Bernau rehabilitiert Opfer der Hexenverfolgung


Das historische Stadttor in Bernau. Die Stadt ist die erste Gemeinde in Brandenburg, die Opfer der Hexenverfolgung rehabilitiert.Foto: Thilo Rückeis
Die Stadt Bernau würdigt die Opfer der Hexenjagd. Was kurios klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Der Schritt ist ein Zeichen gegen Diskriminierung.

Von Hannes Soltau | DER TAGESSPIEGEL

Am 18. August 1619 starb Orthie Meermann in Bernau an den Folgen der Folter. Ihre Geschichte als Angeklagte in einem Hexenprozess wurde von den Chronisten ausführlich dokumentiert. Nicht nur ihre Großmutter und ihre Mutter wurden im Zuge der Hexenverfolgung ermordet – auch ihre Tochter starb auf dem Scheiterhaufen. Die vier Bernauer Frauen wurden Opfer einer brutalen Hetzjagd, die in der frühen Neuzeit bis zu 60000 Menschen in ganz Europa das Leben kostete.

Als erste Kommune in Brandenburg hat nun die Stadt Bernau die Opfer der Hexenverfolgung öffentlich rehabilitiert. In der Begründung des Stadtparlaments heißt es: „Die Rehabilitierung der unschuldig gequälten und hingerichteten Opfer ist ein Akt im Geiste der Erinnerung und Versöhnung“. Sören-Ole Gemski, der für die Linke im Stadtparlament sitzt, hatte den Antrag eingereicht.

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