Jüdisches Pessach: „Wir feiern die Freiheit“

Eine jüdische Gemeinde beim Essen der symbolischen Pessach-Speisen während des Sederabends, dem Abend vor dem Pessach-Fest (picture-alliance/ dpa / Robert Fishman)
An diesem Montagabend beginnt das jüdische Pessach-Fest. Es nimmt Bezug auf den Auszug der Israeliten aus Ägypten. „Wir erinnern an diesen Exodus, als ob man ihn selber erlebt hätte“, sagte der Journalist Gerald Beyrodt im Deutschlandfunk. Heutige Fluchterfahrungen und die vor vielen tausend Jahren stünden ganz nah beieinander.

Gerald Beyrodt im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Das Pessach-Fest erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, genauer gesagt an die Zeit unmittelbar davor. Gott kündigt eine Plage an, er will alle Erstgeborenen töten, ein beliebtes biblisches Motiv. Die Israeliten bleiben vor dieser Plage verschont, weil sie ihre Türen mit dem Blut eines jungen Schafes oder einer jungen Ziege bestrichen haben, die Ägypter bleiben nicht verschont. Eine blutrünstige Geschichte also. Was ist die eigentliche Geschichte?

Gerald Beyroth: Das Blutrünstige, daran erinnern wir noch manchmal und wir trauern durchaus auch um die Ägypter am Seder-Abend, aber das steht für uns gar nicht so sehr im Vordergrund. Im Vordergrund steht tatsächlich: Es ist die zehnte Plage und es ist der Aufbruch in die Freiheit. Das ist eine Abfolge von Plagen, es geht harmlos los und das ist die absolute Steigerung mit der Tötung der Erstgeborenen. Dann sollen die Israeliten sich eben ungesäuerte Brote backen und abhauen – da gibt es eine spannende Verfolgungsjagd durchs Rote Meer – aber die zentrale Sache ist wirklich: Sie kommen aus dieser Sklaverei heraus in die Freiheit, die dann auch nicht so einfach ist, wie sich später zeigt, aber das ist eine andere Geschichte.

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Neueintritte in die Katholische Kirche

Die Neu-Gläubigen verbinden mit der katholischen Kirche eine lange Tradition, „etwas Beständiges“, sagt Theologin und Kursleiterin Gabriela Grunden. (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Nicht alle treten aus, viele Menschen treten auch heute noch ganz bewusst in die Katholische Kirche ein – und ihre Zahl steigt. In Glaubenskursen nehmen Interessierte ersten Kontakt auf zu ihrer neuen Religion.

Von Burkhard Schäfers | Deutschlandradio Kultur

Sie haben die Stühle zusammengerückt und diskutieren angeregt – zwei Dutzend Menschen, die meisten zwischen Anfang 20 und Mitte 30, einzelne gehen auf die Rente zu. An Ostern werden sie getauft, und darauf bereiten sie sich in einem Glaubenskurs vor. Mitten im Raum liegt eine große, aufgeschlagene Bibel, daneben brennt eine schlichte weiße Kerze.

Theologin Gabriela Grunden: „Ihnen und euch allen ein herzliches Willkommen. Wir werden uns heute inhaltlich auseinandersetzen mit dem Glaubensbekenntnis. Was ist das eigentlich, was Christen jeden Sonntag im Gottesdienst bekennen?“

Die Theologin Gabriela Grunden leitet den Kurs, in dem die Neu-Katholiken etwas lernen über die Kirche, zu der sie künftig gehören: Welche Sakramente gibt es, wie läuft ein Gottesdienst ab, was bedeuten kirchliche Rituale, worum geht es in der Bibel?

Eva-Maria Bachmeier lebt seit zehn Jahren in München, geboren und aufgewachsen ist die 22-Jährige in Chemnitz. Mit Religion hatte sie dort wenig zu tun.

„Das hat alles mehr oder weniger mit meinem Mann angefangen und mit seiner Familie, die aus Niederbayern kommen und tatsächlich alle katholisch sind und gerne in die Kirche gehen. Ich wurde dann einfach mitgenommen in die Gottesdienste und musste immer flüsternd meinen Mann fragen: Was muss ich jetzt tun, wann muss ich aufstehen? So bin ich da hingekommen.“

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Österreich: Karfreitag vorerst kein Feiertag für alle

Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Ist die Tatsache, dass der Karfreitag nur für Mitglieder der Evangelischen Kirchen ein Feiertag ist, eine Diskriminierung der übrigen Arbeitnehmer? Der OGH gibt diese Frage an den EuGH weiter.

