Kein Abschied von der Willkommenskultur, sondern „Willkommensrealismus“


Willkommenskultur © Joe Shlabotnik @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Aus der jüngsten Bertelsmann-Studie über die Willkommenskultur haben Medien überwiegend die zurückgehende Aufnahmebereitschaft hervorgehoben. Dass die Bürger weiterhin und mehrheitlich Flüchtlinge in Deutschland weiter willkommen heißen, ging dabei unter.

Von Ulrich Kober | MiGAZIN

Willkommenskultur auf der Kippe, Willkommenskultur, das war einmal, Abschied vom Willkommen– so kommentieren einige nationale Medien die jüngste Studie der Bertelsmann Stiftung zur Willkommenskultur. Dafür wird vor allem der Befund herangezogen, dass jetzt eine knappe Mehrheit von 54 Prozent gegenüber 40 Prozent der Befragten Anfang 2015 sagt, Deutschland habe die Belastungsgrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen erreicht. Das greifen vor allem auch internationale Medien auf: „We cannot take in any more refugees, say most Germans“, titelt der Irish Independent und ähnlich die britischen Daily Telegraph, Daily Express oder die türkische Daily Sabah.

Die zurückgehende Aufnahmebereitschaft überrascht allerdings nicht wirklich. Schließlich hat Deutschland seit Januar 2015, als die Frage zur Aufnahmebereitschaft zum ersten Mal gestellt wurde, in den letzten beiden Jahren 1,2 Mio. Asylsuchende und damit die weitaus meisten Flüchtlinge aufgenommen, die nach Europa gekommen sind. Andere Länder in der EU haben sich zurückgehalten.  Auch dieser Kontext ist wichtig, um das Antwortverhalten richtig einzuordnen. Denn 81 Prozent in Deutschland wünschen sich zugleich mehr Fairness bei der Verteilung der Flüchtlinge.

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