„Facebook und Twitter bringen mehr Gutes als Schlechtes hervor“


Philip Howard vom Oxford Internet Institute wünscht sich schärfere Gesetze gegen Social Bots und Fake News. (Foto: Fotoagentur FOX / Uwe Voelkner)
Doch das könnte sich bald ändern, warnt Oxford-Soziologe Philip Howard. Er glaubt, dass Fake News und Bots die Demokratie bedrohen und fordert politische Regulierung.

Interview von Lena Jakat | Süddeutsche.de

Der kanadische Soziologe Philip Howard forscht am Oxford Internet Institute zu maschinengenerierter politischer Kommunikation. Sein Projekt zu „computational propaganda“ untersucht, wie die Mechanismen sozialer Netzwerke die Politik in Staaten weltweit verändern.

SZ: Sie sagen, soziale Netzwerke beschädigen die Demokratie. Wie meinen Sie das?

Philip Howard: In den vergangenen neun Monaten haben sich soziale Netzwerke zu den wichtigsten Medien der Welt entwickelt. Die meisten Menschen beziehen dort ihre Informationen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass politische Akteure auf Facebook und Twitter sehr viele Menschen manipulieren können, indem sie automatisierte Nutzerkonten einsetzen, sogenannte Bots. In Europa und Kanada zum Beispiel steigt nun die Zahl derjenigen, die am Klimawandel zweifeln. In den USA sind sich die Menschen nicht mehr sicher, dass Rauchen und Krebs zusammenhängen. Selbst wissenschaftliches Allgemeinwissen schwindet also, weil die Plattformen ihren Nutzern inkorrekte Informationen liefern.

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