Supernova mit Linseneffekt

Zum ersten Mal haben Astronomen eine Typ 1a-Supernova entdeckt, die von einer Gravitationslinse verzerrt und in vier Abbilder aufgespalten wird. © Joel Johansson
Spannende Entdeckung: Astronomen haben erstmals eine Supernova des Typs 1 a in kosmischer Vergrößerung beobachtet – ihr Licht wird durch den Gravitationslinseneffekt einer Galaxie verstärkt und in vier Abbilder aufgespalten. Das Spannende daran: Diese Sternexplosionen gelten als „Standardkerzen“ des Kosmos. Ihr verzerrtes und verstärktes Abbild könnte nun eine genauere Kalkulation der kosmischen Expansion ermöglichen, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Eine Supernova des Typs 1a ereignet sich, wenn ein Weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem explodiert. Dabei gibt er enorme Mengen an Strahlung ab, deren Helligkeit und Spektrum immer gleich sind. Das ermöglicht es Astronomen, die Entfernung solcher Sternexplosionen sehr genau zu bestimmen. Deshalb gelten Supernovae Typ 1a als wichtige „kosmische Messlatten“, durch die sich beispielsweise die Hubble-Konstante und damit das Tempo der kosmischen Expansion ermitteln lässt.

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Anti-AfD-Protest: Meuthen legt sich mit der Kirche an

Bild: Merkur.de
Schon einen Tag vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln wird gegen die Rechtspopulisten demonstriert. Auch die Kirchen wollen am Wochenende dabei sein. Eine politische Einmischung, findet der Parteivorsitzende.

Merkur.de

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat den Kirchen vorgeworfen, sich auf unlautere Weise in die Politik einzumischen. Meuthen kritisierte am Freitag auf seiner Facebook-Seite „den politischen Kampf von sich moralisch überlegen fühlenden Kirchenfürsten, denen augenscheinlich die in Deutschland übliche Trennung von Staat und Kirche nicht mehr ganz geläufig ist“.

Er selbst sei zwar gläubiger Christ, denke jedoch „in Anbetracht dieses vollkommen fehlgeleiteten klerikalen Klamauks“ erstmals darüber nach, aus der Kirche auszutreten. Seinen Post versah Meuthen mit einem Spruchbild, auf dem „Bei den Kirchen ist ein Schräubchen locker – Beten gegen die AfD: Oh Herr, gib Hirn!“ zu lesen war.

Damit bezog sich Meuthen auf das bereits am Freitagabend in einer Kirche in der Nähe des AfD-Tagungshotels geplante „Politische Nachtgebet“. Meuthen sprach in dem Zusammenhang von „Geiselhaft, in welche gläubige Christen genommen werden, die jetzt am Sonntag in eine Kölner Kirche gehen“.

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Das erhabene Spektakel der Atomtests

Themenbild. Screengrab Youtube
US-Wissenschaftler haben Videos von den oberirdischen Atomwaffentests der USA aus den Jahren 1945 bis 1962 deklassifiziert und eine „Playlist“ veröffentlicht

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Konflikt mit Nordkorea herrscht die Angst, es könne zu einer nuklearen Auseinandersetzung kommen. Das Säbelrasseln und Waffen-Vorführen ist zwar ein übliches Macho-Gehabe zwischen Staaten, wenn sie aber von unberechenbaren Menschen wie Donald Trump oder Kim Jong-un geleitet werden, bleibt die Unsicherheit groß, dass einmal eine schnelle Entscheidung eine Entwicklung auslöst.

So ist womöglich damit zu rechnen, dass Nordkorea wieder einen provozierenden Atomwaffentest ausführt. Es wäre der bislang sechste. Ob das Regime über einsatzfähige Atomwaffen verfügt, ist allerdings weiterhin eine Frage der Spekulation. Nordkorea macht alles, damit es so scheint, zumal das Regime – ein Teil der „Achse des Bösen“ von George W. Bush – gelernt hat, dass einzig Atomwaffen vor Regime Change schützen.

Nordkorea führte seine Atomwaffentests unterirdisch durch. Im Kalten Krieg haben die USA und die Sowjetunion zahlreiche Tests durchgeführt. Während Russland mehr als 700 Tests durchführte, zündeten die USA über 1000 Mal eine Bombe, davon 200 Mal oberirdisch. Auch Frankreich war mit fast 200 Atomwaffentests dabei, China und Großbritannien führten jeweils 45 Tests durch.

