Streit um zu viele Wildschweine: Ist nun jedes Mittel recht?


Auf der Suche nach Wurzeln, Würmern und Maden durchwühlen Wildschweine das Erdreich – und können dabei in Feldern oder Gärten Schaden anrichten. Foto: Fritz Pölking/OKAPIA
Der Klimawandel und ein verbessertes Nahrungsangebot in der Landwirtschaft führen zu einer sprunghaften Vermehrung des Schwarzwilds. Jäger versuchen mit teils umstrittenen Methoden, die Population zu begrenzen – und heizen deren Wachstum selber an.

Von Matthias Lambrecht | greenpeace magazin

Sie haben großen Hunger, sind mobil, anpassungsfähig und schlau. Und sie sind inzwischen fast überall: Ob in Sachsen, Brandenburg oder Nordrhein-Westfalen, ob am Stadtrand von Hamburg oder in den Parks von Berlin – eine stark angewachsene Wildschweinpopulation macht Landwirten und Hausbesitzern zu schaffen, weil die Tiere auf der Suche nach Futter Äcker, Wiesen und Gärten durchwühlen. Doch auch Umweltschützer sind in Sorge, weil sie um das ökologische Gleichgewicht im Wald fürchten.

In einigen Regionen ist die Zahl der Tiere in den vergangenen Jahren förmlich explodiert, denn die Lebensbedingungen für das Schwarzwild sind immer besser geworden. Dazu trägt nicht zuletzt die Landwirtschaft selbst bei, die den Maisanbau zur Biogasproduktion beinahe verdreifacht hat. In den oft ausgedehnten Äckern können die Schweine tagelang unbemerkt schlemmen. Aber auch im Wald ist der Tisch immer reicher gedeckt – dank des Klimawandels produzieren Kastanien, Eichen oder Buchen mehr Früchte. So gibt es kaum mehr Gebiete, in die die intelligenten Allesfresser nicht vorgedrungen sind. Selbst im Alpenvorland, wo es mangels Nahrung seit Jahrhunderten keine Wildschweine gab, fühlen sie sich inzwischen heimisch.

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