Ex-CIA-Spionin kritisiert ausufernden Militär-Geheimdienst-Komplex


Valery Plame in Chicago. Bild: Monika Ermert
Edward Snowden könne in den USA „keine faire Gerichtsverhandlung bekommen“, sagte Valerie Plame Wilson in Chicago

Von Monika Ermert | TELEPOLIS

Wegen des „Chaos“ in der neuen Administration sei die USA heute angreifbarer als je zuvor, fürchtet die ehemalige CIA-Agentin Valerie Plame, die 2003 auf Betreiben der US-Regierung enttarnt wurde, weil ihr Ehemann die Theorie von Massenvernichtungswaffen im Irak öffentlich in Frage gestellt hatte. Freunde und Feinde der USA wüssten um die aktuelle Schwäche, und „sie überlegen, wie sie das zum eigenen Vorteil nutzen können“, sagte sie in Chicago anlässlich der diese Woche startenden Ausstellung des Chicagoer Museums für Geschichte über „Spione,Verräter und Saboteure“. Die Expertin für die Proliferation von Nuklearwaffen äußerte sich auch zu Edward Snowden. Er sei „in erster Linie ein Pfand“ und müsse damit rechnen, von Russland abgeschoben zu werden, wenn er keinen Wert mehr darstelle.

Plame war 2003 in einer Art Racheaktion der Bush-Administration enttarnt worden. Der Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Scooter Libby, wanderte dafür 2007 ins Gefängnis, wurde aber rasch von George W. Bush begnadigt. War Libby nur das Bauernopfer? Dass Libbys Vorgehen nicht abgesprochen war, glaubt Plame nicht. Doch gilt selbst Plame, die heute im privaten Santa Fee Forschungsinstitut arbeitet, „W“ als regelrecht „normal“.

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