Aus für “Kopp Online”: Eine Quelle für gefälschte Nachrichten geht offline

Das Kopp-Verlagshaus in Rottenburg Flickr / Metropolico.org / CC BY-SA 2.0
Mit Neuigkeiten über außerirdische Raumschiffe, die „Umvolkung“ oder „Warum Impfstoffe, Pestizide und Chemtrails die Top 3 der Massenvernichtungswaffen sind“, ist nach Verlagsangaben nicht genug Geld zu verdienen: Das “Nachrichtenportal” des Kopp-Verlags namens “Kopp Online” ist Geschichte.

Von Stefan Lauer | BellTower News

„Beim Kopp Verlag (…) fließen Gewinne. Jeden Tag werden 25.000 Bücher verkauft. Außerdem freut man sich über ein jährliches zweistelliges Wachstum beim Verlag.“ So steht es am Ende des aktuellsten Artikels, der auf „Kopp-Online“ veröffentlicht wurde. Das war am 10.03.2017, also mittlerweile vor mehr als einem Monat. Die Realität ist möglicherweise nicht ganz so rosig, denn seitdem herrscht Funkstille auf der Website mit dem Untertitel: „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“. Laut eines Facebook-Posts auf der Seite des  Verlages  wird das “Nachrichten”-Portal “Kopp Online” wegen “mangelnder Unterstützung der Leser” eingestellt.

Die Leser von Kopp-Online wären nicht die Leser von Kopp-Online, wenn sie nicht empört wären und eine Verschwörung wittern würden. Schon vor Jahren wurden auf anderen verschwörungsideologischen  Websites behauptet, die Bertelsmann-Gruppe hätte in den Verlag investiert, um eine Kontrolle über Veröffentlichungen zu erlangen. Diese Gerüchte bestätigten sie nie. Trotzdem sind sie auch jetzt wieder Thema. Tatsächlich passiert schon seit Ende 2016 nicht mehr sonderlich viel bei “Kopp-Online”. Die Ausnahme sind Artikel, die sich mit Neuerscheinungen befassen oder Berichte über Artikel anderer Medien, die den Verlag und sein Programm kritisieren. Ansonsten erschien nur noch eine wöchentliche Presseschau, die „aktuellen Weltnachrichten“, bei denen die Verfasser_innen unter Zwischenüberschriften wie „Dschihad“ oder „Bunte Vielfalt für die bunte Republik“ Artikel aus Publikationen teilen, die im Kopp-Universum ansonsten eher unter „Lügenpresse“ gehandelt werden.

Eine Stellungnahme von Kopp zur Einstellung der Website gibt es nur indirekt und auf Anfrage, denn auch das Social-Media-Angebot des Verlags liegt seit dem 10.03. brach. Die vielen Nachfragen besorgter Facebook-Fans, die staatliche Zensur vermuten, bleiben unbeantwortet. Am 20.03. antwortet die Facebookseite aber schließlich doch noch auf die Frage eines Nutzers, die er zwölf Tage vorher gestellt hat:

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Appell des Berliner Grundschulverbands: Neutralitätsgesetz soll unangetastet bleiben

Religiöse Symbole dürfen von Lehrerinnen nur im Religionsunterricht getragen werden. Für Schülerinnen gilt diese Regel nicht.Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Der Berliner Grundschulverband fordert von der Politik, das Neutralitätsgesetz beizubehalten. Lehrerinnen mit Kopftuch würden weiteren Druck auf muslimische Schülerinnen ausüben.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Der Berliner Grundschulverband und mehrere prominente Unterstützer fordern den Senat und die Regierungsfraktionen auf, das Berliner Neutralitätsgesetz nicht anzutasten. „Wir treten ein für die Beibehaltung einer weltoffenen, weltanschaulich und religiös neutralen, integrativen Schule“, heißt es in dem Appell, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Das „demonstrative Zeigen“ von Kopftuch, Kreuz oder Kippa widerspreche dem Neutralitätsgebot.