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Haken mit Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Für billigen Protest gegen die AfD sind die Kirchen leicht zu haben. Über den militanten Islam wollen sie lieber nicht sprechen – obwohl das nötig wäre.

Von Reinhard Müller | Frankfurter Allgemeine

Dieses Mal wollen die Kirchen alles richtig machen, also: sich einmischen, Widerstand leisten. Unter dem Banner „Unser Kreuz hat keine Haken“ wollen katholische und evangelische Funktionäre durch Köln marschieren. Nicht, um gegen einen Parteitag von Nationalsozialisten zu demonstrieren, sondern einen der AfD. Oder ist das aus Sicht der wohlmeinenden Christen schon dasselbe?

Ja, zu Hass und Gewalt sollte auch der Kirche etwas einfallen. Und es gibt unsägliche Äußerungen von Funktionären der AfD. Die Kirchen sind aber weder der Verfassungsschutz, der auch AfD-Politiker im Visier hat, noch politische Parteien noch öffentliche Hygieneanstalten.

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Kölner Superintendent verurteilt Missbrauch christlicher Symbole

Das Kreuz mit den Religionen
Vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln hat der evangelische Stadtsuperintendent Rolf Domning den Missbrauch christlicher Symbolik durch Rechtspopulisten kritisiert.

evangelisch.de

Rechtspopulisten instrumentalisierten christliche Symbole und das Reden vom christlichen Abendland, um Flüchtlinge auszugrenzen und gegen den Islam zu polemisieren, sagte Domning dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Das empört uns sehr, auch weil hier in Köln viele Gemeindemitglieder in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind.“

Die Kirchen in Köln beteiligen sich am Samstag an der Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ gegen den AfD-Parteitag, der am Samstag und Sonntag in Köln stattfindet. Unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ ruft die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln, zu der neben dem evangelischen Kirchenverband auch die katholische Kirche und freie evangelische Gemeinden gehören, zum friedlichen Protest auf. Die Kölner Polizei erwartet zu den Protestaktionen mehrerer Gruppen gegen den AfD-Parteitag insgesamt rund 50.000 Demonstranten.

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Wie Magic Mushrooms gegen Depressionen wirken könnten

foto: ap photo/peter dejong Etwa 180 Arten von halluzinogenen Pilzen sind bekannt. Ihr Konsum ist in Österreich illegal.
Früher haben Hippies mit halluzinogenen Pilzen experimentiert, heute passiert das im Dienste der Wissenschaft – ein Wundermittel dürfe man nicht erwarten, warnt ein Experte

Von Franziska Zoidl | derStandard.at

Bei halluzinogenen Pilzen, besser bekannt unter dem Namen Magic Mushrooms, denken viele an Hippies, die gern damit experimentierten. Doch immer öfter wird davon auch in einem anderen Zusammenhang gesprochen: Einige kleine Studien – darunter eine vor einigen Monaten publizierte Studie der Johns Hopkins University in Baltimore – legen nahe, dass die Schwammerln gegen Depressionen wirken könnten, konkret die darin enthaltene Substanz Psilocybin.

Bei der Studie wurden 51 Krebspatienten, die unter Todesängsten und Depressionen litten, eine kleine Menge dieses Stoffes verabreicht. Diese haben sich daraufhin bis zu sechs Monate lang besser und zuversichtlicher gefühlt, ihre Lebensqualität hat sich laut Studienautoren erhöht.

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Südafrika: Gold entstand auf ungewöhnliche Weise

Golderz aus der Carbon Leader-Formation in Witwatersrand: Das Gold ist typischerweise mit Uranerz und dunklen, kohlenstoffhaltigen Ablagerungen vermischt. © James St. John/ CC-by-sa 2.0
Überraschende Entdeckung: Das größte Goldvorkommen der Erde wurde durch Erdöl, heiße Quellen und Uranerz erschaffen. Erst das Zusammenwirken dieser Akteure bildete das berühmte Gold aus dem südafrikanischem Witwatersrand – durch einen zuvor völlig unbekannten Mechanismus. Seine Entdeckung könnte darauf hindeuten, dass Goldvorkommen auch anderswo eng mit Erdöl verknüpft sind, wie die Forscher erklären.

scinexx

Das wertvolle Edelmetall Gold ist auf der Erde sehr ungleich verteilt: Im größten Teil der Erdkruste ist es äußerst rar, gleichzeitig gibt es an einigen Stellen große und reiche Goldlagerstätten. Wie diese Vorkommen entstanden, ist längst nicht immer vollständig geklärt. In einigen Fällen könnten Erdbeben eine Rolle gespielt haben, in anderen die Tätigkeit von Mikroben. Auch hydrothermale Schlote und heiße Quellen können Gold anreichern.

