben Jahren Baron Howard of Lympne nennen darf, brachte den Krieg von seinem cremefarbenen Wohnzimmersofa aus ins Spiel.

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Zahl der zuzahlungsbefreiten Medikamente fast halbiert

Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Die Zahl der von der gesetzlichen Zuzahlung befreiten rezeptpflichtigen Medikamente hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast halbiert.

Frankfurter Rundschau

Mitte Dezember 2011 habe diese Zahl bei 7252 gelegen, Mitte Januar 2017 bei 3706, teilte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung in Berlin mit. Ähnliche Zahlen hatte die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf den Arzneimittelherstellerverband Pro Generika und den Apothekerverband ABDA genannt. Nach dem Bericht leisteten die Patienten im vergangenen Jahr 2,143 Milliarden Euro an Zuzahlungen.

Oktopusse: Die Aliens sind unter uns

Um Feinde zu verscheuchen, ahmt Wunderpus photogenicus giftige Meerestiere wie etwa Feuerfische nach. (Foto: SILKE BARON; Prilfish / Flickr / CC by 2.0)
Acht Arme, drei Herzen, ein Gehirn bis in die Arme: Sie sind so bizarr, als wären sie Wesen von einem anderen Stern. Zugleich beeindrucken Oktopusse, Kraken und Kalmare durch Feinfühligkeit und Intelligenz.

Von Patrick Illinger | Süddeutsche.de

Acht Arme, manchmal auch zehn, dazu drei Herzen und ein Gehirn, das nicht nur im Kopf steckt, sondern bis in die äußersten Extremitäten verästelt ist. Farbe und Musterung der Haut passen sich in Sekundenbruchteilen der Umgebung an. Knochen haben sie keine, aber ein knackiges Gebiss. Und für die Fortbewegung steht ein Düsentriebwerk zur Verfügung. Braucht es noch mehr anatomische Details, um solche Wesen zweifelsfrei als Aliens zu identifizieren? Als nicht von dieser Welt?

Tatsächlich sind Cephalopoden, zu Deutsch Kopffüßler, und unter ihnen besonders der Oktopus, seit Millionen Jahren feste Bewohner der irdischen Biosphäre. Wer diese Kreaturen nur als Salat beim Griechen kennt oder als Monster aus alten Seefahrergeschichten, wird dem biologischen und philosophischen Phänomen Oktopus nicht gerecht. Es ist, als hätte die Evolution vor Urzeiten zwei Experimente gestartet, das eine führte zum Menschen, das andere zum Tintenfisch. Der letzte gemeinsame Vorfahr beider Spezies muss ein wurmartiger Glibber gewesen sein, der vor 600 oder 700 Millionen Jahren lebte – lange vor der kambrischen Explosion, die erdgeschichtlich als Urknall der Artenvielfalt gilt. Heute existieren Oktopusse in allen Größen, Farben und Formen. Von wenigen Zentimetern bis zu den sieben Metern Spannweite des Pazifischen Oktopus reicht ihre Größenskala. Noch größere Cousins, oft fälschlich als „Riesenkraken“ betitelt, sind tatsächlich Kalmare, deren Anatomie sich vom Oktopus unterscheidet.

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Bauantrag für Erfurter Moschee gestellt

Der erste Neubau einer Moschee in Thüringen rückt näher – trotz der zum Teil heftigen Proteste dagegen.

evangelisch.de

Die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Erfurt habe in der vergangenen Woche einen Bauantrag bei der Stadtverwaltung eingereicht, sagte Gemeindesprecher Suleman Malik am Montag in Erfurt. Man rechne nun mit fünf bis sechs Monaten Prüfung. Deshalb sei in diesem Jahr noch nicht mit dem Baubeginn der Moschee zu rechnen, erklärte der Bundesvorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Uwe Wagishauser.

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Liberals and Conservatives Are Reading Totally Different Science Books

Image: MOTHERBOARD
In a new study, researchers were hoping science would be a bridge. That didn’t happen.

By Farnia Fekri | MOTHERBOARD

Donald Trump’s stunning win over Hillary Clinton in the US election woke large factions of liberals to the fact that they didn’t understand their counterparts—and vice versa. Anyone who’s sat with a slightly racist, well-meaning uncle over Thanksgiving dinner knows the feeling.

The election showed that the dangerous echo chambers that keep people from interacting with—or understanding—their ideological opposites don’t end with Twitter and Facebook. Information bubbles of conservatives and liberals are affecting the kinds of science texts they consume: a new study in Nature Human Behaviour analyzed millions of books purchased online and found a divide between what liberals and conservatives are reading.

„The backdrop is the increasing political polarization of the population,“ Michael Macy, one of the authors and a sociologist at Cornell University, told me. „We were curious to know if perhaps science could be a bridge across the political divide. After all, science is really about the pursuit of truth, regardless of whether the truth is politically convenient.“

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