Ex-Mister Germany und „Reichsbürger“ wegen Mordversuchs angeklagt

Eine Flagge auf dem Grundstück eines sogenannten „Reichsbürgers“.Foto: Nicolas Armer/dpa
Dem Mister Germany von 1998 wird versuchter Mord, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstöße gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

DER TAGESSPIEGEL

Gegen den Mister Germany von 1998, Adrian Ursache, ist Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft dem 42-Jährigen, der vom Verfassungsschutz der Reichbürgerbewegung zugerechnet wird, gefährliche Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Die Anklageschrift ist beim Landgericht Halle eingegangen, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Laut Anklage soll Ursache bei der Zwangsräumung seines Hausgrundstückes in Reuden (Sachsen-Anhalt) am 25. August 2016 auf einen Polizisten geschossen haben.

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Eine Prise Salz gegen den Durst

Salziges Essen macht hungrig statt durstig – das legen zumindest neue Studien nahe. © pompi / pixabay
Von salzigem Essen muss man mehr trinken? Diese Binsenweisheit wird nun in Frage gestellt. Denn zwei neue Studien zeigen genau das Gegenteil: Als „Kosmonauten“ auf einer simulierten Mars-Mission mehr Salz zu essen bekamen, speicherten sie daraufhin mehr Wasser im Körper und tranken sogar weniger. Stattdessen hatten sie einen größeren Energiebedarf und verspürten mehr Hunger.

scinexx

Wenn man salziges Essen zu sich nimmt, produziert der Körper mehr Urin, weil er das Salz wieder loswerden will. Die zusätzliche Flüssigkeit dafür müssen wir durch vermehrtes Trinken aufnehmen – so nahm man bisher an. Dass diese These überdacht werden muss, zeigen nun zwei Studien von Jens Tietze von der Vanderbilt University und seinem internationalen Team.

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Kirchen protestieren gegen Parteitag der AfD in Köln

Kölner Kirchen unterstützen den Protest gegen den AfD-Parteitag am Wochenende in Köln. Bei der Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer – kein Rassismus bei uns in Köln“ am Samstag werden auch Vertreter der Kirchen sprechen, wie evangelische und katholische Kirchen in Köln ankündigten.

evangelisch.de

Zudem würden Kirchenvertreter während der Demonstration in der Kölner Innenstadt ein Banner mit der Aufschrift „Unser Kreuz hat keine Haken“ gut sichtbar tragen. An dem Protest beteiligten sich die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) engagierten Gemeinden.

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2,5 Millionen getürkte Stimmzettel?

Angeblich in Suruc gefundene Stimmzettel, die zerrissen und weggeworfen worden waren.
Die Opposition kämpft um Annullierung der Wahl und erhält Rückendeckung von der Europäischen Kommission

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Die Kontroversen um Manipulationen beim türkischen Referendum vom vergangenen Sonntag setzen sich fort. Die beiden Oppositionsparteien CHP und HDP haben bei der Wahlkommission YSK in Ankara Beschwerde eingelegt und fordern die Annullierung der Wahl. CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu bezeichnet die Wahlfälschungen, bei denen es um mindestens 2,5 Millionen Stimmen gehen soll, als „Putsch“. Die Partei droht mit dem Rückzug aus dem Parlament.

Da die Differenz zwischen Ja- und Nein-Stimmen bei nur rund 1,3 Millionen liegt wäre das eine wahlentscheidende Anzahl. Auch die Europäische Kommission fordert die türkische Regierung auf, die Vorwürfe „transparent zu untersuchen“. Die Kommission befürchtet laut Reuters, dass sich „in der Türkei ein semi-autoritäres System unter einer Ein-Mann-Herrschaft“ entwickelt. Daher könne man Erdogan auch nicht zum Wahlergebnis gratulieren.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu zitiert derweil den AKP-Abgeordneten Ahmet Berat Conkar, der die Vorwürfe der Wahlbeobachter der OECD als haltlos zurückweist. Europa-Minister Ömer Çelik erklärte gegenüber dem Europarat, man akzeptiere „politische Erpressung“ nicht.

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Warum die Tsavo-Löwen plötzlich Menschen jagten

Löwen jagen Beute – Menschen gehören für gewöhnlich nicht dazu Quelle: picture alliance / blickwinkel/M
Zwei Löwen jagten in Kenia auf einmal Menschen. War ihnen andere Beute ausgegangen? Dieser bislang gültigen Theorie widersprechen Forscher jetzt: Die Löwen plagte etwas ganz anderes.