Insbesondere gehen die Unterzeichner auf das Kopftuch ein. „Pädagoginnen haben eine Vorbildfunktion. Das Tragen eines Kopftuches, das weltweit gerade nicht für die Gleichstellung der Geschlechter steht, widerspricht dem Vorbildcharakter im Sinne des Schulgesetzes“, heißt es in dem Appell. Zumal Lehrkräfte, Schulleiter und Eltern „immer wieder berichten, wie schon jetzt von außen Druck auf muslimische Schülerinnen, etwa über den Konsulatsunterricht oder aus Moscheen heraus, ausgeübt wird, das Kopftuch zu tragen“. Dieser Druck auf die Mädchen erhöhe sich noch, wenn auch etwa die Klassenlehrerin selbst ein Kopftuch trage.

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Der Treuebruch der Linken

Sarah Haider. Bild: RDF
Ein Gespräch mit der ex-Muslima Sarah Haider

Von Jeffrey Tayler | Richard-Dawkins-Foundation

Was widerfährt im Amerika des 21. Jahrhunderts einer jungen Frau, die erwacht ist und von einer glaubensbasierten Ideologie Abschied genommen hat, die folgendes vertritt:

Frauen sind Menschen zweiter Klasse. Sie haben sich ihren Ehemännern unterzuordnen, auch gewalttätigen Ehemännern. Sie werden zugunsten ihres Partners teilweise enterbt. Steinigung von Ehebrechern (und speziell Ehebrecherinnen angesichts der frauenfeindlichen Launen der Beweis-Bewertung im Zusammenhang mit jener Ideologie). Gefangene Frauen werden zu Sex-Sklavinnen gemacht. Beschwerliche Kleidervorschriften. Weibliche Genitalverstümmelung wird gutgeheißen.

Erntet sie Beifall dafür, für ihre Rechte als Frau einzustehen? Tragen Progressive Lobreden vor, die ihre Tapferkeit besingen und ihre Weitsicht preisen? Wird sie mit Hilfsangeboten überschwemmt?

Fühlt sie, vielleicht zum ersten Male im Leben, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sie vorbehaltlos als eine der Ihren willkommen heißen, jenes einzige Land der Welt, das zumindest gemäß seinen Gründungsdokumenten auf Redefreiheit, Unabhängigkeit und dem Streben nach Glück aufbaut?

Nicht unbedingt. Ist die Ideologie der Islam (und das ist sie) und die Frau eine ex-Muslima (auch das ist sie), muss sie sich stählen angesichts Morddrohungen, eines Hagels von Beschimpfungen von ihren einstigen Glaubensgenossen und hinterlistigen Verrats von jenen, die sich progressiv geben. Sie muss sich wappnen, um in unserem derzeitigen politischen Sumpf Versuche abzuwehren, sie mit ihren unbequemen Ansichten zum Schweigen zu bringen. Unerhörter noch – wenn die Frau versucht, anderen zu helfen, die um die herrliche säkulare Freiheit ringen, die sie selbst für sich erlangt hat, wächst sie zu einer Gefahr für das ganze Gebäude aus Heuchelei, Feigheit und unbelegtem Geschwätz, das eine Perspektive der Linken auf den Islam als „Religion des Friedens“ bildet, die nur von ein paar „verwirrten Bösewichten“ verzerrt wird. Kurz, im heutigen Amerika wird solch eine tapfere Frau keinen Zufluchtsort finden, sondern bildlich gesprochen vielmehr Horden mit Mistgabeln gegenüberstehen, begierig, sie aufzuspießen für das Verlassen ihrer Religion und die Verleumdung ihresgleichen. Mit Donald Trumps Aufstieg zur Präsidentschaft wird ihre Lage prekärer denn je.

Eine solche Frau ist Sarah Haider, geboren in Pakistan, vor Vollendung des achten Lebensjahres in die USA ausgewandert, Mitbegründerin und Direktorin der Beratungsstelle EXMNA, „Ex-Muslims of North America“. EXMNA, so die Website, „tritt ein für die Akzeptanz religiöser Meinungsverschiedenheiten, fördert säkulare Werte und strebt an, Diskriminierung von Menschen zu mindern, die den Islam verlassen“. Die Organisation stellt ihren Mitgliedern eine Auswahl von Leistungen (zeitweise Zuflucht, Beratung) zur Verfügung, in achtzehn über den Kontinent verteilten Ortsverbänden, und bietet ein Podium, von dem aus ex-Muslime in YouTube-Videos ihre persönlichen Geschichten von glaubensfreier Aufklärung erzählen können.