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Vererbung der zweiten Staatsangehörigkeit steht infrage

§ 4 Staatsangehörigkeitsgesetz © MiG
Die Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft hält seit dem Verfassungsreferendum in der Türkei an. In Diskussion ist ein sogenannter Generationenschnitt, der die Vererbung der zweiten Staatsangehörigkeit auf wenige Generationen begrenzt.

Von Corinna Buschow | MiGAZIN

Seit dem Verfassungsreferendum in der Türkei ist angesichts des Wahlverhaltens der Deutsch-Türken die Debatte um den Doppelpass wieder aufgeflammt. Unionspolitiker stellen erneut die seit 2014 geltende Rechtslage infrage, nach der in Deutschland geborene Kinder von Ausländern in der Regel zwei Pässe behalten dürfen. Konkret diskutiert wird ein neues Modell, das die Vererbung der zweiten Staatsangehörigkeit auf wenige Generationen begrenzen soll.

In Deutschland lebten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2015 rund 1,7 Millionen Menschen, die neben dem deutschen Pass noch den eines anderen Landes hatten. Bei rund 740.000 Einwohnern war die zweite Staatsangehörigkeit die eines anderen EU-Landes. 246.000 Menschen hatten zusätzlich zum deutschen einen türkischen, 228.000 einen russischen Pass. 555.000 Doppelstaatler sind der Statistik zufolge als Deutsche geboren, haben ihre beiden Pässe also „geerbt“ und keine eigene Einwanderungsgeschichte.

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So nicht, Frau Roth, so nicht, Herr Özdemir!

Wolfgang Kubicki ist stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP Quelle: picture alliance / Soeren Stache
Mit einer schon fast exhibitionistisch zur Schau gestellten Kopflosigkeit wickeln sich die Grünen als ernst zu nehmende Kraft langsam selbst ab. Das sieht man exemplarisch an der Türkei-Debatte.

Von Wolfgang Kubicki | DIE WELT

Das Verfassungsreferendum in der Türkei vom vergangenen Sonntag hat nicht nur für die Europäische Union schwerwiegende Fragen aufgeworfen. Das Resultat vom 16. April stellte auch ernste Fragen an die Integrationspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Denn diese Abstimmungsergebnisse zeigten vor allem für das größte türkische Land neben der Türkei ein vergleichsweise hohes Maß an Zustimmung für die Erdogan’schen Autokratiereformen.

In Stuttgart stimmten 66,26 Prozent, in Düsseldorf 69,58 und Essen – als trauriger Spitzenreiter – 75,89 Prozent für die demokratiefeindlichen Pläne am Bosporus. Im Schnitt waren dies fast zwei Drittel der Wähler. Wer diese Werte nicht zumindest im Ansatz als Ausdruck einer integrationspolitischen Unebenheit versteht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, bewusst wegzuschauen.

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Pakistanischer Mufti: Hinrichtung Asia Bibis würde Lage beruhigen

Bild. mangobaaz.com
Pakistanische Bischofskonferenz widerspricht: Aufgabe der Moscheen wäre, provokativen Ankündigungen Einhalt gebieten

kath.net

Pakistanische Imame fordern nach einem Bericht des römischen Missionspressedienstes „AsiaNews“ (18. April) jetzt eine sofortige „exemplarische“ Hinrichtung der seit sieben Jahren in einer Todeszelle wegen angeblicher „Blasphemie“ inhaftierten Christin Asia Bibi. Dies würde die justizkritischen Stimmen im Land „beruhigen“, so die Argumentation. Denn nach Meinung mehrerer landesweit bekannter islamischer Prediger sei der in der Vorwoche wegen „Blasphemie“ gelynchte 23-jährige Student Mashal Khan aufgrund eines seit langem aufgestauten „Volkszorns“ getötet worden. Die Menschen seien erzürnt, weil Hinrichtungen nach dem 1986 eingeführten Blasphemie-Paragraphen nicht vollzogen würden, so die Imame.

