USA und China schließen Kohlebündnis gegen Nordkorea

Nordkoreanische Frachter kommen mit voller Ladung aus China zurück. – REUTERS/Thomas White/Illustration
Nach dem Treffen von Xi Jinping mit Donald Trump stoppt China Kohlelieferungen aus Pjöngjang. Peking greift nun auf Importe aus den USA zurück.

Die Presse.com

Nach den jüngsten Atomtests Nordkoreas schickt China zahlreiche Schiffe mit Kohlelieferungen aus dem Land zurück. Eine Flotte nordkoreanischer Schiffe, die meisten voll beladen, kehrte von chinesischen Häfen zurück, wie satellitengestützte Reuters-Schifffahrtsdaten vom Dienstag zeigten.

Chinesischen Handelskreisen zufolge hat die Regierung in Peking am Freitag Importeure angewiesen, Kohle aus Nordkorea nicht mehr anzunehmen. An diesem Tag hatte sich US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida getroffen und auch über die Spannungen wegen des nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffenprogramms gesprochen.

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Hessen: Trockenheit kam nicht über Nacht

Ein schöner Landregen – davon träumen die Bauern. Foto: Andreas Arnold
Seit mehr als 60 Jahren hat es nicht mehr so wenig geregnet wie in den letzten neun Monaten. Besserung ist nicht in Sicht – das bleibt nicht ohne Folgen.

Von Friederike Tinnappel | Frankfurter Rundschau

Es muss regnen – da sind sich die Experten einig, und viele, nicht nur die Kleingärtner, haben inzwischen ihre eigenen Erfahrungen mit der Trockenheit gesammelt. „Regentonne leer“ ist eine oft gemachte Beobachtung. An keinem einzigen Tag im April hat es bis gestern geregnet. Doch ist es nicht nur der April, der bisher in Sachen Feuchtigkeit versagte. Eine Nachfrage beim Deutschen Wetterdienst ergab: Auf der Messstation am Frankfurter Flughafen wurden in den letzten neun Monaten nur gut 293 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert – knapp zwei Drittel der üblichen Menge von 465 Litern.

Und so kommt der Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn zu dem Schluss: „Wir haben es mit dem trockensten Neun-Monate-Zeitraum seit über 60 Jahren zu tun.“ Das gilt übrigens nicht nur für den Flughafen, sondern für das ganze Bundesland: In Gesamthessen waren es nach Angaben des Meteorologen „in der Fläche nur 60 Prozent des üblichen Solls“. Zwar ist für die nächsten Tage kühles, wechselhaftes Wetter mit dem einen oder anderen Regenschauer angesagt, aber von einer „nachhaltigen Entspannung“ könne keine Rede sein.

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IS nutzt österreichische Internetseiten für Propaganda

Die IS-Agentur Amaq verbreitet Propaganda in Österreich. – REUTERS
Der Islamische Staat registriert immer mehr Domains über die österreichische Registrierungsstelle nic.at. Der Kampf gegen die Propaganda gleicht einer Sisyphos-Arbeit.

Die Presse.com

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bedient sich bei ihrer Propaganda offenbar auch verstärkt österreichischer Internetseiten. Wie die Onlinezeitschrift „Vice Alps“ am Montag berichtete, waren es in den letzten Wochen und Monaten überwiegend österreichische Domains, die als Sprachrohr der IS-Agentur Amaq fungierten. Über Amaq bekennt sich der IS regelmäßig zu Anschlägen.

Als Registrierungsstelle für Internetadressen mit „.at“-Endungen dient die nic.at GmbH mit Sitz in Salzburg. Dort bestätigte man gegenüber „Vice Alps“ etwa ein Dutzend Fälle. „Uns ist das Problem seit Mitte Jänner bekannt“, teilte das Unternehmen mit. Man sei allerdings nur Vergabestelle und könne höchstens die Domain an sich im Wortlaut prüfen. Man habe nichts mit den Inhalten zu tun und könne dort auch nicht eingreifen, erklärte am Dienstag ein nic.at-Sprecher auch in den „Salzburger Nachrichten.“ Dafür seien in der Regel die Host-Provider zuständig. Es sei auch nie Geld vom IS nach Salzburg geflossen.