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Datentausch mit dem US-Militär: BND lehnt ab, Europol springt ein

Die biometrische Identifizierung hat das US-Militär Irak und wie hier in Afghanistan begonnen, im Rahmen der Operation „Gallant Phoenix“ werden Fingerabdrücke und DNA-Spuren im Irak und in Syrien gesammelt, die EU will eine Datenbank über „ausländische Kämpfer“ anlegen. Bild: DoD
Polizeien des Bundes und der Länder könnten demnächst Fingerabdrücke und DNA-Spuren nutzen, die das US-Militär in Syrien und dem Irak einsammelt. Auch Geheimdienste erhielten Zugriff

Von Matthias Monroy | TELEPOLIS

Laut einem Ratsdokument der Europäischen Union will die EU-Polizeiagentur Europol in Den Haag Fingerabdrücke und DNA-Spuren verarbeiten, die das US-Militärs in Kriegsgebieten sammelt. Der Datentausch erfolgt im Rahmen der Operation „Gallant Phoenix“. Dabei handelt es sich um ein Aufklärungsprojekt des US-Militärs, das in Jordanien angesiedelt ist. Auch US-Geheimdienste nehmen daran teil. „Gallant Phoenix“ steht unter Leitung des Joint Special Operations Command, das die Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte befehligt (Pentagon: Neue Spezialeinheit zur weltweiten Jagd auf Terroristen).

Neben „Gallant Phoenix“ hat die US-Regierung einigen EU-Mitgliedstaaten angeboten, eine Datenbank zu „ausländischen Kämpfern“ einzurichten, biometrische Daten ankommender Geflüchteter damit abzugleichen. Laut einem Papier der amtierenden EU-Ratspräsidentschaft handelt es sich um „Daten aus Kriegsschauplätzen in Syrien und dem Irak und anderen Konfliktgebieten“. Auch das deutsche Innenministerium wurde hierzu vom Heimatschutzministerium angesprochen. Details zur möglicherweise militärischen Herkunft der Daten kennt die Bundesregierung angeblich nicht, trotzdem wird der Vorschlag geprüft.

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Physiker erzeugen „negative Masse“

Forscher haben Atomene in einem Bose-Einstein-Kondensat eine negative effektive Masse verliehen. © agsandrew/ thinkstock
Verkehrte Welt: Forscher haben eine ultrakalte Atomgruppe mit negativer effektiver Masse erzeugt. Dadurch reagieren die Atome auf einen Impuls genau umgekehrt wie normalerweise: Ein Schubs bewegt sie auf den Impuls zu statt von ihm weg. Möglich wurde dies durch gezielte Manipulation des Bose-Einstein-Kondensats mit Lasern, wie die Forscher berichten.

scinexx

Im Alltag und in der klassischen Physik ist Masse eigentlich immer positiv: Objekte „wiegen“ etwas und sind der Schwerkraft unterworfen – sie werden von der Gravitation angezogen. Erhält ein Gegenstand einen Schubs, beschleunigt ihn dieser in die Richtung, in die er geschubst wurde – so weit, so normal.

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Die Kirchen und ihre Konkurrenz zum Ethikunterricht

Themenbild.
Wer sich von Religion abmeldet, hat eine Freistunde – oder muss in den Ethikunterricht, wenn es ihn gibt. Ethik als Zwang? Als Pflicht für alle? Statt Religion? Was sagen die Kirchen?

Von Lisa Nimmervoll | derStandard.at

Heuer wird es 84 Jahre alt: das Konkordat. Jener Staatsvertrag zwischen dem „Heiligen Stuhl“, damals unter „Seiner Heiligkeit“ Papst Pius XI., und der Republik Österreich, der am 5. Juni 1933 in der Vatikanstadt unterzeichnet wurde. Der katholischen Kirche wurde darin unter anderem das „Recht auf Erteilung des Religionsunterrichts“ zugestanden. Finanziert wird dieser vom österreichischen Staat – und zwar für alle gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften, derzeit sind das 16.