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US-Justizminister: Festnahme von Wikileaks-Gründer Assange hat „Priorität“

Wikileaks-Gründer Julian Assange spricht von einem Balkon der Botschaft von Ecuador in London zu Journalisten. (Foto: dpa)
  • Seit 2012 lebt Julien Assange, Betreiber der Enthüllungplattform Wikileaks, im ecuadorianischen Exil in der Botschaft in London.
  • Bisher wurde keine Anklage gegen den Enthüller erhoben. Das könnte sich nun ändern.
  • Die US-Regierung debattiert Medienberichten zufolge über eine Anklage gegen Assange. Seine Festnahme habe Priorität, sagt US-Justizminister Sessions.

Süddeutsche.de

Der US-Justizminister Jeff Sessions hat die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange sowie den Kampf gegen die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu einer „Priorität“ der neuen US-Regierung erklärt. „Wir werden unsere Anstrengungen gegen alle undichten Stellen verstärken und verstärken diese bereits“, antwortete Sessions am Donnerstag in Washington auf die Frage eines Journalisten, ob Assanges Festnahme eine Priorität der USA sei.

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Zwangsmissionierung: Berlin bekommt Titel „Reformationsstadt“ verliehen

Berlin wird „Reformationsstadt Europas“. Bei einem Festakt am Donnerstag nächster Woche verleiht der Schweizer Kirchenpräsident und Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Gottfried Locher, der Stadt den Titel, wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mitteilte.

evangelisch.de

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werde die Auszeichnung im Museum Nikolaikirche entgegennehmen. Bischof Markus Dröge werde ein Grußwort sprechen.

Die Verleihung des Ehrentitels gehört zum Programm des Europäischen Stationenwegs, auf dessen Spuren ein Multimedia-Truck mit Geschichten der Reformation aus 67 Städten in 19 Ländern seit November 2016 durch Europa fährt. Ab 26. 2017 April stoppt der Truck in Berlin.

Abdel-Samad: ‚Integration der muslimischen Türken in Deutschland ist gescheitert‘

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Islamkritiker Abdel-Samad: In Deutschland hätten sich nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken für Erdogan ausgesprochen, „sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen“.

kath.net

Das Ja zur umstrittenen Verfassungsreform in der Türkei ist auch ein Zeichen, dass die Integration der in Deutschland lebenden muslimischen Türken gescheitert ist. Davon schreibt der Publizist und Islamkritiker Abdel-Samad auf seiner Facebook-Seite, wie idea berichtet. Im Gegensatz zur Türkei seien die in Deutschland lebenden Türken nicht gespalten, schreibt Abdel-Samad. Nur 36 Prozent der Deutschtürken hätten gegen das Gesetz gestimmt. Wenn man bedenke, dass neben einigen assyrischen Christen rund 25 Prozent der hier lebenden Türken kurdische Aleviten seien, die das Gesetz aus existenziellen Gründen ablehnten, dann liege die Zustimmungsquote für die „Einführung der Diktatur“ schon bei über 90 Prozent: „Propaganda“ für das Ja zur Erdogan „in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawatten-Islamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsenden Kopftuch-Muslimas, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei.“

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Evolutionsbiologie: Leopoldina empfiehlt stärkere Präsenz in Lehrplänen und intensivere Forschung

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Die Evolutionsbiologie ist das übergreifende Erklärungsprinzip der Lebenswissenschaften. Aktuelle Fragen, wie zunehmende Antibiotikaresistenzen, Ausbreitung von Epidemien, neue Zivilisationskrankheiten oder soziale Konfliktlösung können mit evolutionsbiologischen Modellen beschrieben werden. Gemessen an ihrer gewachsenen Bedeutung sollten die modernen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie in Schule und Hochschule stärker vertreten sein. Darauf weist die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Stellungnahme „Evolutionsbiologische Bildung in Schule und Hochschule“ hin, die heute veröffentlicht wurde.

Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Die Evolutionsbiologie liefert Erkenntnisse zum Selbstverständnis des Menschen, zu seinen Interaktionen mit Umwelt und Mitmenschen, ökonomischem Handeln und kultureller Entwicklung. Viele Fragen, zum Beispiel auf welchen Wegen sich Krankheitserreger um die Welt bewegen, wie Bakterien Antibiotikaresistenzen entwickeln oder wie sich Krebszellen im Körper vermehren, lassen sich mit Hilfe der Evolutionsbiologie beantworten. Evolutionsbiologische Modelle zeigen Wege zur Lösung von Interessenkonflikten sowohl innerhalb von sozialen Gruppen, wie auch im ökologischen Kontext. Angesichts dieser in den letzten Jahrzehnten schnell gewachsenen Bedeutung sieht die Leopoldina Nachholbedarf im Umfang, den evolutionsbiologische Inhalte an Schulen und Hochschulen einnehmen, und formuliert dazu Empfehlungen.

Die Stellungnahme empfiehlt zunächst eine genaue Bestandsaufnahme der Situation in Forschung und Lehre und regt an, eine länderübergreifende Koordinierungsgruppe einzurichten. An den Universitäten empfiehlt das Papier, evolutionsbiologischer Forschung und Lehre eine zentralere und interdisziplinärere Rolle zu geben. Für den Schulunterricht befürwortet die Stellungnahme, dass die Evolutionsbiologie als „roter Faden“ des Biologieunterrichtes ab Klasse 5 etabliert wird. Die mitunter abstrakten Konzepte und Modelle sollten im Unterricht mittels anschaulicher Beispiele und Experimente vermittelt werden. Ein bundesweites Rahmen-Curriculum könnte dafür sorgen, dass das Thema Evolution nicht erst am Ende der Schulzeit seinen Platz findet. Die Stellungnahme fordert darüber hinaus, auch in anderen Schulfächern Berührungspunkte deutlich zu machen.

Die Stellungnahme Evolutionsbiologische Bildung in Schule und Hochschule ist Ergebnis einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus den Bereichen Evolutionsbiologie, Fachdidaktik und Schulpraxis.


Weitere Informationen:

http://www.leopoldina.org/de/evolutionsbiologie

Warum Nationalismus Sünde ist

Heinrich Bedford-Strohm (2011) Bild: wikimedia.org/ CC-BY-SA 3.0/ Michael Lucan

Ein Gespenst geht um in Europa – mit ­diesen Worten begann das 1848 veröffent­lichte Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. Mit dem Gespenst war der Kommunismus gemeint. 169 Jahre und zahlreiche kommunistische Unrechtsregime später ist von dem „Gespenst“ nicht viel mehr übriggeblieben als zerstobene Visionen.

EKD

Das Gespenst, das heute in Europa umgeht, ist der Rechtspopulismus. Jedenfalls beschäftigt er Medien und Politik in Europa in einem Maße wie kaum ein anderes Phänomen in Politik und Gesellschaft. Insbesondere im Hinblick auf die Themen Flüchtlingspolitik und Islam ­haben sich unter diesem Stichwort Parteien gesammelt, die den bisherigen Konsens über die grundlegenden Werte, die Europa ausmachen, lautstark infrage stellen.
Superwahljahr 2017. Am 23. April ist Präsidentschaftswahl in Frankreich, im Juni Parlamentswahl. In Deutschland gibt es in diesem Jahr drei Landtagswahlen und dann im September die Wahl zum Deutschen Bundestag. Bul­garien, Türkei, Serbien, Tschechien: Überall werden Wahlurnen aufgestellt.

Ein gefährlicher Ton schleicht sich in die Wahlkämpfe ein

In Koblenz haben sich kürzlich führende Vertreter des Rechtspopulismus getroffen. Nach der britischen Brexit-­Entscheidung und der Wahl von Donald Trump zum ­amerikanischen Präsidenten – so hieß es da – wolle man 2017 zum „Jahr des Erwachens der Völker von Zentral­europa“ machen.

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Wikileaks: Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Bundesregierung

Öffentliche Anhörungen (hier Kanzlerin Angela Merkel) und das Wälzen geheimer Unterlagen gehören zur Arbeit des NSA-Ausschusses. (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)
Wer hat vertrauliche Daten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss an Wikileaks weitergegeben? Bislang wurden Abgeordnete als Quelle vermutet, jetzt wächst der Kreis der Verdächtigen.

Von Reiko Pinkert, Hakan Tanriverdi | Süddeutsche.de

Die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin hat den Kreis der verdächtigten Personen bei der Suche nach dem Leck im NSA-Untersuchungsausschuss erweitert. Sie hat sich vom Kanzleramt die notwendige Ermächtigung eingeholt und prüft derzeit, ob auch gegen Mitarbeiter der Bundesregierung ermittelt wird. Das bestätigte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde der Süddeutschen Zeitung.

