«Moderne Gesellschaften brauchen keine Religion mehr»


Der Religionssoziologe Jörg Stolz glaubt, dass es Gott dann nicht mehr gibt, wenn niemand mehr glaubt, dass es ihn gibt. Dieser Tag könnte dereinst kommen.

Interview von Urs Hafner | Neue Zürcher Zeitung

Herr Stolz, interessieren Sie sich als Religionssoziologe auch für Nichtreligiöse, für Agnostiker, für Atheistinnen?

Natürlich. Momentan untersuche ich nichtreligiöse Personen, die sich in Gruppen organisieren wie etwa die Freidenker und die Skeptiker, aber auch gewöhnliche religiös Indifferente.

Wieso interessieren Sie diese Leute?

Das Phänomen der Nichtreligiosität sagt uns etwas über die Religiosität, und die Gründe, warum jemand nicht gläubig ist, geben Aufschluss, warum jemand glaubt.

Wie charakterisieren Sie die Gruppe der Nichtreligiösen?

Der prototypische Nichtreligiöse ist ein gut gebildeter, politisch links stehender, jüngerer Städter, der Neurowissenschaften studiert und mit dem Velo und einer Freitag-Tasche durch die Stadt fährt.

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