Kardinal und Osterhase Schulter an Schulter


Zu Ostern nähren die Medien die Illusion, dass Religionen sich freiwillig der Aufklärung unterziehen. Das ist gefährlich und naiv.

Von Michael Fleischhacker | Neue Zürcher Zeitung.at

Zu Ostern und zu Weihnachten oder, wie man bei den Nachbarn sagt, an Ostern und an Weihnachten, werden die säkularen Medien fromm. Wissend, dass auch ihr aufgeklärtes, urbanes Publikum tief schlummernde religiöse oder spirituelle Bedürfnisse hat, erklären uns dann die Sturmgeschütze der Demokratie und der Aufklärung, Der Spiegel und Die Zeit, dass Ostern gefeiert wird, weil Jesus gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Falls wer fragt, sozusagen.

Zu Ostern und zu Weihnachten lädt der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Fürsterzbischof von Wien in die Pressestunde ein, die Regionalzeitungen sprechen mit ihren Bischöfen darüber, dass wir alle bessere Menschen werden sollten, und manchmal wenden sich dann auch die christliche Würdenträger gegen den aufkommenden Hass in der Gesellschaft und wünschen sich ein bisschen Frieden. Auch der Standard-Kolumnist rückt aus und erklärt, dass Solidarität mit den verfolgten Christen des Orients prinzipiell zulässig ist. Na schau.

weiterlesen