Starkult auf dem Kirchentag


Die Organisatoren des Evangelischen Kirchentags haben einen Coup gelandet: Der ehemalige US-Präsident Obama hat ihre Einladung angenommen. Das schafft Publicity, meint Kersten Knipp, aber auch theologisches Unbehagen.

Von Kersten Knipp | DW

Katholische Missionare haben es immer schon gewusst: Wer für den Glauben werben will, darf Opulenz nicht vergessen. Barocke Umzüge mit Schreinen, Heiligenfiguren, bunten Flaggen und Gewändern haben die zu Umwerbenden seit jeher verlässlich in Stimmung gebracht. Gottesdienste und Anbetungen, Mysterienspiele, garniert mit Kreuzen, Kerzen, Weihrauchschwenkern verfehlen ihren Eindruck nie. Das Auge glaubt mit. Auch von den charismatischen Gestalten aus der Heilsgeschichte lassen sich Gläubige und solche, die es werden wollen, regelmäßig beeindrucken. Die Transformation des Saulus zum Paulus, der gnädig geteilte Mantel des Heiligen Martin, Franz von Assisis Anrufung der Sonne, die Wundmale des Pater Pio: Der Katholizismus ist voller aufregender Geschichten, die die Phantasie in Beschlag nehmen.

Darin, in der kreativen Produktion fesselnder Szenen, Bilder und Figuren, unterscheiden sich die Katholiken von den Protestanten. Jedenfalls war das bislang so. Seit geraumer Zeit zieht die evangelische Kirche aber nach. Luther-Umtrunk, Gottesdienste zur Fußball-Weltmeisterschaft, „Churchnight“ mit Hip Hop:  Der Glaube allein scheint blass geworden, kann einen Schub popkultureller Ästhetisierung ganz gut gebrauchen.

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