Vom Deutschland-Erklärer zum Moschee-Reporter

Constantin Schreiber bei der Vorstellung seines Buches „Inside Islam“ (picture-alliance / dpa / Britta Pedersen)
Das Buch „Inside Islam“ des Journalisten Constantin Schreiber ist aus dem Stand auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste gesprungen. Warum wird eine Sammlung von übersetzten Freitagspredigten aus 13 deutschen Moscheen zum Verkaufshit?

Von Sandro Schroeder | Deutschlandradio Kultur

Vom Gesicht der Willkommenskultur zum Gesicht der Misstrauenskultur, schreibt die Tageszeitung „Taz“ über Constantin Schreiber. Schließlich hat der Journalist für seine arabischsprachige Integrations-Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ 2016 den Grimme-Preis bekommen.

In seinem Buch „Inside Islam“ wechselt Schreiber nun die Rollen: Vom Deutschland-Erklärer für Geflüchtete zum Moschee-Reporter für die Deutschen.

Allein dieser oberflächliche Gesprächswert wird dem Buch zu mehr Verkäufen verholfen haben, als der eigentliche Inhalt. Der bleibt weit zurück hinter dem aufbauschenden Titel „Inside Islam“. Hier wird keine Weltreligion beschrieben, kein „Moschee-Report“ geliefert – sondern ein sehr kleiner und subjektiver Einblick durch die Brille eines Laien.

„Inside Islam“: Kein echter Versuch, die Religion für Laien zu erklären

Constantin Schreiber hat sich 13 Moscheen ausgesucht – aus deutschlandweit deutlich über 2.000 – und dort jeweils eine einzige Freitagspredigt besucht. „Inside Islam“ besteht größtenteils aus den übersetzten Predigten in voller Länge, ergänzt um Experten-Meinungen, Reportage-Eindrücke und Deutungen von Schreiber sowie kurzen Interviews mit den predigenden Imamen.

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«Es braucht aufgeklärten Glauben»

«Der Gläubige lässt dem dauernden Zweifel Raum»: Christian Rutishauser. Fotos: Reto Oeschger
Christian Rutishauser ist der oberste Schweizer Jesuit. Er sagt, das Christentum solle hierzulande nicht krampfhaft an Privilegien festhalten.

Interview Daniel Foppa | Der Bund

Sie sind eben zurückgekehrt aus Israel, einem Land, das stark unter religiösen Konflikten leidet. Die säkulare Schweiz kennt dieses Problem nicht. Kann man sagen: Je weniger die Religion in einem Staat eine Rolle spielt, desto weniger Probleme gibt es?
Das wäre ein Kurzschluss. Auch in einer säkularen Gesellschaft gibt es ideologische Probleme und weltanschauliche Kämpfe. So wie die Religionen besitzen Politik und Wirtschaft ihre Ambivalenz. Das Zusammenleben in einer Gesellschaft ist an sich konfliktuös. Die Religionen haben einen grossen Beitrag zur Entspannung geleistet, etwa im sozialen Bereich oder bei der Bildung.

Trotzdem wird viel Leid von Personen verursacht, die sich auf eine Religion berufen – derzeit etwa mit dem islamistischen Terror.
Extremformen von Religionen sind eher ein Problem, das die säkulare Welt geschaffen hat. Oft sind wirtschaftliche Gründe die Ursache dafür, dass Menschen extremistisch handeln und dazu eine Religion instrumentalisieren. Der Mensch hat eine religiöse Seite, eine Offenheit zur Transzendenz hin. Wird diese Seite bekämpft oder unterdrückt, verschafft sie sich erst Recht Raum. Extremismus ist eine Art Rückkehr des Verdrängten, eine Religion in verzerrter Form, um in der Terminologie von Sigmund Freud zu sprechen. Es wäre falsch, die Religion auf etwas Vormodernes zu reduzieren und in einen Gegensatz zur Aufklärung zu stellen.