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Ursuppe: Schufen Blitze die RNA-Basen?

Wie in der Frühzeit der Erde die Bausteine des Erbmoleküls RNA entstanden, haben Forscher nun in einem Experiment nachvollzogen. © Comstock/ thinkstock
Ursuppe im Reagenzglas: Es brauchte nur die Uratmosphäre, Wasser und einen Blitz, um alle Bausteine des Erbmoleküls RNA zu erzeugen. Das belegt nun ein Experiment, bei dem Forscher die Bedingungen auf der Urerde nachgebildet haben. Eine elektrische Entladung oder eine laserinduzierte Schockwelle reichten darin aus, um aus einfachsten chemischen Bausteinen alle nötigen RNA-Basen und eine Aminosäure zu erzeugen, wie die Wissenschaftler berichten.

scinexx

Wie und wo das erste Leben auf der Erde entstand, ist noch immer weitgehend ungeklärt. Unklar ist dabei vor allem, welche Reaktionen zur Bildung der ersten sich selbst replizierenden Biomoleküle wie der RNA führten. Das berühmte „Ursuppen“-Experiment von Stanley Miller vor gut 60 Jahren bewies zwar, dass unter den Bedingungen der Urerde verschiedene Aminosäuren entstehen können. Ob jedoch auch die RNA – und damit der wahrscheinliche Vorläufer des Erbmoleküls DNA unter diesen Umständen gebildet wurde, ließ sich nicht nachweisen – bis jetzt.

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Arbeiten Katholiken weniger gern?

Dolcefarniente: Luciano Pavarotti in der Hängematte. Foto: Jean-Claude (Getty)
Sind protestantische Länder wirtschaftlich erfolgreicher als katholische? Im 500. Jahr der Reformation ist Max Webers berühmte These für viele gültig wie eh und je. Und schaut man sich die Situation in Europa seit der Finanzkrise von 2008 an, kann man sich ja auch bestätigt fühlen.

Von Alan Cassidy | Tages Anzeiger Blogs

Sind es nicht gerade Italien, Spanien und Portugal, die katholischen Länder des Südens, die besonders verschuldet sind? Und geht es dem protestantischen Norden nicht deutlich besser?

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron sagte es so: «Es gibt eine Art Religionskrieg zwischen dem calvinistischen Nordeuropa, das den Sündern nicht verzeihen will, und einem katholischen Südeuropa, das dies alles hinter sich lassen will.» Macron sagte dies vor zwei Jahren; er war damals noch Wirtschaftsminister, und er sprach über den Umgang mit der Eurokrise. Seine Aussage zeigt: Webers Behauptung von der Prägung durch die Religion ist bis heute eine der meistdiskutierten der Soziologie.

Arbeit religiös überhöht

Max Weber suchte nach einer Antwort auf die Frage, woher der «Geist des Kapitalismus» kommt, das Streben nach immer mehr Wachstum, nach immer grösserer Produktivität. Die Erklärung fand er in der Reformation. Nicht in jener Luthers, sondern in jener Calvins – und in dessen Auffassung von Arbeit. Calvin, der am Seelenheil interessierter war als an Ökonomie, habe die Arbeit religiös überhöht: Wer reich werde auf Erden, der geniesse ganz offensichtlich die Gnade Gottes. Zur Bildung einer «protestantischen Arbeitsethik» habe beigetragen, dass besonders der Calvinismus die Menschen zu einer «asketischen Lebensführung» anhalte, schrieb Weber. Das heisst auch: Man verprasst sein Geld nicht, sondern spart – und bildet Kapital.

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Islamgesetz – Staatsrechtler Di Fabio: „Sonderregelungen sind immer ein Problem“

Minarette in Deutschland © Tor’Bled-Nam auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Das von Unionspolitikern geforderte Islamgesetz erntet beim ehemaligen Verfassungsrichter Di Fabio Kritik. Sonderregelungen für eine Religionsgemeinschaft seien immer problematisch.