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Auferweckung im Christentum: „Ich empfehle theologische Aufräumarbeit“

Magnus Striet, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg. (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Britt Schilling)
Menschen erhoffen die Überwindung des Todes. Dennoch gebe es heute in Glaubensfragen „keine Gewissheiten mehr“, sagte der katholische Fundamentaltheologe Magnus Striet im Deutschlandfunk. Nur diese eine: „Menschen können nicht anders, als eine Haltung zum Sterben-Müssen und zum kommenden Tod einzunehmen.“

Magnus Striet im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Im Islam dominiert also Jenseits-Gewissheit; und im Judentum wird die Auferweckung der Toten eher vage und als Suchbewegung formuliert. Aber was sagt die christliche Theologie? Auch sie ist längst nicht so eindeutig, wie man meinen könnte, rund ums christliche Osterfest, in dessen Mittelpunkt die Auferweckung Jesu steht. Was meint Auferweckung und was meint das für den Einzelnen heute? Wir werden hier sicher keine Glaubensantworten präsentieren können, aber wir können Fragen stellen. Denn die Frage, was wird mit mir, wenn ich tot bin, die ist wohl so alt wie der Mensch. Dass der Mensch diese Frage stellen kann und immer wieder stellt, das unterscheidet ihn vermutlich von Mücken oder vielleicht sogar von Schimpansen. Was wird mit mir nach dem Tod? Das will ich wissen von Magnus Striet. Er ist katholischer Theologe oder um genau zu sein: Er ist Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Freiburg im Breisgau. Sein jüngstes Buch, 2015 erschienen, behandelt genau unser Thema. Es hat den Titel „Gottes Schweigen. Auferweckungssehnsucht – und Skepsis“. Guten Morgen Herr Striet.

Magnus Striet: Guten Morgen.

Main: Magnus Striet, wenn selbst Sie als Theologe von Auferstehungsskepsis sprechen, anstatt mir mit Gewissheit sagen zu können, was nach christlicher Lehre aus mir wird nach dem Tod, dann ist doch wohl Holland in Not?

Striet: Ja, zunächst einmal sind Theologen ja nicht aus der Zeit herausgefallen, sondern leben in ihrer Gegenwart. Und da wäre es natürlich fatal, wenn sie die Gedanken, Bewegungen, die dazu geführt haben, dass Skepsis aufgekommen ist, nicht nachvollziehen würden. Historisch betrachtet wird man natürlich schon sagen dürfen, dass die Auferweckungsgewissheit sich ausgeprägt hat, also in den ersten Jahrhunderten nach Christus, und dass es auch über lange Zeit angehalten hat. Aber spätestens seit dem 19. Jahrhundert ist auch der Zweifel, ob denn tatsächlich etwas nach dem Tod kommt, allgemein geworden.

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Die Freiheit der Wölfe

Es gab unter Erdogan keine demokratische Abstimmung zur Verfassungsänderung. Foto: BERKIN/EPA/REX/Shutterstock (Rex Features)
Mit dem türkischen Referendum hat die „illiberale Demokratie“ einen weiteren Sieg errungen. Was hat das mit uns zu tun? Eine ganze Menge. Und mit Europas Zukunft erst recht.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Es gab in der Türkei keine demokratische Abstimmung über die von Erdogan vorgeschriebene Verfassungsänderung. Mehr als 150 Medien wurden vorher geschlossen, Tausende kamen ins Gefängnis. Begründung: Sie sind gegen Erdogan. Das sind alles Menschen, denen die Möglichkeit nicht nur zur Wahl, sondern auch zur Verbreitung ihrer Argumente genommen worden war. Wie es an den Wahlurnen zugegangen ist, wie mit den Wahlurnen umgegangen wurde, wissen wir nicht. Es gibt derzeit keinen Grund, den von der Regierung Erdogan verbreiteten Zahlen zu trauen. Erdogan ist Herr der Zahlen. An ihnen wird sich, solange er das Sagen hat, nichts ändern.

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Cassini findet Wasserquellen auf Enceladus

Schneeballmond. Enceladus, ein Saturnmond, ist von einer globalen Eisschicht umgeben. Hydrothermalquellen darunter könnten Leben…Foto: Nasa
Unter der Eisschicht des Saturnmonds Enceladus liegt ein riesiger Ozean. Am Grund sprudeln vermutlich heiße Quellen, die Leben ermöglichen könnten.

