Religiotie: Ohne Religion wären wir arme Teufel


Nicht nur wegen des islamistischen Terrors ist die Skepsis gegenüber dem Islam groß. Auch das Christen- und das Judentum werden als rückwärtsgewandt gesehen. Woher rührt diese Angst vorm Glauben?

Von Claudia Becker | DIE WELT

Es gibt wohl kaum etwas Angenehmeres als eine einfache Antwort auf eine komplizierte Frage. Was ist gut? Was ist böse? Wer ist schuld? Dass sich das in Märchen so klar zuordnen lässt, gehört zu den wesentlichen Gründen für die Faszination, die sie auf Kinder ausüben. Und dass totalitäre Systeme die Welt in Freund und Feind aufteilen, bedingt ihre starke Anziehungskraft auf denkträge Massen.

Mit unserem aufgeklärten Denken aber sind Pauschalurteile eigentlich unvereinbar. Und mit dem postmodernen Leitmotiv, nie eindimensional, sondern stets aus mehreren Perspektiven auf die Ereignisse zu schauen, schon gar nicht. Wir probieren aus, wir wägen ab. Wir halten es nicht für richtig, Menschen wegen ihrer besonderen Lebensweise voreilig zu verurteilen oder gar abzuwerten.

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