MiGAZIN

Der Staatsrechtler und ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio hat sich gegen ein Islamgesetz gestellt. „Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zu religiöser und auch weltanschaulicher Neutralität“, sagte Di Fabio der Tageszeitung Die Welt. Deshalb seien „Sonderregelungen für eine Religionsgemeinschaft immer ein Problem.“ Das deutsche Religionsverfassungsrecht gelte auch für den Islam, sagte der Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bonn.

Vor allem Politiker aus der Union hatten ein eigenes Gesetz über Regeln für Muslime in Deutschland gefordert, das unter anderem Regeln für die Ausbildung von Imamen enthalten soll. Andere prominente Christdemokraten wie NRW-Parteichef Armin Laschet äußerten sich skeptisch. Ablehnung kam ebenfalls aus der SPD und von den Grünen. Die Bundesregierung stellte bereits klar, dass sie keinen Anlass für ein eigenes Islamgesetz sehe.

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Kühe: Religionsstreit eskaliert

Nadrenda Modi.
In Indien verschärft sich die Gewalt gegen Muslime. Als Anlass gilt ein Religionsstreit über Kühe, die bei der hinduistischen Mehrheit des Landes als heilig verehrt werden. Im Großteil Indiens ist es verboten, die Tiere zu töten. Die meisten Schlachter sind muslimisch. Es ist ein Stellvertreterkrieg, bei dem Minderheiten von Fundamentalisten unterdrückt werden.

religion.ORF.at

Zuletzt eskalierte die Situation erneut, als im Bundesstaat Rajasthan selbst ernannte Kuhschutztruppen eine Gruppe muslimischer Männer angriff. Eines der Opfer starb am Dienstag im Krankenhaus. Die radikal-hinduistischen Angreifer hatten die Männer verdächtigt, Kühe zu einem Schlachthaus zu transportieren. Die Polizei fahndet nach fünf Hauptverdächtigen und ermittelt laut BBC nun wegen Mordes. „Wir sichten Videomaterial, um mögliche Angreifer zu identifizieren. Allem Anschein nach gehören sie zu einer Kuhschutztruppe“, so ein Polizeisprecher.

In vielen Teilen des Subkontinents sind diese Schutztruppen für Kühe, die sich selbst auch als Schutzmacht des Hinduismus ansehen, aktiv. Sie stellen etwa vor allem in grenznahen Gebieten Straßensperren auf und kontrollieren Lkws und andere Transportfahrzeuge. Ihre Ziele sind angebliche Kuhschmuggler, die Tiere zum Fleischverkauf ins Ausland bringen sollen. Allzu oft enden diese Kontrollen in schweren Übergriffen.

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Saharastaub wirbelt Bakterien und Pilze nach Europa

Ein Wettersatellit zeigte den Saharastaub, der im Sommer 2014 bis nach Süddeutschland vorgedrungen ist Quelle: dpa
Im Jahr 2014 schaufelten Wüstenstürme über Nordafrika riesige Mengen Saharastaub nach Europa. Jetzt wurde die zentimeterbreite rote Staubschicht genau untersucht. Die Erkenntnisse sind unerfreulich.

DIE WELT

Auf Mallorca fiel Schlammregen. In Deutschland bangten viele Autofahrer um den Lack ihrer Fahrzeuge. Und für Menschen mit Stauballergie waren es böse Tage: Im Februar und April 2014 schaufelten Wüstenstürme Unmengen an Saharastaub über mehr als 2500 Kilometer bis nach Mitteleuropa.

Betroffen waren vor allem die Alpen, wo sich der Staub in besonders großer Konzentration in Höhen zwischen 2000 und 3000 Metern sammelte und den Schnee einfärbte. Allein Österreich wurde nach Schätzungen von Meteorologen mit zwei Millionen Tonnen Staub eingepudert.

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Karfreitag: Mehrheit der Deutschen ist für das Tanzverbot

Jeder ein Kreuz. Screenshot: Youtube
Über das Tanzverbot an Karfreitag wird seit Jahren hitzig gestritten. Manche halten es für überholt, andere wollen daran festhalten. Doch nicht nur das Tanzen ist an dem Feiertag verboten.