Die Presse.com

Die Frage, ob der Karfreitag in Österreich zum arbeitsfreien Feiertag für alle Arbeitnehmer wird, muss vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklärt werden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) gibt den Fall weiter, wie am Montag bekannt gegeben wurde. Konkret geht es um den Fall eines konfessionslosen Wiener Angestellten. Er hatte geklagt, weil er am Karfreitag im Gegensatz zu Angehörigen von Religionsgemeinschaften arbeiten muss, und kein Feiertagsentgelt bekommt. Das Oberlandesgerichts Wien sah im vergangenen Sommer einen Verstoß gegen die EU-Gleichbehandlungsrichtline, nun muss der Oberste Gerichtshof entscheiden.

Der OGH ersuche nun „den EuGH um Klarstellung, ob die Sonderstellung der Angehörigen der evangelischen Kirche, für die auch der Karfreitag ein Feiertag ist, eine Diskriminierung der übrigen Arbeitnehmer aus Gründen der Religion darstellt und daher gegen die Grundrechtecharta der Europäischen Union verstößt“, hieß es am Montag in einer Aussendung des OGH.

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Religionen tragen Anteil am Terror

Präses Annette Kurschus hielt die ökumenische Fastenpredigt im Essener Dom über die Versuchung, die Heiligen Schriften fundamentalistisch auszulegen

Von Cordula Spangenberg | Bistum Essen

Einen hohen Anteil am Leid, an barbarischen Taten und hohen Leichenbergen einer verwirrten, durcheinander geschüttelten Welt trügen ausgerechnet die Religionen: Zu dieser Einschätzung kommt Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Angesichts der Gräueltaten  in Syrien, dem Irak, London und St. Petersburg werde erstaunlich schnell der Satz bemüht, mit recht verstandener Religion habe diese Gewalt nichts zu tun. Religion sei jedoch immer zwiespältig und gefährdet, wenn Sätze isoliert aus den Heiligen Schriften herausgegriffen und ohne Rücksicht auf Hintergrund und Zusammenhang interpretiert würden, sagte Kurschus am vergangenen Freitag, 7. April, in der letzten der diesjährigen ökumenischen Fastenpredigten im Essener Dom. Nicht nur der friedliebende Islam sei hilflos angesichts terroristischer Anschläge. Auch der Irakkrieg George Bushs habe zu tun mit den evangelikalen Einflüssen der US-amerikanischen Südstaaten, die aggressive Rhetorik des Heiligen Russlands mit der Orthodoxie und die Homosexuellen-Phobie afrikanischer Länder mit deren christlicher Missionsgeschichte.

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Wanderung der Eisberge enträtselt

Eisberg in der Nähe der Süd-Shetland Inseln. Seine Größe bestimmt, ob er eher vom Wind oder von Schwerkraft und Erddrehung angetrieben wird. © Thomas Ronge / AWI
Drift auf vier „Autobahnen“: Die großen Eisberge des Südpolarmeeres folgen keineswegs zufälligen Bahnen. Stattdessen folgen die Eisriesen vier klar definierten Routen. Die treibende Kraft der großen Eisberge ist dabei nicht der Wind, sondern die „schräge“ Meeresoberfläche und die Corioliskraft. Beide zusammen lassen die Eisriesen auf gebogener Bahn durch das Polarmeer „rutschen“, wie die Forscher berichten.

scinexx

Zurzeit schauen Polarforscher aus aller Welt gespannt auf die Antarktische Halbinsel. Denn im Larsen C-Schelfeis klafft ein gewaltiger Riss – und er wird immer länger. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier ein gewaltiger Eisberg abbrechen wird. Er wird fast 6.000 Quadratkilometer groß sein und etwa 1.300 Gigatonnen schwer. Das ist so viel wie sonst antarktischen Eisberge eines Jahres zusammen.

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In Berlin prostituieren sich offenbar immer mehr junge Flüchtlinge

Der Berliner Tiergarten. Wo es tagsüber beschaulich aussieht, sollen sich nachts junge Flüchtlinge prostituieren.Foto: kentauros Fotolia
Dem RBB-Inforadio zufolge verdienen viele Geflüchtete in der Hauptstadt ihr Geld durch Prostitution – vor allem im Tiergarten. Überwiegend seien Männer aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran betroffen.

