Sind Bayerns Kirchen No-Go-Areas für junge Menschen?


Bayerns Kirchen haben meist ein älteres Publikum. (Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)
In Uganda gibt es im Gottesdienst häufig richtig Rabatz, erzählt unsere Kolumnistin. In ihrer neuen Heimat Deutschland findet sie dagegen ein anderes Bild vor.

Von Lillian Ikulumet | Süddeutsche.de

Kürzlich sprachen wir bei einem Treffen mit Freunden über Religion. Als gläubige Christin nutzte ich die Gelegenheit für eine Einladung in die Sonntagsmesse. Die Resonanz? Wenig begeistert. Nur Greise würden noch in die Kirche gehen, war die Antwort. Nur Leute, die sich mehr mit dem Tod auseinandersetzen als mit dem Leben.

Wenn man regelmäßig in bayerischen Kirchen zu Gast ist, bleibt die Erkenntnis: Meine Freunde hatten nicht unrecht. Hier scheinen sich die jungen Leute jedenfalls kaum für die Sonntagsmessen zu interessieren. Im Gegenteil: Wenn man sich umschaut, wirken viele Kirchen eher wie jugendliche No-Go-Areas. Dass in katholischen Gottesdiensten überwiegend grauhaarige Menschen sitzen, ist in Bayern wahrscheinlich nicht neu. Wenn man 30 Jahre lang in Uganda in die Kirche gegangen ist, erscheint es jedoch ungewöhnlich.

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