Von Rainer Kayser | DER TAGESSPIEGEL

Auf dem Saturnmond Enceladus sprudelt möglicherweise warmes Wasser aus der Erde. Darauf deuten Messungen der Raumsonde Cassini aus dem Jahr 2015 hin, deren Auswertung amerikanische Forscher jetzt präsentieren. Auf der Erde bilden solche hydrothermalen Tiefseequellen eigene Biotope mit vielen Arten. Die Messungen könnten daher auf die Existenz lebensfreundlicher Regionen in dem Ozean auf Enceladus deuten.

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Das weiße Gift

Wohnsilo in Miramar, gar nicht nett. Foto: Tom Appleton
Eigentlich suchte ich für den Titel nach einem Klassiker-Zitat wie „die Milch der frommen Denkungsart“ (Schiller) oder „the milk of human kindness“ (Shakespeare) — aber darum geht es mir heute einmal nicht. Es geht um das weisse Gift, das wir heute als „Milch“ verkonsumieren.

Von Tom Appleton | TELEPOLIS

Ich darf vielleicht einmal mit meiner häuslichen Situation beginnen, denn hier in Neuseeland, wo ich wohne, gilt die Milch als „gesund“ und als „Grundnahrungsmittel. In jedem Supermarkt ist die Abteilung für Milch und Milchprodukte, wie Käse, Joghurt, und so weiter, eine der größten. Ich wohne in der Hauptstadt, Wellington, und dort dann spezifisch im Stadtteil Miramar. „Miramar“ bedeutet auf Italienisch oder Spanisch so viel wie „Schau mal, das Meer.“ Von da, wo ich wohne, kann man das Meer eigentlich nicht sehen. Aber Sie können sehen, wo ich daheim bin, wenn sie diese Google-Daten eingeben.

Diese Szenerie ist schon etwas älter, hier ist noch ein neueres Foto aus meiner Kamera, aufgenommen an Ort und Stelle. Eine Freundin in Deutschland, der ich das Foto schickte, befand, die Gegend sei aber „gar nicht nett“. Was kann man wollen. Jedenfalls ist sie authentisch.

Links von meinem Wohnsilo in Grau und Gelb steht das Roxy, ein Kino das, ohne jetzt alle juristischen Feinheiten mitzuerwähnen, von Peter Jackson betrieben wird, dem zur Zeit immer noch bekanntesten neuseeländischen Filmemacher; also dem Mann, der den „Herrn der Ringe“ verfilmt hat. Wenn Sie dann die Park Road weiter entlang „fahren“, kommen Sie auch noch an weiteren Peter Jackson Stationen vorbei. Was Sie hier nicht sehen, ist der „New World“ Supermarkt — um die Ecke vom Roxy, auf den ich für viele meiner Einkäufe angewiesen bin.

Letzthin war ich wieder mal da und kaufte, so auf gut Glück, dies und jenes. Die meisten Menschen laufen ja im Supermarkt mit einer Einkaufsliste herum; dann kaufen sie aber doch etwas anderes, oder das, was sie kaufen wollten, gibt es gerade nicht, und so weiter. Die stets unsägliche Musik zerstreut auch noch zusätzlich ihre Gedanken.

Meine Tochter kennt ihren Einkaufsplan auswendig, sie hat einen Mann, vier Söhne und einen riesigen Kater. Sie weiß, wie schwer der Einkaufswagen ist, wenn sie für 350 Dollar Zeug eingekauft hat – und obwohl sie „bewusst“ und „kritisch“ kauft, sind ihre Optionen oft eingeschränkt. Sie kann neben dem stets quengeligen Dreijährigen einfach nur soviel kaufen, nur soviel ins Auto packen, und nur solange unterwegs sein, bis sie schon den Sechsjährigen aus der Schule abholen muss.