DIE WELT

Das Grauen ging um vor knapp 120 Jahren in den Lagern der Gleisarbeiter für die Uganda-Bahn im Südosten des heutigen Kenia: Mehrere Dutzend Menschen wurden dort 1898 binnen wenigen Monaten von zwei menschenfressenden Löwenmännchen getötet.

Erst der britische Oberstleutnant John Patterson konnte die „Löwen von Tsavo“ erlegen. 28 bis 135 Menschen sollen dem Duo nach unterschiedlichen Quellen zum Opfer gefallen sein. Was trieb die Tiere dazu, sich auf die ungewöhnliche Beute Mensch zu konzentrieren?

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Paarungsverhalten – Was für ein toller Kerl

© Picture-Alliance Nicht wie ein Pfau, sondern wie ein V sieht der ideale Männerkörper aus.
Der Evolutionsbiologe Michael Jennions über die Attraktivität der Geschlechter und den „March for Science“.

Von Sonja Kastilan | Frankfurter Allgemeine

Herr Jennions, derzeit wird viel über Geschlechterrollen debattiert. Was kann die Biologie zu dieser Diskussion beitragen?

Wenn man Tiere betrachtet, sind die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen meist sehr klar. Schaut man Fische, Frösche oder Insekten an, finden man sie eigentlich überall. Es wirkt nun mal bei den meisten Arten ein völlig anderer Selektionsdruck auf weibliche oder männliche Tiere. Biologen können über unterschiedliche Verhaltensweisen, Körpergrößen oder sogar Aspekte, die das Gehirn betreffen, sprechen. Man sollte allerdings vorsichtig sein, diese Sichtweise einfach auf den Menschen zu übertragen.

Was können wir über uns selbst lernen, wenn es dabei doch um Fische oder Winkerkrabben geht?

Es wäre sicherlich falsch, spezielle Merkmale in ihrer Bedeutung auf den Menschen zu übertragen, etwa Farbenpracht oder Körpergröße. Will man wissen, was für Menschen attraktiv erscheint, muss man es auch am Menschen herausfinden. Natürlich gibt es Prinzipien, die für mehrere Arten gleichermaßen gelten, weil die natürliche und die sexuelle Selektion unterschiedliche Merkmale für weiblich und männlich begünstigen. Das findet sich auch auf der genetischen Ebene. Vereinfacht ausgedrückt: Ein Gen, dass einen tollen Kerl prägt, würde wohl kein gutes Weibchen ausmachen. Wir sprechen dann von einem „interlocus sexual conflict“. Solche Prinzipien dürften für den Menschen ebenfalls gelten.

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„March for Science“: Woher kommt der Hass auf Forscher?

Bild: heise online
In aller Welt sind Wissenschaftler mit wachsender Skepsis und sogar Anfeindungen konfrontiert. Manche müssen ihr Land verlassen – und bekommen Asyl in Deutschland. Am Samstag nun wollen Menschen in aller Welt für die Freiheit der Forschung demonstrieren.

Von Violetta Kuhn | heise online

Das Ende ihrer wissenschaftlichen Karriere in der Türkei besiegelte Latife Akyüz selbst, mit einer einfachen Unterschrift. Die Forscherin unterzeichnete im Januar 2016 eine Petition und forderte darin den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf, mit den Kurden im Land Frieden zu schließen. Unmittelbar darauf habe eine wahre Lynchkampagne gegen sie begonnen, erzählt sie. „Es war beängstigend.“

Die Lokalzeitung ihrer Stadt Düzce, nahe Istanbul, berichtete über sie als „Terroristin“ an der örtlichen Universität, TV-Sender schlossen sich an, in den sozialen Medien ergoss sich Hass über die heute 42-Jährige. Akyüz wurde suspendiert, festgenommen, mit einem Reiseverbot belegt und schließlich wieder freigelassen – „alles innerhalb von drei Tagen nach meiner Unterschrift“, sagt Akyüz. Sie verließ erst die Stadt, dann das Land. Heute forscht die Sozialwissenschaftlerin in Frankfurt, wo sie eine Art wissenschaftliches Asyl bekommen hat.