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„Immer mehr Ausnahmen zum Tanzverbot an Karfreitag zu erwarten“

Das Tanzverbot an Karfreitag wird nach Einschätzung von Rechtswissenschaftlern künftig immer häufiger durch Ausnahmeregeln durchbrochen. „Je mehr die religiöse Vielfalt in der Gesellschaft wächst, umso stärker wird das Bedürfnis nach Ausnahmegenehmigungen – genauso steigt die Bereitschaft, sie zu erteilen“, sagt der Jurist Prof. Dr. Fabian Wittreck vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster
Viola van Melis Zentrum für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Am Ende werden stille Feiertage möglicherweise faktisch dadurch reduziert, dass sie auf bestimmte Bereiche wie Gotteshäuser und Gebetszeiten eingeschränkt werden.“ Das Bundesverfassungsgericht habe „diesen Weg in die Zukunft“ jüngst gewiesen, indem es die fehlende Möglichkeit zur Ausnahmegenehmigung im bayerischen Gesetz bemängelte.

„Die wachsende religiöse Pluralisierung setzt das bisherige Arrangement bei den Feiertagen unter Druck“, führt Prof. Wittreck aus. „Das verbietet nicht den Fortbestand christlicher Feiertage, verlangt aber, dass auch andere religiöse Gruppen berücksichtigt werden – was beim Islam leichter fallen wird als bei den Konfessionslosen, die sich quasi noch auf einen ‚Schutzheiligen‘ einigen müssten.“ Der Wissenschaftler erläutert, mit dem rechtlichen Konzept der stillen Feiertage würden tatsächlich „Menschen, die sich an diesen Tagen laut vergnügen wollen, in ihrer Freiheit eingeschränkt“. Es handele sich jedoch nicht um eine Einschränkung der sogenannten negativen Religionsfreiheit, wie oft unterstellt werde, also der Freiheit, keinen Glauben zu haben und sich an religiöse Gebote nicht zu halten. „Denn der Staat zwingt sie nicht zu religiöser Einkehr oder Bußübungen.“

„Kein Privileg“

Dass das Gebot der Stille an Karfreitag ursprünglich religiös ist, hindert den Staat nach den Worten des Wissenschaftlers nicht daran, Feiertage wie diesen durch das inzwischen staatliche Gebot besonders auszuzeichnen. „Immerhin gibt es auch nicht-religiöse stille Feiertage“, so Wittreck. Generell dienten Feiertage der Einsicht, dass eine Gesellschaft Tage des gemeinsamen Innehaltens brauche, andernfalls gelinge weder Familienleben noch das Handeln von Akteuren der Zivilgesellschaft. „Ein weiterer gesellschaftlicher Zweck von Feiertagen: Eine Gesellschaft kann damit symbolisch Wertschätzungen signalisieren, an Nationalfeiertagen für sich selbst, an Gedenktagen für Opfer, an religiösen Feiertagen für die Rolle der Religion“, so der Jurist. „Das ist kein Privileg, sondern – in einer ehemals fast rein christlichen Gesellschaft wie der deutschen – ein Akt der Selbstbeschreibung und Selbstvergewisserung. Erst die wachsende Zahl der Religionen erfordert eine Anpassung an die Bedürfnisse weiterer Gruppen.“

Prof. Dr. Fabian Wittreck leitet am Exzellenzcluster das Forschungsprojekt A2-20 „Rechts- und Gerichtspluralismus als Antwort auf normative Krisen“. Das Projekt untersucht, wie verschiedene staatliche Rechtsordnungen mit religiöser Vielfalt umgehen und wie eine rechtliche Antwort auf zunehmende religiöse Vielfalt aussehen sollte.(dak/vvm)


Weitere Informationen:

https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2017/apr/PM_Karfreita…


OSZE beklagt Behinderung des Nein-Lagers in Türkei

Die Gegner der Verfassungsänderung in der Türkei sind bei ihrem Wahlkampf laut OSZE erheblichen Behinderungen ausgesetzt.

Frankfurter Rundschau

Der Direktor des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte in Warschau, Michael Link, nannte in der „Welt“ die unter dem Ausnahmezustand nach dem Putschversuch eingeschränkte Versammlungsfreiheit. Zudem seien die Medienberichterstattung unausgewogen und zahlreiche Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP inhaftiert. Am Sonntag können die Türken über das von Präsident Erdogan angestrebte Präsidialsystem abstimmen.

