Appell des Berliner Grundschulverbands: Neutralitätsgesetz soll unangetastet bleiben


Religiöse Symbole dürfen von Lehrerinnen nur im Religionsunterricht getragen werden. Für Schülerinnen gilt diese Regel nicht.Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Der Berliner Grundschulverband fordert von der Politik, das Neutralitätsgesetz beizubehalten. Lehrerinnen mit Kopftuch würden weiteren Druck auf muslimische Schülerinnen ausüben.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Der Berliner Grundschulverband und mehrere prominente Unterstützer fordern den Senat und die Regierungsfraktionen auf, das Berliner Neutralitätsgesetz nicht anzutasten. „Wir treten ein für die Beibehaltung einer weltoffenen, weltanschaulich und religiös neutralen, integrativen Schule“, heißt es in dem Appell, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Das „demonstrative Zeigen“ von Kopftuch, Kreuz oder Kippa widerspreche dem Neutralitätsgebot.

Insbesondere gehen die Unterzeichner auf das Kopftuch ein. „Pädagoginnen haben eine Vorbildfunktion. Das Tragen eines Kopftuches, das weltweit gerade nicht für die Gleichstellung der Geschlechter steht, widerspricht dem Vorbildcharakter im Sinne des Schulgesetzes“, heißt es in dem Appell. Zumal Lehrkräfte, Schulleiter und Eltern „immer wieder berichten, wie schon jetzt von außen Druck auf muslimische Schülerinnen, etwa über den Konsulatsunterricht oder aus Moscheen heraus, ausgeübt wird, das Kopftuch zu tragen“. Dieser Druck auf die Mädchen erhöhe sich noch, wenn auch etwa die Klassenlehrerin selbst ein Kopftuch trage.

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