Der schmutzige Wahlkampf der NRW-AfD


Stiefmütterchen und rechte Hetze: Hinter der bürgerlichen Fassade der AfD kommt so manches schmutzige Detail zum Vorschein. (Foto: dpa)
Die AfD im Westen gibt sich bürgerlich. Im Internet aber zeigt sich: Unter den Parteimitgliedern sind Hetzer, Islamfeinde und Sexisten.

Von Benedikt Peters | Süddeutsche.de

Es gibt diese Momente, in denen man die AfD für eine bürgerliche Partei halten kann. Am Donnerstabend vergangener Woche zum Beispiel, in Mettmann, einer Kleinstadt bei Düsseldorf. Die „Gesellschaft Verein zu Mettmann“ hat zur Podiumsdiskussion in ein Vier-Sterne-Hotel geladen. Gut hundert Zuhörer sitzen auf gepolsterten Stühlen über dickem Teppichboden, und vorn, auf dem Podium neben den anderen Lokalpolitikern, sitzt Herbert Strotebeck in dunklem Anzug und Krawatte.

Strotebeck steht auf Platz fünf der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Nach der Abstimmung am 14. Mai wird er im größten deutschen Landtag sitzen, alles andere wäre bei den derzeitigen Umfragewerten ein Wunder. Er trägt das graue Haar akkurat gescheitelt und spricht in geschliffenen Sätzen: Über die neue Einbruchsstatistik, über den Ausbau der Straßen, darüber, warum er das alte Abitur nach neun Jahren wieder zurück haben möchte. „Ich begründe Ihnen das auch gern. Unsere Kinder können noch genug arbeiten. Wir sollten ihnen mehr Zeit lassen, zum Beispiel, um ein Instrument zu erlernen oder Sport zu treiben.“ Strotebeck bekommt viel Applaus von Mittfünfzigern in Hemden und Sakkos, manchmal sogar mehr als der Mann von der CDU. Hier sitzt ein Bürgerlicher unter Bürgerlichen, so wirkt es.

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