Missbrauchsvorwürfe gegen UN: Mädchen klagt an

In den vergangenen zwölf Jahren soll es einer Untersuchung zufolge hundertfach zu sexuellem Missbrauch durch UN-Blauhelme gekommen sein. Ein Mädchen schildert, dass sie Sex mit 50 Friedenssoldaten hatte.

DIE WELT

In den Ruinen einer früheren Ferienanlage versuchten verwaiste oder von ihren Eltern verlassene Kinder, sich irgendwie allein durchzuschlagen. Sie bettelten um Essen, aber konnten nie genug zusammenbekommen, um ihren Hunger zu stillen. Bis eines Tages die UN-Blauhelme nur eine paar Straßenzüge entfernt ihr Quartier aufschlugen.

Die Männer boten den haitianischen Kindern Kekse und andere Snacks an. Manchmal gaben sie ihnen auch ein paar Dollar. Aber der Preis war hoch: Die Blauhelme aus Sri Lanka wollten von den Mädchen und Jungen, manche davon gerade mal zwölf Jahre alt, Sex als Gegenleistung.

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Kauder: „Im Islam gibt es leider Defizite“

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat an Muslime weltweit appelliert, Christen tolerant zu begegnen. Religionsfreiheit sei ein Gradmesser auch für andere Freiheitsrechte. Sorge machten ihm Ägypten, der Irak, Syrien und die Türkei.

SpON

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat zu Ostern von Muslimen weltweit mehr religiöse Toleranz gefordert. „Im Islam gibt es hier leider Defizite“, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Gerade die Fanatiker der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) beriefen sich leider auch auf die Lehren des Korans.

„Diesen offenkundigen Irrlehren muss von den geistigen Autoritäten des Islams noch stärker widersprochen werden“, sagte Kauder. Diese müssten „doch selbst ein hohes Interesse haben, dass ihre Religion nicht von Fanatikern diskreditiert wird“.

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Heinrich Bedford-Strohm zum Karfreitag 2017

Am Karfreitag gedenken Christinnen und Christen in aller Welt des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Sie öffnen damit den Raum für etwas, was für eine Gesellschaft insgesamt, weit jenseits der christlichen Tradition, von zentraler Bedeutung ist. Der Karfreitag lehrt uns sehen. Auch da, wo das Wegschauen einfacher wäre. Ein stiller Feiertag lehrt uns, gegenüber dem Leiden der Menschen in der Welt nicht abzustumpfen. Sondern dem Horror von Sterben und Gewalt an viel zu vielen Orten dieser Erde ins Gesicht zu schauen. Das Leid von Menschen hier, die in Armut leben und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen sind, zu sehen – dazu ist der Karfreitag ein besonderer Ort.

Es ist manchmal schwer, das Leiden auszuhalten, im persönlichen Lebensumfeld genauso wie in der Welt. Die Versuchung ist groß, über das Leiden durch billigen Optimismus hinwegzugehen. Dem hat Martin Luther widersprochen: „Der Theologe der Herrlichkeit“ – so sagt er in seiner Heidelberger Disputation von 1518 kritisch – „nennt das Schlechte gut und das Gute schlecht.“ Und fügt dann hinzu: „Der Theologe des Kreuzes nennt die Dinge, wie sie wirklich sind.“

Die Dinge nennen, wie sie wirklich sind – das lehrt uns der Karfreitag. Das Leiden der Menschen im persönlichen Umfeld wahrnehmen, es auszuhalten und mitzutragen.

Deswegen ist der Karfreitag als stiller Feiertag für unser ganzes Land so wichtig. Daran können auch Provokationen, die diesen Tag zum Partytag machen wollen, nichts ändern.

Wir Christen glauben an einen Gott, der den Menschen gerade im Leiden nah ist, weil er das Leiden in seinem Sohn Jesus Christus am Kreuz selbst erfahren hat. Einen größeren Trost kann es im Leiden nicht geben.