Von Nadine Vogelsberg | General Anzeiger

Am Karfreitag darf nicht getanzt werden. Manche halten das für überholt, andere unterstützen das Verbot. Obgleich jedes Jahr gegen das Tanzverbot an Karfreitag protestiert wird, ist es doch nur eine Minderheit, die sich wirklich für die Abschaffung des Karfreitags einsetzt, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov mit mehr als 1000 Teilnehmern jetzt herausgefunden hat.

Demnach sind nur 38 Prozent der Deutschen dafür, auch am Karfreitag tanzen gehen zu dürfen, während mit 52 Prozent eine Mehrheit das Tanzverbot begrüßt. Zehn Prozent der Befragten haben keine Meinung zu der Frage. Bereits in den Vorjahren hatten die Zahlen ähnlich ausgesehen. Wie  in den Vorjahren auch spricht sich mit den über 60-Jährigen allerdings vor allem der ältere Teil der Bevölkerung für das Tanzverbot aus.

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Hunde gegen Allergien und Übergewicht?

Schützender Effekt: Der Kontakt mit Hunden kann vorbeugend gegen Allergien wirken. © Monkeybusiness/ thinkstock
Hund als Schutz: Wenn Kinder von klein auf mit Haustieren aufwachsen, profitiert ihr Immunsystem. Eine Studie zeigt nun, warum das so ist. Demnach verändert der Kontakt mit Hunden oder anderen Vierbeinern während der ersten Lebensmonate die Darmflora der Kinder – und auch im Mutterleib profitieren Ungeborene bereits von einem Tier im Haushalt. Denn dank der pelzigen Mitbewohner reichern sich Mikroben im Darm an, die Forscher mit einem geringeren Risiko für zahlreiche Allergien sowie Übergewicht in Verbindung bringen.

scinexx

Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis: Allergische Erkrankungen manifestieren sich oft schon im Kindesalter. Die Ursachen dafür sind neben der genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren wie Feinstaub, die Ernährung des Kindes oder der fehlende Kontakt mit bestimmten Bakterien.

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Obama kommt zum Kirchentag – politische Religiotie

2008, damals noch nicht US-Präsident, war Barack Obama zum ersten Mal in Berlin. Zum Kirchentag im Mai kommt er nun wieder in die deutsche Hauptstadt. (Foto: REUTERS)
In Berlin jubelten ihm einst 200 000 Menschen zu. Jetzt wird Barack Obama beim Evangelischen Kirchentag sprechen – zwei Präsidentschaften und einen Trump später.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Die Einladung für diesen Dienstag an die Journalisten klingt eigentümlich: „Auftakt zum Reformationssommer – Prominente in Berlin und Wittenberg.“ Dafür eine Pressekonferenz? Man weißt doch, wer zum Evangelischen Kirchentag vom 24. bis 28. Mai nach Berlin und Wittenberg kommen wird: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Sigmar Gabriel, Innenminister Thomas de Maizière, Finanzminister Wolfgang Schäuble – und so weiter.

Im September ist Bundestagswahl, keiner wird fehlen; „Du siehst mich“, ist das Leitwort des Treffens, das passt auch in dieser Hinsicht. Und wo ist jetzt die Überraschung?

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Türkei: Tage der Wölfin

Meral Aksener wirbt eine Woche vor dem Referendum für ein Nein zur Verfassungsreform. (Foto: AFP)
Von allen Gegnern Erdoğans könnte Meral Akşener dem türkischen Präsidenten am gefährlichsten werden. Die Politikerin hat großen Einfluss – und kämpft für ein Nein beim Referendum.

Von Mike Szymanski | Süddeutsche.de

Die „Wölfin“ streift durch die Hauptstraße von Muş, einer Provinzhauptstadt in Ostanatolien. Lila Mantel, Perlenohrringe, prüfender Blick. Der Legende nach hat eine Wölfin die Türken in die Freiheit geführt. Asena nannten sie das Tier. Asena ist ein großer Name in der Türkei. Und so nennen ihre Anhänger diese Frau, Meral Akşener.

