Kühe: Religionsstreit eskaliert


Nadrenda Modi.
In Indien verschärft sich die Gewalt gegen Muslime. Als Anlass gilt ein Religionsstreit über Kühe, die bei der hinduistischen Mehrheit des Landes als heilig verehrt werden. Im Großteil Indiens ist es verboten, die Tiere zu töten. Die meisten Schlachter sind muslimisch. Es ist ein Stellvertreterkrieg, bei dem Minderheiten von Fundamentalisten unterdrückt werden.

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Zuletzt eskalierte die Situation erneut, als im Bundesstaat Rajasthan selbst ernannte Kuhschutztruppen eine Gruppe muslimischer Männer angriff. Eines der Opfer starb am Dienstag im Krankenhaus. Die radikal-hinduistischen Angreifer hatten die Männer verdächtigt, Kühe zu einem Schlachthaus zu transportieren. Die Polizei fahndet nach fünf Hauptverdächtigen und ermittelt laut BBC nun wegen Mordes. „Wir sichten Videomaterial, um mögliche Angreifer zu identifizieren. Allem Anschein nach gehören sie zu einer Kuhschutztruppe“, so ein Polizeisprecher.

In vielen Teilen des Subkontinents sind diese Schutztruppen für Kühe, die sich selbst auch als Schutzmacht des Hinduismus ansehen, aktiv. Sie stellen etwa vor allem in grenznahen Gebieten Straßensperren auf und kontrollieren Lkws und andere Transportfahrzeuge. Ihre Ziele sind angebliche Kuhschmuggler, die Tiere zum Fleischverkauf ins Ausland bringen sollen. Allzu oft enden diese Kontrollen in schweren Übergriffen.

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