Vertrauliche Dokumente waren bei der Enthüllungsplattform Wikileaks aufgetaucht. Ein Regierungssprecher teilte mit, dass man über „Stand und Einzelheiten“ den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft nicht vorgreifen wolle. Bislang wurden Parlamentarier als Quelle vermutet.

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Tief im Inneren von M87

Bild: NASA/public domain
Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.
Norbert Junkes Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger Energieausstoß wird im Allgemeinen auf die Umwandlung von Gravitationsenergie in Strahlung zurückgeführt.

Aktive Schwarze Löcher produzieren Strahlung über das Ansammeln (“Akkretion”) von Materie. Es entsteht eine sogenannten Akkretionsscheibe, die die Zentralquelle umgibt. Ein deutliches Anzeichen für den Akkretionsvorgang im Zentralbereich von Galaxien stellen Jets von enormer Ausdehnung dar, die sich über etliche Millionen Lichtjahre Entfernung vom Galaxienzentrum aus erstrecken und damit weit über den sichtbaren Bereich der Galaxie hinausragen.

M87, die Zentralgalaxie des Virgo-Galaxienhaufens in Richtung des Sternbilds “Jungfrau” liegt in einer Entfernung von 17 Megaparsec (das entspricht ungefähr 50 Millionen Lichtjahren). Sie stellt die zweitnächste Galaxie mit einem aktiven Galaxienkern („Active Galactic Nucleus“, AGN) dar und enthält in ihrem Zentrum ein aktives Schwarzes Loch mit einer Masse von rund sechs Milliarden Sonnenmassen. M87 war die erste Galaxie, bei der ein Jet gefunden werden konnte, und zwar bereits in optischen Beobachtungen am Lick-Observatorium vor rund 100 Jahren: „ein bemerkenswerter geradliniger Materiestrahl, der mit dem Galaxienkern verbunden scheint“ (Heber Curtis, 1918).

Der Jet von M87 ist einer der am sorgfältigsten untersuchten astrophysikalischen Jets. Er ist über das gesamte elektromagnetische Spektrum – von Radiowellen bis zu Röntgenwellen – sichtbar. M87 stellt ebenfalls die erste Galaxie dar, für die Signale selbst bei den höchsten Gammastrahlungsenergien im Teraelektonenvolt (TeV-) Bereich nachgewiesen werden konnten.

Trotz einer Fülle von Beobachtungsmaterial ist die genaue Art und Weise, wie der leuchtkräftige Jet an das akkretierende Schwarze Loch koppelt, unbekannt. Die Forscher sind dieses Problem dadurch angegangen, dass sie interferometrische Radiobeobachtungen von M87 mit dem „Very Long Baseline Array“ (VLBA) analysiert haben. Das VLBA verbindet Radioteleskope von Hawaii bis zu den Virgin Islands miteinander. Dadurch kann bei einer Frequenz von 15 GHz (bzw. 2 cm Wellenlänge) eine Winkelauflösung von nur 0,6 Millibogensekunden am Himmel erreicht werden, das entspricht gerade mal 0,16 Lichtjahren oder 84 Schwarzschildradien für M87.

Obwohl bereits mehr als hundert Jets von aktiven Schwarzen Löchern detailliert untersucht werden konnten, bietet nur M87 die Möglichkeit, die unmittelbarste Nachbarschaft des zentralen Schwarzen Lochs zu erforschen.

Die Radiobeobachtungen wurden im Rahmen des MOJAVE-Projekts (“Monitoring of Jets in Active galactic nuclei with VLBA Experiments”) durchgeführt. „Wir haben diese Daten erneut analysiert, um so einen Einblick in die komplexen Prozesse zu gewinnen, die den Jet und die Akkretionsscheibe von M87 miteinander verbinden“, sagt Silke Britzen vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR), die Erstautorin der Veröffentlichung. „Soweit wir wissen, ist dies das erste Mal, dass die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Fußpunkt des Jets, also seiner Entstehung, und dem Aufladen des Jets mit Material untersucht werden konnten.“ Schnelle turbulente Prozesse bei denen magnetische Rekonnektion ein wichtige Rolle spielt, wie man sie im kleineren Maßstab von Vorgängen auf der Sonnenoberfläche her kennt, bieten die beste Möglichkeit zur Erklärung der Beobachtungsergebnisse (vgl. Abb. 1).

“Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die Oberfläche der Akkretionsscheiben sich ähnlich verhält wie die Sonnenoberfläche – blubberndes heißes Gas mit ständiger magnetischer Aktivität wie Rekonnektion und Strahlungsausbrüchen“, fügt Christian Fendt vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) hinzu, Ko-autor der Studie und ein Experte für die die theoretische Modellierung von Jets. Während nahe der Oberfläche der Akkretionsscheibe eher kleinskalige magnetische Strukturen die Massenübertragung in die Jets dominieren, bleibt über größere Distanzen hin nur das globale spiralförmige Magnetfeld bestehen und dirigiert die Bewegung des Jets.

In Zukunft werden Beobachtungen bei noch höheren Frequenzen und somit besserer Winkelauflösung im Rahmen des Event-Horizon-Teleskops (EHT) es ermöglichen, sich den supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von aktiven Galaxien noch weiter zu nähern. „Es gibt nur zwei Zielobjekte, die es uns erlauben, den Ereignishorizont selbst als Schatten in den Radiobeobachtungen abzubilden“, stelle Andreas Eckart von der Universität zu Köln fest. „Das zentrale Schwarze Loch in der Galaxie M87 und dasjenige im Zentrum unserer Milchstraße. Beide sind sehr unterschiedlich, sowohl in der Aktivität als auch in ihrer Masse. Aber auch in ihrer Entfernung von uns sind sie verschieden. Dadurch erscheint in beiden Objekten das Schwarze Loch in vergleichbarer Winkelauflösung am Himmel und es sollte auch bei beiden ein dunkler Schatten von ähnlicher Größe sichtbar werden.“

Vladimir Karas (Astronomical Institute of the Czech Academy of Sciences) betont, dass die Beobachtungsergebnisse für M87 als Grundlage für weitere Untersuchungen sowohl von Beobachtungen als auch von der Theorie her dienen könnten. Die direkte Umgebung eines Schwarzen Lochs umfasst einen sehr interessanten als „Ergosphäre“ bezeichneten Bereich, der aber noch jenseits der Auflösung der derzeitigen Generation von Teleskopen liegt.

Die Beobachtungen im Rahmen des EHT-Projekts mit der höchsten derzeit verfügbaren Winkelauflösung haben in den ersten beiden Aprilwochen 2017 stattgefunden. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen könnten dazu beitragen, das in der vorliegenden Arbeit präsentierte Modell weiter zu verfeinern und die Verbindung zwischen Jets und supermassereichen Schwarzen Löchern in den Zentren von Galaxien besser zu verstehen.


Zum Forscherteam gehören Silke Britzen, Christian Fendt, Andreas Eckart, und Vladimir Karas.

Der Schwarzschildradius wird definiert als Radius einer Kugelsphäre bei der, wenn die Gesamtmasse innerhalb dieses Radius konzentriert wird, die Fluchtgeschwindigkeit an der Kugeloberfläche gleich der Lichtgeschwindigkeit wäre. Dieser Radius ist benannt nach Karl Schwarzschild, der im Jahr 1916 die erste exakte Lösung für Einsteins Feldgleichungen für ein nichtrotierendes sphärisch-symmetrisches Objekt gefunden hat.

Der Ereignishorizont im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie ist eine Begrenzung in der Raumzeit, jenseits der Ereignisse keine Auswirkungen mehr auf Beobachter von außen haben können. Dabei ist der Schwarzschildradius der Radius des Ereignishorizonts um ein nicht rotierendes Schwarzes Loch. Der Schwarzschildradius von Sgr A* hat eine Größe von 12 Mio. km, entsprechend 10 Mikrobogensekunden. Bei der Galaxie M87 erscheint der Ereignishorizont aufgrund der größeren Masse des Zentralobjekts, aber auch der wesentlich größeren Entfernung geringfügig kleiner, mit einem Wert von etwa 4 – 7 Mikrobogensekunden am Himmel. Jedoch wird vorhergesagt, dass der tatsächlich sichtbare Ereignishorizont größer erscheint, verursacht durch einen Gravitationslinseneffekt des eigenen Gravitationspotentials. Der Durchmesser des beobachteten Schattens sollte ca. 1 bis 5mal größer sein als der Schwarzschildradius.