DER TAGESSPIEGEL

In Berlin prostituieren sich einem Bericht zufolge immer mehr junge Flüchtlinge. Dabei handele es sich überwiegend um junge Männer aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran, berichtete das RBB-Inforadio am Montag unter Berufung auf Angaben von Hilfsorganisationen. Demnach hat sich die Zahl der betreuten Jugendlichen, die sich zur Prostitution anbieten, im vergangenen Jahr vervielfacht.

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Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen sinkt

Flüchtlinge Willkommen © Ravi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Als vor zwei Jahren deutlich mehr Flüchtlinge ins Land kamen, stand Deutschland beispielhaft für eine Willkommenskultur. Mittlerweile wird die Bevölkerung eine Studie zufolge kritischer. Derweil dankt Merkel Flüchtlingshelfern.

MiGAZIN

Gut anderthalb Jahre nach der großen Fluchtbewegung nach Deutschland und der Hilfswelle der Bevölkerung sinkt offenbar die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen. Mehr als jeder zweite Deutsche sieht nach einer am Freitag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung inzwischen eine Belastungsgrenze erreicht. Viele wünschen sich demnach eine gleichmäßigere Verteilung der Menschen in Europa.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing am Freitag rund 140 Flüchtlingshelfer, um ihnen für das Engagement bei der Aufnahme zu danken. Auch die Kanzlerin mahnte die Hilfsbereitschaft der anderen Europäer an. Die EU habe „klare Werte“ und „klare Prinzipien“, sagte sie.

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Wir müssen die Freiheit der Religion verteidigen – man sieht wo das hinführt

Blutige Spuren des Anschlags: Forensiker untersuchen den Tatort in der koptischen Kirche im ägyptischen Tanta.Foto: Mohamed Abd El Ghany/Reuters
Die Anschläge auf Christen in Ägypten mahnen Staaten und Kirchen gleichermaßen: Religiöser Fanatismus muss weltweit geächtet werden. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Wieder kommen viele Christen in Ägypten um. Die Anschläge zu Beginn der Karwoche lenken den Blick darauf, dass sie die größte verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit sind. Tausende Christen wurden in den vergangenen Jahren Opfer von Terrorismus. Ihre Lage verschärft sich. Allein im Jahr 2016 wurden 7100 ermordet und 2406 Kirchen angegriffen.

Nicht nur, dass Christen – einem Exodus gleich – den Nahen Osten verlassen, wie das Hilfswerk „Open Doors“ sagt, die „Verfolgung im Stil ethnischer Säuberung greift auch auf Afrika über“. Was daraus folgt, ist nur logisch: Deutschland, Europa, die Weltgemeinschaft müssen wachsenden religiösen Fanatismus ächten.

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Österreich: Bischofskonferenz will Kreuz im Gerichtssaal

Bild: Leipziger Blatt
Wuthe: „Kreuz mahnt alle Prozessbeteiligten zu Wahrheit und Gerechtigkeit“ – Politische und religiöse Symbole oder Bekleidung in Verbindung mit Amtskleidung aber fehl am Platz

kath.net

Gegen die Verbannung des Kreuzes aus den Gerichtssälen hat sich der Presseverantwortliche der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, ausgesprochen. In einem Kommentar in der Wochenzeitung „Die ganze Woche“ am Mittwoch sieht Wuthe einen wesentlichen Unterschied zwischen explizit religiöser Kleidung und dem Kreuz, das ein mehrdeutiges Symbol sei und u.a. an die humanen Werte des Christentums erinnere.

„Wenn in unserem Land Richter oder Richterinnen ‚Im Namen der Republik‘ Recht sprechen, dann tragen sie dabei einen Talar und ein Barett. Damit wird klar, dass die Person ganz im Dienst des Amtes steht und allein den Gesetzen verpflichtet ist. Das ist gut so und soll so bleiben.“ Politische und religiöse Symbole oder Bekleidung in Verbindung mit der Amtskleidung sind fehl am Platz und ziehen so wie eine rote Nelke oder blaue Kornblume das Vertrauen in die Unparteilichkeit des Richters in Zweifel.

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Prozess gegen früheren SS-Sanitäter: Nichts geht mehr

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Das Verfahren gegen einen ehemaligen SS-Sanitäter am Landgericht Neubrandenburg steht vor dem Aus, ehe er richtig begonnen hat. Die Nebenkläger werfen der Kammer Rechtsbeugung vor – und haben Anzeige erstattet.