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Abrupte Umleitung fürs Schmelzwasser

Die Wassermassen des tauenden Kaskawulsh Gletschers in Kanada fließen seit Frühjahr 2016 nach Süden statt nach Norden. © Dan Shugar
Dramatischer Routenwechsel: Das Schmelzwasser eines der größten Gletscher Kanadas hat sich einen neuen Weg gebahnt – und dies so dramatisch und abrupt wie nie zuvor beobachtet. Statt in die Beringsee strömt das Wasser seit Frühjahr 2016 tausende Kilometer weiter südlich in den Pazifik. Die Ursache für dieses in der Neuzeit einzigartige Ereignis ist das starke Abtauen des Kaskawulsh-Gletschers durch den Klimawandel, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten.

scinexx

Dass sich das Wasser eines Flusses, Sees oder Gletschers einen neuen Weg bahnt, ist nichts Neues: Vor allem am Ende der letzten Eiszeit blockierten Geröll und Sedimente häufig alte Abflüsse und schufen Umleitungen in neue Fluss-Einzugsgebiete. Geologen bezeichnen dies als „river piracy“, weil ein Fluss dem anderen sozusagen das Wasser stiehlt.

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Türkische Regierung verlängert Ausnahmezustand

Bild: Magazin „The Economist“
  • Präsident Erdoğan lässt den landesweiten Ausnahmezustand verlängern.
  • Die Opposition wirft der türkischen Regierung vor, „abhängig“ von der Sonderregelung zu sein.
  • Tausende Menschen demonstrieren am Montagabend gegen Erdoğan und den Ausgang des Referendums.

Süddeutsche.de

Nach seinem knappen Sieg beim Verfassungsreferendum hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den landesweiten Ausnahmezustand verlängern lassen. Unter seinem Vorsitz beschloss die Regierung eine Verlängerung um drei Monate, wie Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmuş sagte.

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Klinik wirbt für Krebs-Behandlung – mit toten Patienten

Das Medias-Klinikum in Oberbayern lockt verzweifelte Krebskranke aus aller Welt an. Es wirbt damit, hoffnungslosen Fällen geholfen zu haben. Doch viele der angeblich geheilten Patienten sind längst gestorben.

Von Christina Berndt | Süddeutsche.de

Endlich mal eine gute Geschichte über den Krebs. So las es sich wenigstens. „Michaela hat ihr Leben zurück“, stand im Februar 2013 in der Münchner Abendzeitung. Die damals 37-jährige Briefträgerin aus der Nähe von Altötting hatte Brustkrebs im Endstadium. Ihre Ärzte sagten, sie könnten nichts mehr für sie tun. Doch Professor Karl Aigner vom privaten Medias-Klinikum im oberbayerischen Burghausen behandelte Michaela K. trotzdem mit einer speziellen Chemotherapie. Tatsächlich schrumpfte ihr Tumor, und die Abendzeitung empörte sich nun („Krebs geheilt! Jetzt soll sie zahlen“), dass K.s Krankenkasse die Rechnung in Höhe von 40 000 Euro nicht vollständig übernahm.

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Staatsministerin Özoguz warnt vor pauschaler Kritik an Deutsch-Türken

Staatsministerin Aydan Özoğuz (SPD) © MiGAZIN
Kaum stand das Ergebnis der Volksabstimmung zur türkischen Verfassungsänderung fest, wurden in Deutschland lebende Türken für ihr Abstimmungsverhalten kritisiert. Unionspolitiker fordern ein Ende der EU-Beitrtittsgespräche. Integrationsbeauftragte Özoğuz warnt vor pauschaler und vorschneller Kritik.

MiGAZIN

Integrations-Staatsministerin Aydan Özoğuz (SPD) hat davor gewarnt, in Deutschland lebende Türken wegen ihres Abstimmungsverhaltens beim Referendum pauschal zu kritisieren. „Unter dem Strich haben nur etwa 14 Prozent aller hier lebenden Deutsch-Türken mit Ja gestimmt“, sagte Özoğuz der Saarbrücker Zeitung. „Das ist klar nicht die Mehrheit. Das muss man mal zur Kenntnis nehmen.“ Die Politikerin wies darauf hin, dass die meisten Migranten gar nicht zur Wahl gegangen seien.