Akşener ist Politikerin. In den Neunzigerjahren – es tobte der Krieg gegen die Terrororganisation PKK – war sie Innenministerin, die erste und bislang einzige Frau auf diesem Posten. Seither umgibt die 60-Jährige eine Aura der Härte. Dazu gehört auch, dass sie bis vor Kurzem bei den Ultranationalisten der MHP eine Heimat als Abgeordnete gefunden hat. Die MHP und ihre rechtsextremen Ausleger waren früher gefürchtet. Heute geben sie sich gemäßigt. Akşener war gemessen an MHP-Verhältnissen immer schon moderater.

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Mutmaßlicher „Mopo“-Brandstifter: Rache ja, aber kein Islamismus

Nach dem Brandanschlag auf das Archiv der Hamburger Morgenpost lagen verbrannte Dokumente vor dem Verlagshaus. Foto: dpa/Archiv
Vier Männer sind wegen versuchter schwerer Brandstiftung angeklagt. Tat nur wenige Tage nach „Charlie Hebdo“.

Von Bernhard Sprengel | shz.de

Zum Auftakt eines Prozesses um zwei mutmaßlich islamistisch motivierte Brandanschläge auf das Verlagsgebäude der „Hamburger Morgenpost“ und eine Schule in Altona haben die Angeklagten Teilgeständnisse abgelegt. Drei der vier Männer im Alter zwischen 20 und 22 Jahren beteuerten jedoch in schriftlichen Erklärungen, die ihre Anwälte am Montag verlasen, dass sie nicht strenggläubig seien und Gewalt im Namen des Islams ablehnten.

Mohammed-Karikaturen, wie sie Schüler nach dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in der Schule aufhängten oder die Zeitung auf ihrer Titelseite nachdruckte, müssten toleriert werden, erklärte ein 22-Jähriger über seine Anwältin vor dem Landgericht.

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Erzapostel Marx predigt Wasser – und säuft Wein

Quelle: http://www.bgland24.de

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz fordert höhere Steuern

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Im ehemaligen Nachrichten- und heutigem Meinungsmagazin Der Spiegel meint der Münchner Kardinal Reinhard Marx, „Vermögen und Erbschaften, aber auch der Kapitalverkehr“ müssten stärker besteuert“ werden. Als Begründung dafür nennt der Moralproduzent die „Gerechtigkeit“ und die Sorgen, die sich Geringverdiener um ihre Rente machen müssten (die er ihnen erst nach einer längeren Lebensarbeitszeit auszahlen lassen will).

Eine andere (und von Marx unerwähnte) Möglichkeit, das Problem anzugehen, wäre die Umverteilung von Mitteln, die dem Staat bereits jetzt – also ohne Steuererhöhungen – zur Verfügung stehen. Da ließe sich zum Beispiel an ein Streichen oder Kürzen jener Milliardenbeträge denken, die jenseits der Kirchensteuer aus der Staatskasse in die Taschen der staatlich privilegierten Religionsgemeinschaften fließen.

Ein relativ großer Brocken in diesem Posten sind mit etwa einer halben Milliarde Euro die Gehälter und Pensionen von Kardinälen, Bischöfen, Pfarrern und anderen Kirchenangestellten, die durchaus fünfstellig sein können. Berücksichtigt man die bundesweite Verteilung, kommt gut ein Drittel dieser Staatsapanagen aus den Einkommen konfessionsloser Steuerzahler. Hinzu kommt, dass die beihilfe- und pensionsberechtigten Bezieher weder Solidarbeiträge in die Arbeitslosen- und Rentenversicherung noch in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen müssen.