Von Benjamin Schulz | SpON

Ein Verteidiger, der das Verfahren gegen seinen Mandanten als Schauprozess bezeichnet. Eine Staatsanwaltschaft, die angesichts des Verhaltens der Strafkammer um Fassung ringt. Ein Gericht, das die Kritik an seiner Arbeit nicht versteht. Hubert Z., ein hochbetagter Angeklagter, dem wegen seiner Rolle in der NS-Zeit der Prozess gemacht werden soll. Und nun Nebenkläger, die drei Berufsrichtern Rechtsbeugung vorwerfen und deshalb gegen sie Anzeige erstattet haben: Was sich unter dem Aktenzeichen 60 Ks 1/15 am Landgericht Neubrandenburg abspielt, ist längst kein gewöhnlicher Strafprozess mehr.

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Mehr als 200 Kämpfer gegen IS stammen aus Deutschland

Mehr als 200 Menschen sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums aus Deutschland ausgereist, um an der Seite kurdischer Milizen in Syrien und dem Irak gegen die IS-Terrormiliz zu kämpfen – unter ihnen 69 mit deutschem Pass.

Frankfurter Rundschau

Nicht erfasst seien Personen, die sich den kurdischen Streitkräften im Irak, den sogenannten Peschmerga, anschließen wollten. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ und beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

SETI belauscht nahe Erdzwillinge

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Gibt es intelligentes Leben auf den sieben Erdzwillingen von TRAPPIST-1? Dies wollen SETI-Forscher zurzeit herausfinden. Sie lauschen dafür gezielt nach außerirdischen Signalen im nur 39 Lichtjahre entfernten Planetensystem. Die Idee dahinter: Wenn es Kommunikation zwischen den Bewohnern dieser nahen Planeten gibt, dann könnten einige dieser Signale bis zu uns gelangen. Die Konstellation der Planeten ist dafür zurzeit günstig.

scinexx

Sieben auf einen Streich: Nur 39 Lichtjahre von uns entfernt haben Astronomen erst vor Kurzem ein Planetensystem mit gleich sieben erdähnlichen Planeten entdeckt. Sie umkreisen den Roten Zwerg TRAPPIST-1. Das Spannende daran: Auf sechs dieser Exoplaneten könnte es flüssiges Wasser geben und mindestens drei von ihnen kreisen direkt in der habitablen Zone.

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Dogs Know Your Secrets

Image: MOTHERBOARD
Dog people know this: Dogs figure stuff out. They figure us out. That’s kind of their whole existence—we are their whole existence. Our behavior, our comings and goings, our habits. Dogs learn to communicate and they learn to manipulate. I like to say that my dog is a scientist of me. I’m his subject.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

What, exactly, dogs know is the subject of much debate. We are easier for dogs to study than dogs are for us to study. My own anecdotal experience as a dog owner is a bit biased, obviously. Dogs are also easy to project onto, to imagine as furry four-legged people. But dogs are just dogs, and the essence of dogginess, what it is to be and feel as a dog, is elusive. Try as we might.

A team of researchers at the University of Veterinary Medicine in Vienna has a new paper out in the journal Animal Cognition offering evidence that dogs are able to interpret human behavior for the purposes of uncovering hidden information. They can read us in a way that approaches „theory of mind,“ the ability to attribute mental states—beliefs, intents, desires—to oneself and to others. Having a theory of mind means understanding that others have their own motivations and understandings and that intuiting those motivations and understandings means being able to predict the behavior of those others.

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Antisemitismusexperten widersprechen Elternbrief

Bundespolitiker Volker Beck (Grüne) widerspricht dem Protestbrief von Eltern.Foto: Mike Wolff
Nach dem antisemitischen Vorfall an einer Friedenauer Schule schrieben Eltern einen öffentlichen Brief. Der Inhalt wird nun stark kritisiert.

Von Hannes Soltau | DER TAGESSPIEGEL

Im Streit um die Friedenauer Gemeinschaftsschule äußern sich nun renommierte Antisemitismusexperten. Der grüne Bundespolitiker Volker Beck möchte die Schule in dieser Woche sogar besuchen – der Direktor hat den Termin allerdings nicht bestätigt. Auch der Berliner Publizist Sergey Lagodinsky von der Heinrich-Böll-Stiftung erklärte sich in einem Onlinebeitrag für den Tagesspiegel zu den Vorfällen. Dass die Debatte um den Übergriff auf einen jüdischen Schüler in Friedenau anhält, hat auch mit der Reaktion einiger Eltern zu tun.