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Deutscher Hochschulverband kritisiert „Erosion der Debatten- und Streitkultur an Universitäten“

Die South-Park-Episode Safe Space kann man sich hier ansehen. Screenshot mit freundlicher Genehmigung von Comedy Central.
Präsident Kempen warnt, dass sich „der Anspruch von Toleranz und Offenheit in das Gegenteil verkehrt“

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat sich in die Debatte um den von Politstalkern verfolgten Osteuropa-Historiker und Gewaltforscher Jörg Baberowski eingeschaltet und eine „Erosion der Debatten- und Streitkultur an Universitäten“ kritisiert. Eine Studentengruppe in Bremen hatte sogar einen Vortrag des Merkel-Kritikers verhindert, und dabei einem im März gefällten Urteil des Landgerichts Köln nach „Äußerungen […] aus dem Zusammenhang gerissen und damit sinnentstellend wiedergegeben“, um ihn als „Hetzer“ und „Rassisten“ darzustellen – Zuschreibungen, die der Einwanderungsskeptiker weit von sich weist (Aktenzeichen 28 O 324/16).

DHV-Präsident Bernhard Kempen nach müssen die Universitäten nicht nur „Ort[e] des freien und offenen Meinungsaustausches bleiben“, sondern auch „dafür sorgen, dass jedermann – unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, einer Partei, eines Verbandes oder Vereins – seine Forschungsergebnisse, Thesen, Argumente und Ansichten ohne Angst zur Diskussion stellen kann“. Das Grundgesetz bindet seinen Worten nach „die Freiheit von Forschung und Lehre allein an die Treue zur Verfassung“ und schließt „darüber hinausgehende Denk- oder Sprechverbote […] ausdrücklich aus“.

Gefährdet ist der offene Meinungsaustausch Kempen zufolge durch ein „Meinungsklima“, in dem sich „der Anspruch von Toleranz und Offenheit in das Gegenteil verkehrt“ hat. Anliegen wie ein „verantwortungsvoller Sprachgebrauch“ und ein „sensibler Umgang mit Minderheiten“ sind seiner Ansicht nach „berechtigt“, dürfen aber nicht zu einem „Tugendterror“ werden, in dem „abweichende wissenschaftliche Meinungen Gefahr laufen, als unmoralisch stigmatisiert zu werden“. Das führe nämlich zu „Feigheit und Anbiederung“ anstatt zu „Aufbruch und Neugier“, weil „jede konstruktive Auseinandersetzung […] bereits im Keim erstickt“ werde.

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Österreich pocht auf Schließung der Mittelmeer-Route

Seit Beginn des Jahres sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. dpa. Themenbild
Im Frühjahr und Sommer könnte es zu einem neuerlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen kommen. Österreich will ein strikteres Vorgehen – auf dem Meer und nötigenfalls auch am Brenner.

Frankfurter Rundschau

In der Flüchtlingskrise setzt sich Österreich mit Blick auf die Mittelmeer-Route für eine rigide Kontrolle der Zuwanderung ein. Neben der geschlossenen Balkanroute sei es nun entscheidend, auch die Mittelmeer-Route dicht zu machen, sagte Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP).

„Eine Rettung auf offener See kann kein Ticket nach Europa sein, weil man damit der organisierten Schlepperei jedes Argument in die Hand gibt, weiterhin Menschen von einer Flucht aus wirtschaftlichen Gründen zu überzeugen“, sagte Sobotka der Deutschen Presse-Agentur.

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Warum Türken in Deutschland auf Erdogan stehen – und Türken in den USA nicht

Die Türkin Gulay Turkmen-Dervisoglu arbeitet als Soziologin an der Universität Göttingen. Auch sie hat Ihre Stimme abgegeben. © Gulay Turkmen-Dervisoglu
In Deutschland gibt es unter den Wählern viel mehr Befürworter der Verfassungsreform von Präsident Erdogan als in der Türkei oder unter Türken, die in Übersee leben. Weshalb ist das so? Eine türkische Soziologin hat eine Erklärung.

stern.de

In der Türkei war die Wahlbeteiligung hoch, das Ja zur Verfassungsreform des Präsidenten knapp. In Deutschland stimmten knapp 50 Prozent der wahlberechtigten Türken ab – und sagten mit beinahe Zwei-Drittel-Mehrheit (63,1 Prozent) Ja zu Recep Tayyip Erdogan. In den USA, in Kanada und Großbritannien sieht das ganz anders aus. Weshalb findet Erdogan mehr Unterstützung bei den türkischen Wählern in Deutschland als sonstwo in der Welt? Die türkische Soziologin Gulay Turkmen-Dervisoglu erforscht an der Universität Göttingen den türkischen Nationalismus, insbesondere im Verhältnis zu Religion und Gewalt. Seit einem Jahr wohnt sie in Deutschland, zuvor lebte sie in den USA. Im Gespräch mit dem stern erzählt sie von dem Unterschied zwischen den Türken hierzulande und den Türken in Übersee.

