Frauke Petrys Avancen sorgen beim Zentralrat der Juden für heftige Reaktionen


AfD-Chefin Frauke Petry behauptet, dass ihr Juden besonders am Herzen liegen würden. Doch die Partei selbst fällt immer wieder durch Antisemitismus auf. (Foto: dpa)
  • Die AfD sei „einer der wenigen politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland“, behauptet die Partei.
  • „An Dreistigkeit und Verlogenheit kaum zu übertreffen“, so nennt Charlotte Knobloch, die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Petrys Avancen.
  • Demonstrative Nähe zu Juden und Israel zu betonen, sich gar zur Schutzmacht zu erklären – all das gehört ins feste Repertoire von Europas Rechtsaußen-Parteien.

Von Oliver Das Gupta | Süddeutsche.de

Frauke Petry und ihre „Alternative für Deutschland“ geben sei Monaten ein miserables Bild ab. Streit, Intrigen und Tränen in der AfD sorgen für Schlagzeilen und schwindende Umfragewerte. Vor diesem Hintergrund kann man wohl die aktuellen Äußerungen von Petry verstehen, die niemanden angreifen, sondern Sympathie bekunden: Die AfD sei „einer der wenigen politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland.“

Die Formulierung ist ziemlich gewitzt: Petry verquickt Migration pauschal mit Judenhass und suggeriert, dass sich auf politischer Ebene fast niemand in der Bundesrepublik für jüdisches Leben einsetzt. Die Kernaussage aber lautet: Ausgerechnet der AfD liegen die etwa 100 000 Menschen in Deutschland mit jüdischem Hintergrund besonders am Herzen. Das sorgt für Reaktionen, die heftig und eindeutig sind.

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