Wie berichtet, hatten sich zehn Väter und Mütter, deren Kinder auf die Schule gehen, mit einem Leserbrief an den Tagesspiegel gewandt. Sie zeigten sich „bestürzt über den Übergriff“, verteidigten aber die Schule gegen eine ihrer Meinung nach „unreflektierte und einseitige“ Berichterstattung. Die Presse würde dem „Ruf einer engagierten Schule nachhaltig schädigen“. Weiter heißt es in dem Brief, dass eine Stadt wie Berlin von den „Auswüchsen internationaler Konflikte wie des Nahostkonflikts nicht verschont“ bliebe. „Religiös motivierte Auseinandersetzungen“ seien die Folge.

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Spanien: Das Ende des Terrors

© EPA Zum „Tag der Entwaffnung“ der baskischen Terror-Gruppe „Eta“ gehen in der südfranzösischen Stadt Bayonne viele Menschen auf die Straßen.
Über Jahrzehnte terrorisierte die Gruppe „Eta“ das baskische Volk. Jetzt hat sie ihre Niederlage eingestanden und ihr Waffenlager offengelegt. Der spanischen Regierung reicht das aber nicht.

Von Hans-Christan Rössler | Frankfurter Allgemeine

María del Mar Blanco kann und will nicht vergessen. „Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass sich die Terrorgruppe jetzt selbst reinwäscht“, sagt die Vorsitzende der spanischen „Stiftung der Terroropfer“. Ihr Bruder war 29 Jahre alt, als ihn im Sommer 1997 ein Eta-Kommando entführte und von der spanischen Regierung die Freilassung aller Gefangenen verlangte.

Tausende demonstrierten in ganz Spanien für den jungen Kommunalpolitiker – die Welle der nationalen Solidarität war vergeblich: Die Terroristen töteten Miguel Ángel de Blanco mit einem Kopfschuss. Insgesamt 829 Menschen verloren bei Anschlägen der baskischen Terrororganisation das Leben. Doch Blancos Tod trug dazu bei, dass sich die ersten Unterstützer von „Euskadi Ta Askatasuna“ (Eta) abwandten.

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Das brutale Kalkül des IS in Ägypten

In Syrien und Irak ist der IS auf dem Rückzug. In Ägypten gelingt es nicht, die Extremisten einzudämmen. Neue Attentate beweisen, dass sie sogar stärker werden – auch wegen einer falschen Strategie der Regierung.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Fast wäre dem ägyptischen Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) am Sonntag ein großer Coup gelungen: Wäre der Selbstmordattentäter nur wenige Minuten früher zur St. Mark Kathedrale in Alexandria gekommen, hätte er vielleicht nicht nur Polizeibeamte am Eingang, sondern auch Papst Tawadros II. umgebracht. Glücklicherweise verließ das Oberhaupt der koptischen Kirche wenige Minuten vorher das Gebäude. So wurde ein noch tieferer Riss zwischen Ägyptens Muslimen und der Minderheit der Kopten, die rund 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen, verhindert.

Überhaupt hatten Ägyptens Behörden am Dienstag trotz des Blutbads Glück. Die Islamisten hatten noch viel mehr Tod säen wollen. Experten entschärften eine weitere Bombe am Collège Saint Marc, einer christliche Schule für Jungen, und einen Sprengsatz an der Sidi Abdel Rachim Moschee in Tanta, einer der berühmtesten sufischen Schreine der Stadt. Zudem fanden sie zwei weitere Sprengsätze an einem Markt in Marsa Matrouh. Für das Land am Nil wird islamistischer Terror zum Alltag. Extremisten rekrutieren anscheinend immer mehr Anhänger und eskalieren ihre Angriffe. Was vor wenigen Jahren als kleiner Aufstand von Beduinen in der Randprovinz Sinai an der Grenze zum Gazastreifen und Israel begann, droht zu einem andauernden Aufstand im Kernland am Nil zu werden.

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Voyager 1 und 2: Seit 40 Jahren jagen sie durchs Weltall

Die Aufnahme des Planeten Neptun macht die Raumsonde Voyager 2 im August 2001. Deutlich zu sehen sind in der Atmosphäre aus (farblosem) Wasserstoff und Helium sowie kleinen Mengen (blauem) Methan, die hellen Flecken. © Picture Alliance
Sie sollen ferne Planeten erkunden und fremden Zivilisationen von der Existenz der Menschheit zu erzählen: Voyager 1 und 2 wurden im 1977 von der Nasa in die Unendlichkeit geschossen. Der unglaubliche Trip ist die erfolgreichste Weltraum-Mission aller Zeiten.