Das Auftreten von Nationalisten unter den Migranten sei darüber hinaus „keine Besonderheit der Deutsch-Türken, so wenig es uns gefallen kann“, erklärte Özoğuz. Das gebe es unter allen Migrantengruppen auch in anderen Ländern. Die Staatsministerin rief zur Mäßigung in der Debatte darüber auf: „Man kann das kritisieren, auch hart, aber man darf nicht immer wieder so tun, als kämen diese Menschen von einem anderen Stern.“

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Lange Liste voller Manipulationsvorwürfe

Haben der türkische Präsident Erdoğan und seine Regierungspartei AKP bei der Abstimmung zur Verfassungsreform nachgeholfen? Die Opposition ist davon überzeugt. (Foto: dpa)
  • Die Türkei hat mit knapper Mehrheit für eine Verfassungsänderung gestimmt. Doch das Ergebnis ist umstritten.
  • Die Opposition verlangt Nachzählungen, weil sich Berichte über Manipulationen häufen.
  • Auch die Wahlbeobachter von OSZE und Europarat haben Mängel festgestellt. Die Regierung weist die Kritik zurück.

Von Julia Ley | Süddeutsche.de

Sollte sich am Ende doch noch nachweisen lassen, dass die türkische Regierungspartei AKP dem Ergebnis des Verfassungsreferendums in ihrem Sinne nachgeholfen hat, dann könnte das auch an einer einfachen Handy-App liegen. „T3“ nennt sich das System, mit dem die türkische Freiwilligenorganisation Oy ve Ötesi („Wahl und mehr“) Wahlmanipulationen verhindern will.

Es funktioniert ganz einfach: Sobald in einem Wahllokal alle Stimmen ausgezählt sind, werden diese in ein offizielles Protokoll eingetragen. Über die App können Wahlbeobachter der Oppositionsparteien ein Foto des Protokolls machen und es direkt an ein Datenverarbeitungssystem schicken, das die Ergebnisse mit denen der offiziellen Wahlkommission vergleicht. Jedes Protokoll-Foto wird von drei zufällig ausgewählten Helfern geprüft. Erst wenn alle drei das gleiche Ergebnis in die Datenbank eingetippt haben, gilt das Ergebnis als verifiziert. Erst danach wird das Ergebnis mit dem der offiziellen türkischen Wahlkommission abgeglichen. Stimmen sie nicht überein, schlägt das System Alarm.

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Dorka Gryllus: „Mein erstes Buch war die Bibel“

© Frank Röth Die ungarische Schauspielerin Dorka Gryllus bei der Frankfurter Buchmesse
Schauspielerin Dorka Gryllus ist am Sonntagabend im Tatort zu sehen. Im Stil-Fragebogen erzählt sie von Geschenken für ihr Kind, ihre (Aber-)Gläubigkeit und den Lieblingsort im Urlaub.

Von Julia Schaaf | Frankfurter Allgemeine

Eine wahrhafte Europäerin unter den Schauspielerinnen: Zur Zeit steht Dorka Gryllus in Budapest als Frida Kahlo auf der Bühne. Im deutschen Fernsehen ist sie am 17. April im Tatort „Sturm“ zu sehen. Weil die 44 Jahre alte Darstellerin, Mutter eines fünf Jahre alten Sohnes, zwischen Ungarn und Berlin pendelt, ist die Zeit immer knapp. Aber im Gespräch ist sie ganz da.

Was essen Sie zum Frühstück?

Ich muss am Morgen viel essen, weil mein Energielevel sehr niedrig ist. Das war mir lange nicht bewusst. Ich habe morgens Kaffee getrunken, und meine Energie ging runter. Ein Arzt hat mir dann erklärt, dass ich viel frühstücken muss, um gut in den Tag zu starten. Heute gab es Omelette.

Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

Ich bin keine, die gern shoppt. Oft kaufe ich meine Kostüme nach Dreharbeiten, ich komme ja beruflich viel dazu, neue Kleider anzuprobieren. Mein Lieblingslabel ist Kala Fashion aus Berlin. Da kann ich in einer Stunde eine ganze Winter- oder Sommergarderobe kaufen.

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Türkische Regierung weist Wahlbeobachterkritik zurück

Die türkische Regierung hat den Bericht der internationalen Wahlbeobachter zum Verfassungsreferendum mit scharfen Worten zurückgewiesen.