Hannover, 12. April 2017

Pressestelle der EKD
Michael Brinkmann

Wegen Glockengeläuts drohte er, zwei Kirchen in die Luft zu sprengen

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Zu acht Monaten Haft auf Bewährung plus Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Westerburg den Schreiber einer Droh-Email, Urteil jetzt rechtskräftig

kath.net

Ein 39-Jähriger hatte vergangenen Oktober in einer Email damit gedroht, die beiden Kirchen in Hachenburg zu sprengen, weil ihn das Läuten der Glocken störte. Das berichtete der SWR. Der in der Nachbarschaft einer der beiden Kirchen Lebende gestand inzwischen seine Drohung und zog seinen ursprünglichen Einspruch gegen das Urteil des Amtsgerichts Westerburg zurück. Damit wurde der Strafbefehl über acht Monate Gefängnis auf Bewährung plus Geldstrafe rechtskräftig.

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Bundesregierung will Kindergeld für viele EU-Ausländer kürzen

Symbolfoto Taichiro Ueki @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
EU-Ausländer, deren Kinder im Ausland leben, sollen in Zukunft weniger Kindergeld erhalten. Maßstab sollen die jeweiligen Lebenshaltungskosten im Mitgliedsstaat sein. Kritik erntet der Vorstoß beim Deutschen Gewerkschaftsbund und bei den Grünen.

MiGAZIN

In Deutschland arbeitende EU-Ausländer, deren Kinder in einem EU-Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten leben, sollen nach dem Willen der Bundesregierung weniger Kindergeld erhalten. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch ein Eckpunkte-Papier, nach dem die Höhe des Kindergelds an die Lebenshaltungskosten des EU-Wohnsitzes des Kindes angepasst werden soll.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte nach der Kabinettssitzung, die Bundesregierung bekenne sich zur Personenfreizügigkeit als einem der Grundpfeiler der EU. Die konkrete Ausgestaltung dieser Freizügigkeit müsse jedoch „aktuellen Entwicklungen und tatsächlichen Umständen“ angepasst werden.

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Tagträumen: Von wegen Fehler im System

Den Gedanken einfach mal freien Lauf lassen – das kann richtig gut tun. © MPI CBS
Mehr als nur loses Gedanken-Wirrwarr: Tagträume gelten gemeinhin als störende mentale Aussetzer. Doch solche Auszeiten haben auch etwas Positives. Denn wer seinen Gedanken regelmäßig bewusst freien Lauf lässt, bei dem arbeiten bestimmte Hirnregionen, die für die kognitive Kontrolle zuständig sind, besser zusammen. Tagträumen ist demnach alles andere als ein unkontrollierter Prozess – sondern kann im Gegenteil sogar beim Lösen von Problemen helfen.

scinexx

Wer kennt das nicht: Am Schreibtisch im Büro sinnieren wir über den bevorstehenden Urlaub, planen auf dem Heimweg gedanklich schon das Wochenende durch oder grübeln beim Autofahren plötzlich darüber nach, ob wir wirklich die Haustür abgeschlossen haben. Immer wieder schweifen wir im Alltag mit unseren Gedanken von der Situation im Hier und Jetzt ab.

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Saudi-Arabien: 200 Millionen US-Dollar täglich für den Krieg im Jemen

Zerstörungen in den Wohngebieten in der Nähe des Berges Attan bei Sanaa durch den Luftangriff vom 20. April 2015 während der Operation Decisive Storm. Bild: Ibrahem Qasim / CC BY-SA 4.0
Das WFP bräuchte etwa das Fünffache für den Rest des Jahres gegen die Hungersnot. Die Spendenbereitschaft der kriegführenden Länder ist gering

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Über die genauen Kosten der 59 Tomahawk-Marschflugkörper, die am 6. April auf den syrischen Militärflughafen abgefeuert wurden, gibt es unterschiedliche Angaben. Manche beziffern die Kosten auf 1 Million Dollar pro Rakete. Im Budget der Navy schlagen die neuesten Versionen mit 1,5 Millionen US-Dollar zu Buche.