Von Harald Kaiser | stern.de

Nach dem Knopfdruck müsste der Kontakt rasend schnell hergestellt sein. Eigentlich. Schließlich sind die Funksignale zur Raumsonde Voyager 1 mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Das heißt, dass sie jede Sekunde 300.000 Kilometer (!) im intergalaktischen Nichts zurücklegen. Oder pro Stunde unvorstellbare 1,08 Milliarden Kilometer.

Dennoch, sobald ein Mitarbeiter in der NASA-Einsatzzentrale im kalifornischen Pasadena die Befehlstaste seines Computers drückt, dauert es trotz dieses ungeheueren Affenzahns eine halbe Ewigkeit, bis die Verbindung aufgebaut ist. Erst nach mehr als 20 Stunden registriert der Bordrechner des irdischen Pfadfinders den Eingang des Signals der Bodenkontrolle, die routinemäßig einen technischen Statusbericht zur Erde gefunkt haben will – der zurück noch einmal so lange braucht.

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Berlin-Brandenburg: Evangelische Kirche will CO2-Ausstoß massiv senken

Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will mehr für das Klima tun.

DIE WELT

Wie die Landeskirche am Samstag mitteilte, hat eine von der Kirchenleitung berufene Projektgruppe ein Klimaschutzkonzept erarbeitet. Es sieht vor, den CO2-Ausstoß der Kirchen von rund 85 400 Tonnen bis 2020 um 15 Prozent und bis 2050 um 85 Prozent zu senken.

Dazu sollen die Kirchen unter anderem mehr Ökostrom nutzen. Außerdem sollen Car Sharing und Ladestationen für E-Fahrzeuge an den Kirchen die Mitarbeiter zu umweltbewussterem Verhalten animieren. Auch ihre Gemeindemitglieder will die Synode zum Umdenken anregen: Bildungs- und Jugendarbeit sollen den Klimaschutz stärker zum Thema machen.

Nach Angriff auf Syrien: Trump verlegt Flugzeugträgerverband vor Nordkorea

Flugzeugträger USS Carl Vinson. Bild: Navy
Der US-Präsident demonstriert militärische Macht und riskiert nach Schwierigkeiten mit Russland auch neue Konflikte mit China

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt, von dem aus nach Angaben der US-Regierung die Flugzeuge kamen, die den Giftgasangriff ausgeführt haben sollen, dient nicht nur dazu, gegen Syrien und Russland ein Zeichen zu setzen. Während der Anwesenheit des chinesischen Präsidenten Xi Jinping wollte US-Präsident Donald Trump auch eine Warnung gegenüber Nordkorea und damit auch gegen China aussprechen, das für Trump zu wenig macht, um das Nordkorea-Problem zu lösen. Trump hatte angekündigt, auch alleine zu handeln, Außenminister Tillerson hatte schon mal gesagt, dass auch eine militärische Aktion eine Option wäre (<x>Machtspiel zum Trump-Jinping-Treffen: Nach Nordkorea feuert Südkorea auch eine Rakete).

Nachdem die Russen sich mehr oder weniger offen über den Erfolg des amerikanischen Angriffs auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt lustig gemacht hatten, weil von den 59 Tomahawk-Raketen angeblich nur 23 ihr Ziel trafen, die Start- und Landebahn weitgehend unbeschädigt und damit weiter benutzbar blieb und auch sonst eher unerhebliche Zerstörungen stattfanden (Ein wenig präziser US-Präzisionsschlag gegen syrischen Stützpunkt?), sah sich Donald Trump als oberster Kriegsherr offenbar genötigt, darauf zu antworten. Der Versuch erinnert an seine Darstellung, warum er nicht die Mehrheit der Wähler, sondern nur die des Wahlkomitees gewonnen hatte.

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Scientists Recreated the Elusive Rogue Wave in a Lab

Image: University of East Anglia
Do wind patterns have anything to do with these destructive deep-ocean monsters?

By Farnia Fekri | MOTHERBOARD

Rogue waves in the ocean, which can be taller than the Hollywood sign or a six-storey building, are seemingly impossible to predict and can be devastating to any ships, oil rigs, and humans in their path. Until the 1995 Draupner wave, many people thought these freakish waves—which are greater than twice the size of surrounding ones—were the product of sailors‘ overheated imaginations. But now we know they’re extremely real, and scientists are trying to understand them, even to predict them before they form, to protect ships and sailors.

A team of scientists is using a unique tank to study these waves, and see how much wind patterns have to do with their formation, as described in Physical Review Letters.

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