Moscheen: Der Klischeereport


Fazle-Omar Moschee Hamburg. Bild: Daudata / gemeinfrei
In einer mehrteiligen Fernsehreihe fragt der Journalist Constantin Schreiber nach demokratiefeindlichen Aktivitäten in deutschen Moscheen. Sein Report verrät mehr über die Vorurteile des Autors als über die von Muslimen

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Was wird in deutschen Moscheen gepredigt und wie tragen sie zur Integration bei? Diesen Fragen will der ARD-Moscheereport (siehe Spahn: „Wir müssen wissen, was in Moscheen passiert“) nachgehen.

Eigentlich wirkt der Autor und Moderator Constantin Schreiber wie gemacht für ein Format wie dieses. Schreiber spricht Arabisch, hat in vielen Ländern des Nahen Ostens gearbeitet. Mit seiner mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Sendung „Marhaba“ erarbeitete er sich das Image eines Vermittlers zwischen Flüchtlingen und Deutschen. Im Minenfeld der Islamberichterstattung galt er bisher als gleichermaßen kompetent wie unverbraucht.

Bis zum vergangenen Montag. Da strahlte die ARD den ersten Teil von Schreibers „Moscheereport“ aus. „Wer predigt dort, wer geht dort hin, was wird dort gepredigt und welche Rolle spielen Moscheen bei der Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft?“, wollte der frisch ernannte Tagesschau-Moderator wissen und besuchte 13 der rund 2.500 deutschen Moscheen.

Fremd sei diese Welt, erklärt er zu Anfang und tut in den folgenden 15 Minuten alles, damit sie das für den Zuschauer auch bleibt. „Es ist eine Schwelle, die nur wenige Deutsche überschreiten“, macht Schreiber gleich im ersten Satz die Fronten klar: Hier die Deutschen, dort die Muslime. Es ist ein Duktus, den Schreiber für den Rest der Reportage nicht wieder verlassen wird.

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