Frankfurter Rundschau

Die Kritik der Beobachter der OSZE und des Europarates, das Referendum habe internationalen Standards nicht genügt, sei „inakzeptabel“, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Der Leiter der Delegation der Wahlbeobachtermission des Europarates, Cezar Florin Preda, hatte zuvor gesagt: „Im Allgemeinen blieb das Referendum hinter Standards des Europarates zurück.“ Die Türkei ist sowohl Mitglied des Europarates als auch der OSZE.

Sudetendeutsche lebten in Demokratie – und wählten Hitler

Für Hitler auf die Straße: Aufmarsch von Anhängern der Sudetendeutschen Partei im September 1938 Quelle: picture-alliance / akg-images
Fast zwei Drittel der türkischen Wähler in Deutschland stimmten für Erdogans Plan – obwohl dieser die Demokratie in ihrer Heimat weiter zu beschneiden droht. Der Fall ähnelt in mancher Hinsicht einer Wahl im Jahr 1935.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Mitunter treibt die Demokratie seltsame Blüten. Da stimmen zum Beispiel zwei Drittel der Wähler faktisch für einen ausländischen Diktator, der in seinem Land die Opposition ausgeschaltet und alle Medien gleichgeschaltet hat. Und das, obwohl sie selbst in einem funktionierenden Rechtsstaat leben und keinen Druck der zuständigen Regierung zu fürchten haben.

Gemeint ist nicht der Ausgang des Referendums über eine neue Verfassung für die Türkei, der nach offiziellen Angaben 63 Prozent der türkischen Wähler in Deutschland zustimmten. Vielmehr geht es um die Parlamentswahl in der Tschechoslowakischen Republik (CSR) am 19. Mai 1935. 68 Prozent der Sudetendeutschen, also der kulturell deutsch geprägten Bewohner vor allem der tschechischen Grenzregionen zu Deutschland und Österreich, stimmten dabei für die Sudetendeutsche Partei (SDP) von Konrad Henlein.

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Papst ruft zu Initiativen für verfolgte Christen auf

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen plädierte Franziskus am Ostermontag am Petersplatz für konkrete Gesten des Friedens und der Versöhnung.

Die Presse.com

Papst Franziskus hat beim Gebet mit den Pilgern auf dem Petersplatz am Ostermontag für Initiativen zugunsten der christlichen Gemeinschaften aufgerufen, die in mehreren Weltteilen verfolgt werden. Der Pontifex plädierte für konkrete Gesten des Friedens und der Versöhnung.

Wer in Schwierigkeiten sei und leide dürfe nicht Opfer von Pessimismus und Resignation werden, so der Papst. „Wer leidet, soll in uns Brüder und Schwestern finden, die Trost und Unterstützung verleihen“, sagte der Heilige Vater am Ostermontag beim „Regina Coeli“ („Königin des Himmels“), einem Gebet, das er mit den Gläubigen vom Fenster seines Arbeitszimmers aus betete. Der Ostermontag ist in Italien auch als „Montag des Engels“ bekannt.

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Meet Babel Street, the Powerful Social Media Surveillance

Image: Shutterstock/MOTHERBOARD
Newly released records from the Seattle Police Dept. illustrate the formidable capabilities of Babel Street’s software and offers a look into who is using it.

By Curtis Waltman | MOTHERBOARD

After Geofeedia’s highly publicized PR disaster, in which Chicago Police were found to have used the social media surveillance platform to track racial justice protests and gatherings, the social media monitoring company saw Twitter, Facebook, and Instagram cut off its data streams. Arguably the three most valuable API streams for social media sites, it would make sense for law enforcement to try and find an alternative software. A company called Babel Street, hailing from Reston, Virginia, might just be the answer.

Newly released records from the Seattle Police Department indicate that in March of 2016, the agency acquired a two month trial run of Babel Street’s Babel X software and Open Source Intelligence training. The purchase ran the department $6,500. The price of a one year Babel X subscription is $18,500, per a quote for the Army National Guard, which for some reason wound up in this SPD release. That price is notably lower than what Geofeedia charged for a year long contract, $26,000.

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