Nimmt man den niedrigeren Preis, obwohl die älteren Raketen wahrscheinlich durch neuere Modelle ersetzt werden, so kommt man bei einer konservativen Schätzung auf materielle Gesamtkosten des Luftangriffs von etwa 60 Millionen Dollar.

Das liegt rund 7 Millionen Dollar unter der Jemen-Hilfe, wie sie das „Geber-Profil USA“ des Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) für das Jahr 2017 ausweist. Die Supermacht stellt demnach in diesem Jahr 66.865.626 Dollar für „sofortige, umfassende und nachhaltige Hungerhilfe“ im Jemen zur Verfügung.

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Die Einnahmen der Kirchen sprudeln wie nie

Bild: tilly
Die Kirche profitiert vom Wirtschafts-Boom. Die Kirchensteuer bemisst sich an der Lohnsteuer und ist so hoch wie selten. 2017 wird der nächste Rekord erwartet. Wie lange kann das so weitergehen?

Von Jan Grossarth | Frankfurter Allgemeine

Der Bischof von Görlitz hat eine frohe Botschaft. Sein Bistum, gemessen an den Mitgliedern das kleinste in Deutschland, wächst wieder. Rund 400 neue Katholiken weist die Statistik für 2016 aus, die ihm seit wenigen Tagen vorliegt. Jetzt sind es wieder mehr als 29.000 nach 28.795 im Vorjahr. Er habe sich „sehr gewundert“, sagte Bischof Wolfgang Ipolt der F.A.Z.. Denn in fast allen deutschen Bistümern und evangelischen Landeskirchen sinken die Mitgliederzahlen seit Jahren, neben Görlitz ist Berlin wegen des starken Zuzugs von Katholiken aus aller Welt eine Ausnahme. In Görlitz sind die vielen katholischen Polen, die auf die deutsche Seite der Grenzregion umziehen, der Grund.

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Bernau rehabilitiert Opfer der Hexenverfolgung

Das historische Stadttor in Bernau. Die Stadt ist die erste Gemeinde in Brandenburg, die Opfer der Hexenverfolgung rehabilitiert.Foto: Thilo Rückeis
Die Stadt Bernau würdigt die Opfer der Hexenjagd. Was kurios klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Der Schritt ist ein Zeichen gegen Diskriminierung.

Von Hannes Soltau | DER TAGESSPIEGEL

Am 18. August 1619 starb Orthie Meermann in Bernau an den Folgen der Folter. Ihre Geschichte als Angeklagte in einem Hexenprozess wurde von den Chronisten ausführlich dokumentiert. Nicht nur ihre Großmutter und ihre Mutter wurden im Zuge der Hexenverfolgung ermordet – auch ihre Tochter starb auf dem Scheiterhaufen. Die vier Bernauer Frauen wurden Opfer einer brutalen Hetzjagd, die in der frühen Neuzeit bis zu 60000 Menschen in ganz Europa das Leben kostete.

Als erste Kommune in Brandenburg hat nun die Stadt Bernau die Opfer der Hexenverfolgung öffentlich rehabilitiert. In der Begründung des Stadtparlaments heißt es: „Die Rehabilitierung der unschuldig gequälten und hingerichteten Opfer ist ein Akt im Geiste der Erinnerung und Versöhnung“. Sören-Ole Gemski, der für die Linke im Stadtparlament sitzt, hatte den Antrag eingereicht.

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„Es gibt bessere Orte in der Welt, nach der Sharia zu leben, als Europa“

Wolfgang Schäuble. – (c) APA/AFP/STEFFI LOOS
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble übt heftige Kritik am türkischen Präsidenten Erdogan. Er wirft ihm vor, Konflikte aus der Türkei nach Deutschland getragen zu haben.

Die Presse.com

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgeworfen, Konflikte aus dessen Land nach Deutschland getragen zu haben. „Das ist schon ziemlich ärgerlich, was der Mann macht“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend bei einer Veranstaltung von Deutschlandfunk und „Neuer Zürcher Zeitung“ in Berlin.

