Aus für “Kopp Online”: Eine Quelle für gefälschte Nachrichten geht offline


Das Kopp-Verlagshaus in Rottenburg Flickr / Metropolico.org / CC BY-SA 2.0
Mit Neuigkeiten über außerirdische Raumschiffe, die „Umvolkung“ oder „Warum Impfstoffe, Pestizide und Chemtrails die Top 3 der Massenvernichtungswaffen sind“, ist nach Verlagsangaben nicht genug Geld zu verdienen: Das “Nachrichtenportal” des Kopp-Verlags namens “Kopp Online” ist Geschichte.

Von Stefan Lauer | BellTower News

„Beim Kopp Verlag (…) fließen Gewinne. Jeden Tag werden 25.000 Bücher verkauft. Außerdem freut man sich über ein jährliches zweistelliges Wachstum beim Verlag.“ So steht es am Ende des aktuellsten Artikels, der auf „Kopp-Online“ veröffentlicht wurde. Das war am 10.03.2017, also mittlerweile vor mehr als einem Monat. Die Realität ist möglicherweise nicht ganz so rosig, denn seitdem herrscht Funkstille auf der Website mit dem Untertitel: „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“. Laut eines Facebook-Posts auf der Seite des  Verlages  wird das “Nachrichten”-Portal “Kopp Online” wegen “mangelnder Unterstützung der Leser” eingestellt.

Die Leser von Kopp-Online wären nicht die Leser von Kopp-Online, wenn sie nicht empört wären und eine Verschwörung wittern würden. Schon vor Jahren wurden auf anderen verschwörungsideologischen  Websites behauptet, die Bertelsmann-Gruppe hätte in den Verlag investiert, um eine Kontrolle über Veröffentlichungen zu erlangen. Diese Gerüchte bestätigten sie nie. Trotzdem sind sie auch jetzt wieder Thema. Tatsächlich passiert schon seit Ende 2016 nicht mehr sonderlich viel bei “Kopp-Online”. Die Ausnahme sind Artikel, die sich mit Neuerscheinungen befassen oder Berichte über Artikel anderer Medien, die den Verlag und sein Programm kritisieren. Ansonsten erschien nur noch eine wöchentliche Presseschau, die „aktuellen Weltnachrichten“, bei denen die Verfasser_innen unter Zwischenüberschriften wie „Dschihad“ oder „Bunte Vielfalt für die bunte Republik“ Artikel aus Publikationen teilen, die im Kopp-Universum ansonsten eher unter „Lügenpresse“ gehandelt werden.

Eine Stellungnahme von Kopp zur Einstellung der Website gibt es nur indirekt und auf Anfrage, denn auch das Social-Media-Angebot des Verlags liegt seit dem 10.03. brach. Die vielen Nachfragen besorgter Facebook-Fans, die staatliche Zensur vermuten, bleiben unbeantwortet. Am 20.03. antwortet die Facebookseite aber schließlich doch noch auf die Frage eines Nutzers, die er zwölf Tage vorher gestellt hat:

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