Frau Turkmen-Dervisoglu, rund die Hälfte der Türken in Deutschland ist zur Wahl gegangen. Ist das Ihrer Meinung nach viel oder wenig?

Im Ausland ist die Wahlbeteiligung ja grundsätzlich eher niedriger, schon allein deshalb, weil es mit höherem Aufwand verbunden ist, wenn man wählen will. Ich zum Beispiel musste anderthalb Stunden bis nach Hannover fahren, um meine Stimme abgeben zu können. Dafür sind 46 Prozent Wahlbeteiligung natürlich recht viel. Allerdings ging es hier ja auch nicht um irgendeine Wahl, sondern um einen echten Wandel.

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Ankara fordert von den „EU-Nazis“ Ende von Erdogan-„Anfeindungen“

Nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei hat die Regierung in Ankara von der EU ein Ende von „Anfeindungen“ gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan gefordert.

Frankfurter Rundschau

„Die Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union müssen mit offenem Geist und gebunden an objektive Regeln und auf demokratische Art geführt werden“, sagte EU-Minister Ömer Celik. „Das geht nicht, indem man Tag und Nacht Erdogan anfeindet oder Tag und Nacht die Türkei anfeindet.“

Mensch Meyer: Der Islam hat das geilere Paradies!

Bild: Magazin „The Economist“
Ostern ist vorbei – der schlimmste islamistische Anschlag ereignete sich in der Türkei, wo Herr Erdogan sich seine Privat-Autokratie zimmerte.

Von Chin Meyer | Berliner Kurier

Ein großes Problem des radikalen Islamismus ist ja, dass eine Konvertierung Sinn macht, wenn man ohnehin einen Selbstmord plant. Weil das Bonussystem stimmt. Du nietest ein paar Typen um auf den letzten Metern – und bingo: Jungfrauen forever! Womit kann im Gegensatz dazu ein christlicher Mörder im Höchstfall rechnen? Eine Wolke, eine Harfe und dann ewig Hosianna jaulen in der Kälte der Stratosphäre… Ich wüsste auch, wofür ich mich im Ernstfall entscheiden würde.

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Großer Asteroid passiert heute die Erde

Der Asteroid 2014 JO25 kreuzt heute knapp hinter der Erde die Erdbahn – für einen so großen Brocken kommt er uns dabei relativ nahe. © NASA
Naher Vorbeiflug: Heute Mittag passiert ein 650 Meter großer Asteroid die Erde in relativ geringem Abstand. Der Brocken fliegt zwar in 4,6-facher Mondentfernung an unserem Planeten vorbei, dennoch ist dies die engste Passage eines so großen Asteroiden seit 13 Jahren. Weltweit werden Astronomen die Chance nutzen, den Asteroiden mit Teleskopen zu beobachten – denn über seine genaue Größe und Beschaffenheit ist bisher kaum etwas bekannt.

scinexx

Rund 15.000 erdnahe Asteroiden sind bisher bekannt und werden überwacht. Unter diesen sind vor allem größere Brocken von mehreren hundert bis zu rund einem Kilometer Durchmesser. Würden sie die Erde treffen, könnten die Folgen ähnlich verheerend sein wie nach dem Einschlag des „Dinokillers“ vor rund 65 Millionen Jahren.

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Auferstehung, Gottes- und Nächstenliebe – alles Unsinn?

Bild: RDF
Kann man ein Wesen, das sinnlich gar nicht zugänglich, das vielleicht gar nicht existent, dennoch lieben?

Von Jürgen Fritz | Richard-Dawkins-Foundation

Können Götter, die frei von jedem Mangel, lieben? Kann man Liebe gebieten? Gab es tatsächlich eine Auferstehung?

Warum man Gott nicht lieben und Liebe nicht gebieten kann

Der Nazarener, dessen Auferstehung heute gefeiert wird, war bekanntlich ein sehr lieber, herzensguter Kerl, wahrscheinlich auch ein sehr empathischer Charismatiker, aber kaum ein großer Denker. Deswegen kam er beim einfachen Volk wohl auch so gut an. Das Gerede von Gottes- und Nächstenliebe erscheint zunächst einmal als genau das: Gerede. Denn offensichtlich wurde hier der Begriff der Liebe gar nicht recht verstanden.