Grundsätzlich müsse man den Menschen aus muslimisch geprägten Ländern sagen, dass sie in Deutschland willkommen seien. Man müsse ihnen aber auch klarmachen, dass sie die Lebensweise und alle Grundwerte akzeptieren müssten. „Wenn Ihnen das nicht passt, (…) dann habt Ihr eine falsche Entscheidung getroffen“, sagte er an diese Menschen gerichtet. „Es gibt bessere Orte in der Welt, nach der Sharia zu leben, als Europa.“

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Alabama Senate Votes to Give Church Its Own Armed Police Force

Photo Credit: Shutterstock / CREATISTA

A church in Alabama is well on its way to having its own police force. On Tuesday, Alabama state senators voted overwhelmingly in favor of a bill that would allow Briarwood Presbyterian, in suburban Birmingham, to have its own cops.

By Kali Holloway | Alternet

Now the proposed legislation heads to the desk of Governor Kay Ivey, who was sworn in days ago after Robert Brentley resigned in disgrace over a sex scandal.

Alabama Senate Bill 193 is sponsored by Republican Majority Leader J.T. „Jabo“ Waggoner, who has represented the district for nearly 30 years, making him one of the longest-serving — and most powerful — senators in the state legislature. The bill would endow the church with the power to “appoint and employ one or more persons to act as police officers,” and would give members of the church police department “all of the powers of law enforcement officers in this state.”

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Neuartiger Mikroprozessor ist nur drei Atome dick

Neben den 15 eigentlichen Mikroprozessoren sind diverse Teststrukturen auf dem Chip. © Technische Universität Wien / Stefan Wachter
Nur drei Atomlagen dick: Aus „zweidimensionalen“ Schichten haben Forscher erstmals einen eigenständig funktionierenden Mikroprozessor hergestellt. Die mit Molybdändisulfid realisierten Prozessoren sind extrem flexibel und können viel kleiner produziert werden als herkömmliche integrierte Schaltkreise. Sie könnten daher die bald an ihre Grenzen stoßenden Silizium-Prozessoren ablösen.

scinexx

Im Zeitalter von Computern und Smartphones sind Mikroprozessoren heute allgegenwärtig und werden ständig weiterentwickelt. Von Beginn an ist der Halbleiter Silizium das Material der Wahl, wenn es um deren Produktion geht. Doch im Zuge der fortschreitenden Miniaturisierung der Schaltkreise stößt dieser allmählich an seine physikalischen Grenzen.

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Bullshistic: Althusmann betont die hohe Bedeutung des Karfreitags

Bernd Althusmann – berndalthusmann.de – Chaperon
Althusmann betont die hohe Bedeutung des Karfreitags und mahnt mehr Achtung und Respekt vor diesem kirchlichen Feiertag an, statt alljährlich erneut über Aufhebung des Tanzverbots zu debattieren. Der CDU-Landesvorsitzende Dr. Bernd Althusmann mahnt mehr Achtung vor einem der höchsten kirchlichen Feiertage an und erwartet dies auch von den Gegnern des sog. Tanzverbotes an Karfreitagen.

BUNDESPRESSEPORTAL

„Das Osterfest erinnert uns an das Fundament unseres christlichen Glaubens. Dieser kirchliche Feiertag sollte grundsätzlich mehr Respekt und Wertschätzung auch von denen erfahren, die ihn offenbar ablehnen oder in Frage stellen wollen. Der besondere Schutz des Karfreitags in Erinnerung an Jesus Christus, der für uns am Kreuz gestorben ist, das ist keineswegs eine angestaubte Tradition, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer vom Christentum geprägten Gesellschaft “, betont Althusmann. Der Karfreitag zähle zu den höchsten christlichen Feiertagen und sei dem Gedenken an den Leidensweg und der Kreuzigung Jesu Christi gewidmet. „Viele vergessen den kirchlichen Bezug zum Karfreitag. Wir sollten diesen Tag nutzen, um uns an den Ursprung des christlichen Glaubens vom Tod am Kreuz bis hin zur Auferstehung zurückzuerinnern. Viele Menschen finden Kraft und Halt in ihrem christlichen Glauben und deshalb hat dieser kirchliche Feiertag eine besondere Bedeutung gerade in so unfriedlichen Zeiten wie heute.“

