„Dieses System eines Despoten müssen wir Kurden boykottieren“


Die rund 15 bis 20 Millionen stimmberechtigen Kurden stellen circa ein Viertel der türkischen Gesamtbevölkerung / picture alliance
Der Ausgang des türkischen Verfassungsreferendums ist nach wie vor offen. Ausschlaggebend könnten die in der Türkei und Deutschland lebenden Kurden sein. Die meisten haben wohl mit „Nein“ gestimmt. Warum, das haben uns zwei von ihnen erzählt

VON LENA BASELER, JULIA MIRKIN | Cicero

Fragt man *Azad, woher er stammt, dann hat er eine kurze und eine lange Antwort. Die kurze lautet: „Ich bin Kurde.“ Die lange in etwa so: Er ist in Hessen geboren, lebt aber seit seinem zwölften Lebensjahr in Berlin. Er hat einen deutschen Pass, seine Eltern sind in der Türkei geboren. Sie sind kurdische Aleviten und stammen ursprünglich aus der Provinz Tunceli im Osten Anatoliens.

Azad macht eine Ausbildung zum Erzieher, danach will er studieren. Ab und zu hilft er im Kiosk seines Vaters im gentrifizierten Stadtteil Prenzlauer Berg aus. Sein Vater hat im Gegensatz zu ihm die türkische Staatsbürgerschaft und im Konsulat abgestimmt. „Ich kenne eigentlich niemanden in meinem Umfeld, der mit ‚Evet‘ abgestimmt hat. Alle sind für ‚Hayir‘“, erzählt der Sohn. Hayir – das heißt auf Deutsch „Nein“. Nein zu einer Verfassungsänderung, nein zum Präsidialsystem, nein zu Erdogan.

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