Käßmann: Luther hat Frauen neue Möglichkeiten eröffnet


Die Rolle der Frau in der Gesellschaft hat sich nach Ansicht der evangelischen Theologin Margot Käßmann durch die Reformation vor 500 Jahren entscheidend geändert. Martin Luther (1483-1546) habe den Frauen damals trotz einiger heute kritisch zu bewertenden Zuschreibungen über ihre Aufgaben in Familie und Haushalt neue Möglichkeiten eröffnet, sagte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Ostermontag in einem Interview von NDR Kultur Radio.

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Durch Luthers Überzeugung, dass jeder getaufte Mensch „Priester, Bischof, Papst“ sei, habe er theologisch die Vorarbeit zur Zulassung von Frauen zum Pfarr- und Bischofsamt geleistet, betonte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin. „Luther sagte, nicht nur wenn du im Zölibat, also im Kloster in Keuschheit lebst, bist du ein guter Mensch vor Gott, sondern auch mit Sexualität, Familie, Kindern, Gebären kannst du ein gutes, gerechtfertigtes Leben vor Gott führen“. Deshalb habe er auch die Heirat von ehemaligen Mönchen und Nonnen propagiert.

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