Von Aufrufen zu Tanzdemonstrationen – wie beispielsweise von den Jugendorganisationen von SPD und Grünen in Hannover – hält der CDU-Landesvorsitzende nichts. „ Für die große Mehrheit in unserem Land haben die kirchlichen Feiertage nach wie vor eine hohe Bedeutung. Ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, an einem Tag im Jahr auf öffentliche Tanzveranstaltungen und laute Musik zu verzichten“, so der CDU-Landesvorsitzende Niedersachsens. Das sieht auch die Mehrheit der Deutschen so: In einer aktuellen YouGov-Umfrage sprachen sich 52 Prozent der Befragten gegen die Aufhebung des Tanzverbotes aus.

Evangelische Kirche verteidigt Kirchenasyl

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat das Kirchenasyl verteidigt und als rechtmäßig beurteilt. „Es stellt das staatliche Gewaltmonopol nicht in Frage, sondern wird im Einklang mit den verfassungsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Bindungen der evangelischen und katholischen Kirche gewährt“, sagte der Bevollmächtigte des Rates der EKD in Berlin, Martin Dutzmann, am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zudem sei das Kirchenasyl „Ausdruck einer langen christlich-humanitären Tradition“.

evangelisch.de

Nach Medienberichten vom Mittwoch wollen zwei AfD-Politiker den beiden großen Kirchen mit einem Antrag für den Bundesparteitag am 22. und 23. April in Köln den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts entziehen lassen. Der niedersächsische AfD-Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel begründe seinen Vorstoß mit der Duldung des Kirchenasyls in einer Anzahl von Gemeinden, meldete das RedaktionsNetzwerk Deutschland am Mittwoch. Damit hätten die Kirchen das staatliche Gewaltmonopol missachtet. In den vergangenen Wochen war die Praxis des Kirchenasyls verstärkt in die Kritik geraten, besonders von bayerischen Landespolitikern.

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Warum Menschen freiwillig einer Hinrichtung zusehen

Diese drei von acht Männern sollen nach Ostern hingerichtet werden. Inzwischen haben sich genügend Freiwillige gefunden, die dabei zusehen Quelle: AFP
In Arkansas sollen acht Menschen hingerichtet werden. Dafür suchten die Behörden verzweifelt nach freiwilligen Zuschauern. Was sind das für Leute, die einem Menschen beim Sterben zusehen wollen?

Von Michael Remke | DIE WELT

Als Wendy Kelley in den vergangenen Wochen beim lokalen Rotary Club in Little Rock in Arkansas vorsprach und nach Freiwilligen suchte, dachte der amtierende Vereinspräsident Bill Booker zunächst an einen Witz. „Zwischendurch mussten wir alle einmal herzlichst lachen“, erinnert er sich an die Stimmung. „Wir waren uns sicher, dass sie das nicht ernst meinen konnte.“ Doch es dauerte nicht lange, bis Booker und die rund 360 Mitglieder des exklusiven Vereins verstanden, dass die Bitte ernst gemeint war – todernst sogar.

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Government Hackers Used Microsoft Word Zero-Day to Install Spyware on Russian Targets

Image: MOTHERBOARD
The hackers exploited the unknown vulnerability to install spyware made by the infamous surveillance company FinFisher.

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

An unknown group of government hackers used the recently discovered vulnerability in Microsoft Word to target Russian victims with booby-trapped documents.

The hackers leveraged a military manual written in Russian, a document referencing the Russian Ministry of Defense, as well as a document that promised to reveal the „top 7 hot hacker chicks“ to lure victims into opening the .doc attachments. If the targets fell for it, they’d get hacked thanks to the Microsoft Word zero-day and infected with FinSpy, spyware made by the infamous surveillance technology firm FinFisher.

Security researchers working at FireEye, as well as Claudio Guarnieri, a malware hunter and senior technologist at Amnesty International, spotted these operations in the wild. The hackers, whoever they were, left a series of booby-trapped documents on a server online.

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