„Aber Liebe zu Gott als Neigung (pathologische Liebe) ist unmöglich; denn er ist kein Gegenstand der Sinne. Eben dieselbe gegen Menschen ist zwar möglich, kann aber nicht geboten werden; denn es steht in keines Menschen Vermögen, jemanden bloß auf Befehl zu lieben.“ – Immanuel Kant, Metaphysik der Sitten, A 149.

Lieben bedeutet auch, das Wohl des Geliebten zu wollen

Außerdem bedeutet lieben nicht nur a) sich zu dem Objekt der Liebe hingezogen fühlen, sich nach ihm zu verzehren, Sehnsucht nach ihm zu haben und zu leiden, wenn man ihm allzu lange fern ist – ein Gefühl, welches man nicht erzeugen kann, das einem vielmehr widerfährt, das man „erleidet“ -, sondern lieben bedeutet b) zugleich auch – und nur dann ist es lieben und nicht nur begehren -, dass einem das Wohl des Geliebten am Herzen liegt, dass man sich um ihn sorgt.

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Was AKP-Anhänger und AfD-Wähler gemeinsam haben

Quelle: Infografik Die Welt
Die Debatte über Integrationsprobleme in der Bundesrepublik ist neu entfacht. Die Vorschläge reichen von mehr Empathie der Deutschen gegenüber Türken bis zu einem gebührenfinanzierten deutsch-türkischen TV-Sender.

Von Tobias Heimbach, Sabine Menkens | DIE WELT

Die hohen Zustimmungswerte der Deutschtürken zu dem verfassungsändernden Referendum in der Türkei haben auch der Integrationsdebatte neue Nahrung gegeben. Ist das Ja zu den Sultanatsträumen des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein Zeichen dafür, dass die freiheitliche Demokratie für große Teile der migrantischen Gesellschaft einfach keine Strahlkraft hat?

Eindeutige Ergebnisse gebe es dazu nicht, sagt Jochen Oltmer, Dekan am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück. Das deutsche Parteiensystem habe unter Türkeistämmigen an sich eine hohe Akzeptanz. „Recht hohe Zustimmungswerte für Erdogan und für die AKP bedeuten nicht, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung abgelehnt wird, sondern ist offenbar mit der Vorstellung verbunden, für eine starke Türkei einzutreten, die in der Welt Gewicht hat.“

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Das unwürdige Hin-und-Her im Todestrakt von Arkansas

Don Davis (r.) saß schon an seiner Henkersmahlzeit, als seine Exekution in Arkansas ein weiteres Mal gestoppt wurde. Auch die Exekution von Bruce Ward wurde ein weiteres Mal aufgeschoben. © Arkansas Departmend of Correction/AP
Eine Exekutionsserie weil das Haltbarkeitsdatum des Giftcoktails abläuft – schon das hat Arkansas in den Fokus gerückt. Inzwischen ist der Streit zu einem unwürdigen Gezerre ausgeartet. Ein Verurteilter saß schon bei seiner Henkersmahlzeit. Und durfte dann doch weiterleben. Vorerst.

stern.de

Die Uhr tickte. Unaufhaltsam rückte Mitternacht heran. Don Davis, schon 1992 des Mordes überführt, aß Brathühnchen mit Kartoffelbrei, Bohnen, Brötchen und Erdbeertorte zum Nachtisch – seine Henkersmahlzeit. Doch die Exekution am späten Abend des Ostermontags fand nicht statt. Im letzten Moment bestätigte der Supreme Court, das höchste US-Gericht, den zuvor vom höchsten Gericht des US-Bundesstaates Arkansas erlassenen Stopp einer geplanten Hinrichtungsserie. Diese sollte mit Davis‘ Exekution starten.

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Why Britain’s Snap Election Is Bad News for Science

Credit: Jay Allen Copyright: Crown Copyright
Theresa May has a questionable history with science and tech policies, and her leadership might now be extended.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

With British Prime Minister Theresa May’s decision to force the UK into a last minute general election scheduled for June 8, the British people are looking down the barrel of a prolonged scientific and technological dark age.

If the Conservative Party wins the 2017 general election, its rule can be extended until at least 2022. Only nine months into her leadership, May’s policies on tech and science are a taste of things to come. Where do I start?

Oh yes.

In January, the government was accused of all but burying a significant climate change report. This was after May’s lips remained sealed following America’s inauguration of a president who once said climate change was a hoax and presides over an environmentally unfriendly White House. There are also worries that Brexit will lead to a lapse of Britain’s commitment to European climate change regulations.

