Der Staat muss gegen Spitzel-Imame durchgreifen


Moschee im Bezirk Neukölln in Berlin: Gegen 20 Ditib-Imane laufen derzeit Ermittlungsverfahren. Foto: imago
20 Ermittlungsverfahren laufen gegen Imame der Organisation Ditib in Deutschland. Doch die Ermittlungen verlaufen schleppend. Das muss sich ändern. Ein Kommentar.

Von Markus Decker | Frankfurter Rundschau

Die Zahl ist nicht mehr überraschend. Und doch ist sie wichtig. Wenn es 20 Ermittlungsverfahren gegen Ditib-Imame wegen mutmaßlicher Bespitzelung mutmaßlicher Oppositioneller gibt, dann bedeutet dies, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern eine Systematik vorliegt.

Nicht die Imame sind das Problem. Das Problem ist die dahinter stehende Organisation und ihre Steuerung durch die türkische Religionsbehörde Diyanet – und damit letztlich das Regime von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Sie mochte noch angehen, als am Bosporus demokratische Verhältnisse herrschten. In dem Moment, in dem Ditib zum Instrument einer Diktatur wird, ist der Rubikon überschritten.

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