Pädophiler Pater muss sich dem Kirchengericht stellen


Jesuiten-Lehrer Peter R. soll allein am Berliner Canisius-Kolleg mehr als 100 Schüler missbraucht haben. Die katholische Kirche arbeitete seine Verbrechen nie konsequent auf. Das soll sich nun ändern.

Von Sabine Menkens | DIE WELT

Auf den ersten Blick war Pater Peter R. für seine Schüler ein Traumlehrer. Der Religionslehrer und Leiter der Jugendarbeit an der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg galt als modern, bewegte sich mit den Jugendlichen auf einer Wellenlänge, fuhr mit ihnen auf Freizeitreisen. Viele mochten ihn wegen seiner lässigen Art. Einerseits.

Andererseits kam der Pater seinen Schülern auf gefährliche Weise nah. Er kabbelte sich mit ihnen, kitzelte sie, zog sie auf seinen Schoß, drängte sie zu Gesprächen über Selbstbefriedigung und zur Betrachtung pornografischer Bilder. Irgendwann dann fiel seine letzte Hemmschwelle. Mehr als zehn Jahre war R. am Canisius-Kolleg tätig, nach ersten Beschwerden wurde er 1983 in eine Jesuiten-Pfarrei in Göttingen versetzt.

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