Neue Zeitschrift „Jalta“: Jüdisch, anders, ungewöhnlich


Die Blattmacher von dem neuen Magazin „Jalta“. (Deutschlandradio / Igal Avidan)
Juden kommen in den deutschen Medien meist beim Thema Antisemitismus oder Shoah vor. Sechs jüdische Blattmacher wollen das ändern – und haben die Zeitschrift „Jalta“ gegründet. In der ersten Ausgabe geht es um rebellische Frauen, Schäferhunde und die Verbindungen von Schwarzen und Juden.

Von Igal Avidan | Deutschlandradio Kultur

In ihrem Video „Jaltas Lehrhaus“ würdigte die Israelin Ruchama Weiss eine rebellische jüdische Frau aus dem vierten Jahrhundert. Jalta stellte damals die männliche Auslegung der Thora in Frage und wurde deshalb, und weil sie die Tochter des Anführer der jüdischen Gemeinde in Babylon war, sieben Mal im Talmud erwähnen – mehr als jede andere Frau.

In einer Lichtung im Wald errichtete Ruchama Weiss, Professorin für Talmud an der Hebräischen Universität in Jerusalem, einen Steinaltar, gegen den sie zahlreiche Weinflaschen zerschlug. Micha Brumlik, Mitherausgeber der neuen jüdischen Zeitschrift „Jalta“ über die Namensgeberin:

„Eine rebellische Frau, die sich in der späten Antike in rabbinischer Zeit sich darüber geärgert hat, dass ihr Vater es nicht erlaubt hat, dass sie den Segen über den Wein spricht und daraufhin, so berichtet es der Talmud, ist sie in den Weinkeller ihres Vaters gegangen und hat vor Wut sämtliche Weinkrüger zerschlagen.“

Juden kommen in den deutschen Medien überwiegend in Bezug auf Antisemitismus und die Shoah vor. Um das zu ändern, schlossen sich die sechs jüdischen Blattmacher von „Jalta“ zusammen. Sie wollen diese Berichterstattung selbst bestimmen und tun das sie in ihrer Zeitschrift „Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart“. Hannah Peaceman vom Herausgeber-Kollektiv erklärt:

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