May’s determination to a Hard Brexit is also hurting European scientists, many of whom are now looking to leave the UK, or debating their decision or ability to even study or research here in the first place.

Shortly before her ascension to leadership, acting as Home Secretary in May 2016, May also introduced the Psychoactive Substances Act, a policy that outlaws drugs known as legal highs, such as Spice, and substances capable of „stimulating or depressing the person’s central nervous system“ and affecting „the person’s mental functioning or emotional state“.

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Türkei: Buchungen bleiben im Keller

(c) imago stock&people
Reiseveranstalter Tui vermeldet um 90 Prozent weniger Buchungen als früher und streicht Flüge nach Antalya. Die deutsche Wirtschaft ist besorgt um Handelspartner.

Die Presse.com

Angesichts der unsicheren Lage in der Türkei, die sich mit dem Ausgang des Verfassungsreferendums fortsetzt, meldet der größte österreichische Reiseveranstalter, Tui, ein anhaltendes Buchungstief. Buchten zu Spitzenzeiten 100.000 Österreicher pro Sommersaison eine Türkei-Reise, liege man aktuell bei 10.000 bis 20.000. Bei Reiseveranstalter Der Touristik aus Frankfurt hält man sich vager: „Derzeit liegen wir für 2017 unter den vergleichbaren Vorjahreswerten für die Türkei.“

Die Geschäftsführerin von Tui Österreich, Lisa Weddig, zog am Dienstag in Innsbruck vor Journalisten die Konsequenzen aus der veränderten Buchungslage: Die Maschine, die bisher von Innsbruck nach Antalya flog, habe man gänzlich aus dem Programm gestrichen. „Stattdessen fliegen wir im Sommer 2017 jetzt nach Ibiza und Teneriffa“, erklärte sie. Von den massiven Rückgängen bei den Türkei-Reisen würden vor allem Griechenland und Zypern stark profitieren. Bei den Griechenland-Flügen verzeichnet der norddeutsche Konzern in der Sommersaison 2017 bereits ein Plus von 50 Prozent, bei Zypern ein Plus von 90 Prozent.

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Evangelischer Theologe Klaus Tanner für Forschung an Embryonen

Image of the embryos having developed to the blastocyst stage 80 hours after launch. Image: Enkui Duan. prep.: bb
Durch neue Möglichkeiten zur Genomveränderungen erhoffen sich Forscher Fortschritte bei der Therapie schwerer Krankheiten. Der evangelische Theologe Klaus Tanner fordert deshalb eine Öffnung des Embryonenschutzgesetzes.

evangelisch.de

„Ich bin dafür, die Forschung an sogenannten verwaisten Embryonen in Deutschland zu erlauben“, sagte der Ethiker dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es wäre ein Signal an junge Wissenschaftler, die wichtige entwicklungsbiologische Forschungsfelder in Deutschland aufgrund der restriktiven Gesetze derzeit meiden würden.

„Das Embryonenschutzgesetz ist mehr als 25 Jahre alt und es haben sich seitdem neue medizinische und biologische Möglichkeiten ergeben“, sagte Tanner. Sie zu nutzen sei auch eine Pflicht aus christlicher Perspektive: „Der Kampf gegen Leiden ist mit der christlichen Ethik verbunden.“

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An Idaho sheriff’s daunting battle to investigate when children of a faith-healing sect die

Dan Sevy, a member of the Followers of Christ church, testifies in August before an Idaho legislative panel reviewing the state’s faith-healing exemptions. (Betsy Z. Russell / Spokane Spokesman Review)
The coroner’s van pulled into the driveway sometime after midnight, and for a moment — her dead daughter in her arms — LaTisha Shippy hated God.

By Nigel Duara | Los Angeles Times

“I had hate in my heart for him,” Shippy said. “I questioned my faith, and why this was happening. You don’t lose four children and not have some of that.”

Canyon County Coroner Vicki DeGeus-Morris found Shippy in bed and the baby’s body, cleaned and dressed, on a changing table in another room. “It was apparent that she had been dead for a while, as the skin was slipping off the entire torso of the baby,” DeGeus-Morris wrote in a coroner’s report.

The baby had been dead inside Shippy’s womb for days, DeGeus-Morris concluded, and yet Shippy had sought no medical help when she’d felt the nearly full-term baby stop moving. She and her fellow Followers of Christ consider professional medicine an engine of the devil. Instead, she had prayed.

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