Der „Islamische Staat“ nach dem Untergang seines „Kalifats“


IS-Propagandabild, das Kampf in Mosul zeigen soll.
Nach Ansicht eines Nato-Mitarbeiters wird sich der IS verbreiten und kriminelle Strukturen zur Geldbeschaffung etwa durch Cyberkriminalität aufbauen, ein neues Kalifat müsse verhindert werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Fall von Mosul ist absehbar, auch Raqqa dürfte, wenn es nicht zu einer anderen geopolitischen Lage kommt, in den nächsten Monaten von der Kontrolle des Islamischen Staats befreit werden – allerdings zum Preis von weiteren Flüchtlingen, vielen Toten auch unter Zivilisten und der großräumigen Verwüstung von Gebäuden und Infrastruktur. Wie weit der IS dann noch andere Gebiete kontrollieren kann, ist fraglich. In das Vakuum werden andere islamistische und schiitische Milizen einrücken, die sunnitischen Gruppen werden Teile der IS-Kämpfer aufnehmen, der IS selbst wird in den Untergrund abtauchen und versuchen, noch stärker als bislang in anderen muslimischen Ländern Fuß zu fassen.

Das ist absehbar, klar ist auch, dass der Verlust des „Kalifats“ als kontrolliertes Territorium auch finanziell erheblich für die Terrorgruppe durchschlagen wird. Sie hat jetzt schon einen wesentlichen Teil der Einkünfte durch Gebietsverlust, Bewegungseinschränkung, Verlust von Staudämmen und Bombardierung von Zielen wie Tankwagen und Ölquellen verloren, auch wenn etwa durch Geiselnahmen, Fluchtgelder oder Schmuggel noch einiges in die Kassen kommen wird.

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