Giftgasangriff in Syrien: Täter sind noch unbekannt


„Stop Chemical Assad!“ Aufruf des Chefs von Ahrar al-Sham für „auswärtige politische Beziehungen“. Twitter
Die Beschuldigungen gegen Assad al-Baschar sind deutlich. Weniger dagegen, aus welchem Interesse heraus er eine solch‘ verheerende Wirkung riskiert haben soll

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Täter sind noch unbekannt. Niemand kann im Augenblick mit Gewissheit sagen, wer für die Giftgas-Opfer in Chan Schaichun verantwortlich ist. Auch die Institutionen nicht, deren Funktion und Glaubwürdigkeit stets als essentiell für ein nicht von Willkür geprägtes Miteinander herausgestrichen werden. Im Fall des Giftgas-Angriffs ist die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eine erste wichtige Adresse.

Laut einem Briefing vor dem UN-Sicherheitsrat vom Mittwoch, den 05. März, das also noch am selben Tag des Angriffs abgehalten wurde, ist die OPCW erst dabei, „Informationen von allen zur Verfügung stehenden Quellen zu sammeln und zu analysieren“. Man werde bei der ersten Gelegenheit ein Untersuchungsteam an Ort und Stelle schicken.

Das Briefing übernahm Kim Won-Soo, Chef des UN-Büros für Abrüstungsfragen, der den Stand der Erkenntnisse beim OPCW übermittelte. Der lässt sich kurz so zusammenfassen: Was man weiß, weiß man hauptsächlich aus Medienberichten und Videos aus sozialen Netzwerken, die nahelegen, dass es sich um einen Giftgasangriff gehandelt hat. Kim Won-Soo zitiert den Generaldirektor des OPCW wird folgendermaßen:

Er sagte der Angriff wurde laut Berichten über einen Luftangriff auf ein Wohngebiet ausgeführt, aber über die Art der Freisetzung (des Giftgases oder des chemischen Kampfstoffes, Einf. d. A.) konnte nichts Verlässliches gesagt werden.

UN-Bericht

Im Original:

(…) the attack had reportedly been carried out through an air strike on a residential area. However, the means of delivery could not be confirmed.

UN-Bericht

Erwähnenswert ist, dass Kim Won-Soo in seinem Briefing ausdrücklich davon spricht, dass „viele Details des Angriffs nicht vollständig bekannt sind“, dass er bei „Reports“ auf Medienberichte Bezug nimmt und bei der Schilderung der Symptome der Opfer des Angriffes ausdrücklich die Videos anführt, die im Netz kursierten: „included respiratory problems, vomiting, fainting and foaming at the mouth, as well as miosis (pupillary constriction), as seen in videos on social media, said to have been taken at the scene“.

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