„Dass sich keiner hinter uns stellte, tat am meisten weh“


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Ein jüdischer Junge wird massiv gemobbt und muss die Schule verlassen. Kein Einzelfall. Antisemitismus ist in Deutschland ein Problem. Vier Juden berichten über Ressentiments und Beleidigungen im Alltag.

Von Ibrahim Naber | DIE WELT

Millionen Menschen in Deutschland haben feindliche Einstellungen gegenüber Juden. Das zeigen mehrere Studien. Über das konkrete Ausmaß von Antisemitismus existieren verschiedene Angaben. Laut der Bertelsmann-Studie von 2015 stimmt jeder vierte Bundesbürger der Aussage zu, „Juden haben auf der Welt zu viel Einfluss“.

In einer von der Bundesregierung beauftragten Studie kamen Experten im Jahr 2012 zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent der Bevölkerung latente antisemitische Einstellungen aufweisen. Die Autoren der Studie „Die enthemmte Mitte“ der Universität Leipzig sprachen zwar 2016 von einer rückläufigen Entwicklung. Demnach seien nur noch 4,8 Prozent der deutschen Bevölkerung Antisemiten, gleichzeitig glaubten aber noch zehn Prozent, dass Juden mehr als andere Menschen mit üblen Tricks arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen.

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