Wie höherrangige Kirchenmänner leben, bekam die Öffentlichkeit vor dreieinhalb Jahren mit, als der damalige Limburger Bischof Tebartz van Elst den Fehler machte, zwei eidesstattliche Versicherungen abzugeben, um vor dem Landgericht Hamburg einen Maulkorb für die Presse zu erwirken (vgl. Verstoß gegen das Achte Gebot https://www.heise.de/tp/features/Verstoss-gegen-das-Achte-Gebot-3362002.html), weil es damals noch keinen Justizminister Maas und kein Hate-Speech-Gesetz gab. Der Fall weckte auch Interesse am Verdienst und am Lebensstil anderer deutscher Bischöfe. Über Reinhard Marx berichtete n-tv damals:

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Streit um das „protestantische Profil“ im Reformationsjubiläum

Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf vermisst beim Reformationsjubiläum 2017 das „protestantische Profil“.

evangelisch.de

Das Jahr 1517, als Martin Luther seine 95 kirchenkritischen Thesen veröffentlichte, sei ein „mythisches Ursprungsdatum“ verschiedener protestantischer Kirchen gewesen, sagte Graf in einem Gespräch mit dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, das die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) abdruckte. Da könne man schlecht von einem ökumenischen „Christusfest“ reden. Bedford-Strohm wies die Kritik zurück: „Luther selbst hätte die Idee eines Christusfestes ganz gewiss gefallen.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hob Fortschritte im Verhältnis zur katholischen Kirche hervor. Auch diese spreche inzwischen von „versöhnter Verschiedenheit“ zwischen den Konfessionen, selbst Papst Franziskus habe den Begriff verwendet. Niemand wolle heute eine kirchliche Wiedereingliederung unter römische  Oberhoheit („Jurisdiktionsprimat“). „Christus muss der gemeinsame Bezugspunkt der Kirchen werden, und ich sehe da auch eine Dynamik!“, sagte der bayerische Landesbischof.

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Gefährliche Tropenmücke breitet sich in Nordeuropa aus

Asiatische Tigermücke. Bild: wikimedia.org/PD
Sie übertragen Gelbfieber, Zika und Dengue: Tropenmücken können zur echten Gefahr werden. Durch die milden Winter schaffen es immer mehr nach Deutschland. Für 2017 erwarten Experten eine Plage.

SpON

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) gehört zu den hundert schlimmsten invasiven Arten. Einige der exotischen Insekten haben bereits Baden-Württemberg und Thüringen erreicht. Experten rechnen damit, dass sich die Mückenart noch weiter Richtung Nordeuropa ausbreiten wird.

Bisher verhindern niedrige Temperaturen während der Wintermonate in Nord- und Osteuropa meistens, dass sich die Tiere vermehren können, wie Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und der Goethe-Universität Frankfurt am Main berichten. Die Mücken, die beispielsweise mit Reisenden nach Nordeuropa gelangen, können Kälte zwar bis zu einem gewissen Grad aushalten. Liegen die Temperaturen aber unter einer kritischen Grenze, überleben ihre Eier nicht, so die Forscher.

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Der schmutzige Wahlkampf der NRW-AfD

Stiefmütterchen und rechte Hetze: Hinter der bürgerlichen Fassade der AfD kommt so manches schmutzige Detail zum Vorschein. (Foto: dpa)
Die AfD im Westen gibt sich bürgerlich. Im Internet aber zeigt sich: Unter den Parteimitgliedern sind Hetzer, Islamfeinde und Sexisten.

Von Benedikt Peters | Süddeutsche.de

Es gibt diese Momente, in denen man die AfD für eine bürgerliche Partei halten kann. Am Donnerstabend vergangener Woche zum Beispiel, in Mettmann, einer Kleinstadt bei Düsseldorf. Die „Gesellschaft Verein zu Mettmann“ hat zur Podiumsdiskussion in ein Vier-Sterne-Hotel geladen. Gut hundert Zuhörer sitzen auf gepolsterten Stühlen über dickem Teppichboden, und vorn, auf dem Podium neben den anderen Lokalpolitikern, sitzt Herbert Strotebeck in dunklem Anzug und Krawatte.

Strotebeck steht auf Platz fünf der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Nach der Abstimmung am 14. Mai wird er im größten deutschen Landtag sitzen, alles andere wäre bei den derzeitigen Umfragewerten ein Wunder. Er trägt das graue Haar akkurat gescheitelt und spricht in geschliffenen Sätzen: Über die neue Einbruchsstatistik, über den Ausbau der Straßen, darüber, warum er das alte Abitur nach neun Jahren wieder zurück haben möchte. „Ich begründe Ihnen das auch gern. Unsere Kinder können noch genug arbeiten. Wir sollten ihnen mehr Zeit lassen, zum Beispiel, um ein Instrument zu erlernen oder Sport zu treiben.“ Strotebeck bekommt viel Applaus von Mittfünfzigern in Hemden und Sakkos, manchmal sogar mehr als der Mann von der CDU. Hier sitzt ein Bürgerlicher unter Bürgerlichen, so wirkt es.

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Verdächtige Briefe in mehreren türkischen Generalkonsulaten

Quelle: n-tv, Screengrab: bb
Bei mehreren türkischen Generalkonsulaten in Deutschland sind heute Briefe mit verdächtigen Substanzen eingegangen.

Frankfurter Rundschau

Berichte über Funde lagen der Deutschen Presse-Agentur aus den Vertretungen in Frankfurt, Mainz, Hamburg, Hannover und Essen vor. Dort kam es zu teils größeren Polizei- und Feuerwehreinsätzen. An keinem der Orte entpuppte sich die Substanz jedoch als gefährlich. Türken in Deutschland hatten bis gestern die Möglichkeit, für oder gegen das Präsidialsystem zu stimmen. Die Stimmabgabe erfolgte unter anderem in den türkischen Generalkonsulaten.

Eklat um Kunstaktion in Kärntner Kirche: „Frauen dürfen die Kirche nur putzen“

foto: kalian Sechs mal drei Meter groß war das Plakat, das zu Wirbel in einer Pfarre in Klagenfurt geführt hat. Der Künstler wollte damit Frauen in der Kirche thematisieren.
Ein Kärntner Künstler hatte in der Klagenfurter Stadtpfarre ein großflächiges Bild einer gekreuzigten, blutenden Frau entrollt. Die Polizei ermittelt nun wegen „Herabwürdigung religiöser Lehren „.

Von Walter Müller | derStandard.at

„Ich bin ein gläubiger Mensch und ich habe auch das Recht, die Situation der Frauen aufzuzeigen. Aber dieser Hass, mit dem der Pfarrer mein Transparent mit der gekreuzigten Frau heruntergerissen hat, macht mich schon sehr nachdenklich“, sagt der Künstler Hans Gerhard Kalian. Gegen den Grafiker wird seit Palmsonntag von der Polizei wegen „Herabwürdigung religiöser Lehren“ ermittelt. Für dieses Delikt steht eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten.

Kalian hatte – während der Pfarrer im Außenbereich der Stadthauptpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt zur Prozession rief – in der Kirche ein sechs Mal drei Meter großes Transparent entrollt, auf dem unter anderem eine gekreuzigte Frau mit blutigen Flecken auf ihrem weißen Kleid zu sehen war. Die Gattin des Künstlers verteilte Flyer mit entsprechendem Infomaterial zur Arbeit ihres Mannes.

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This Transgenic Mouse Is a Flu Pandemic Canary

Image: MOTHERBOARD
An early-warning system for the biological ‚big one.‘

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

It’s a disquieting thought: What lies between us and a civilization-shaking flu pandemic is something like luck. Flu strains evolve and change, becoming more or less lethal yearly. The swine flu pandemic of 2009 is one recent example. That outbreak killed at least 18,000—far less in total than claimed by common seasonal flu strains, but with a far shorter reach. Swine flu was particularly anxiety-inducing for its talent for killing the young and healthy.

The 2009 swine flu was a new strain related to the flu behind the 1918 flu pandemic, which killed 50 to 100 million people. Its newness meant that it could evade existing flu vaccines. That flu evolves is what makes it frightening. The virus that for most of us means a few days of Netflix and ginger ale could mean far more dire things. And the appearance of a new flu strain, particularly one gaining the ability to jump from animals to humans, is unpredictable. A roll of the genetic dice.

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