Die hier analysierten VLBA-Beobachtungen ermöglichen die Untersuchung des Jets von M87 in einem Bereich von ungefähr 30 bis 3500 Schwarzschildradien Abstand von der Zentralquelle. Das VLBA (Very Long Baseline Array) Netzwerk von Radioteleskopen umfasst insgesamt 10 Radioteleskope von jeweils 25 m Durchmesser in den Vereinigten Staaten – von Hawaii bis zu den Virgin Islands.

Originalveröffentlichung:

A new view on the M87-jet origin: Turbulent loading leading to large-scale episodic wiggling, S. Britzen, C. Fendt, A. Eckart, and V. Karas et al., 2017, Astronomy & Astrophysics (April 2017), DOI: 10.1051/0004-6361/201629469
https://www.aanda.org/10.1051/0004-6361/201629469

Erdogan, der Separatist

Bild: FB
Der türkische Präsident machte aus seinen Machtgelüsten nie ein Geheimnis. Umso mehr überraschen die Reaktionen auf seinen erneuten Wahlsieg.

Von Hülya Tektas | Wiener Zeitung

Nun ist genau das eingetreten, was man vor langer Zeit schon geahnt hatte. Mit nur knapper Mehrheit und trotz Vorwürfen über massiven Wahlbetrug und -manipulation wurde das türkische Verfassungsreferendum zugunsten des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan entschieden.

Erdogans Kampf um die Auslandsstimmen ließ zwar vermuten, dass er sich über die Stimmenknappheit bewusst war, dennoch ist der Wahlausgang keine allzu große Überraschung, wenn man bedenkt, dass er die Türkei seit 2003 zuerst als Premier und danach als Präsident mit eiserner Hand regiert. Die Welt konnte mitansehen, wie sich ein Mann und mit ihm auch eine ganze Nation innerhalb von 14 Jahren veränderten. Da Erdogan nicht erst seit dem Referendum, das ihm mit der Verfassungsänderung die lang ersehnte Ein-Mann-Herrschaft ermöglicht, eine Gefahr darstellt, sollten sich Politiker und alle anderen, die ihn kritisieren, fragen, ob man die Entwicklung der vergangenen 14 Jahre nicht hätte verhindern können.

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Die Zeit der Tierversuche mit Affen ist vorbei

Ein Rhesus-Affe mit zwei Implantaten im Kopf: Im Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen wird mit Elektroden die Aktivität des Gehirns untersucht. Die Aufnahme entstand 2016. © Picture-Alliance
Die massive Kritik von Tierschützern zeigt endlich Erfolg: Das Max-Planck-Institut stellt in der Gehirnforschung die Versuche an Affen ein. Derzeit wird im Institut noch wegen Tierquälerei ermittelt.

stern.de

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPIBK) in Tübingen forscht nach anhaltender Kritik von Tierschützern nicht mehr an Affen. „Wir bestätigen, dass die Affenversuche endgültig beendet sind und wir keine Affen mehr haben“, teilte die Sprecherin des Instituts mit. Abteilungsdirektor Nikos Logothetis hatte schon vor zwei Jahren angekündigt, nach Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Experimente nur noch mit Nagetieren forschen zu wollen.

Der Vorsitzende des Vereins Soko Tierschutz, Friedrich Mülln, bezeichnete das Ende der Affenversuche als historischen Erfolg der Tierschutzbewegung Deutschlands. Ein als Pfleger arbeitender Tierschützer hatte die Affenversuche und die Haltung der Tiere im Herbst 2014 heimlich gefilmt. Die Aufnahmen zeigen Affen mit Gehirn-Implantaten, eines der Tiere hat einen blutverschmierten Kopf, einem anderen läuft Spucke oder Erbrochenes aus dem Mund.

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Facebook’s War on Weed Is Totally Legal, But It Still Sucks

Image MOTHERBOARD
Just another reason to reconsider our total reliance on a handful of social media sites.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

It’s rare to get online these days without being networked through at least one of a handful of massive social media hubs such as Facebook, Instagram, Twitter, or Reddit. Each platform offers its users a slightly different experience, which isn’t always pleasant. Reddit and Twitter, for example, have each come under fire for their overly tolerant stance on free (read: hate) speech; on the flipside, Facebook and Instagram have been called out for issuing gag orders on what many users feel is legitimate content.

Last year, Facebook drew considerable criticism from the hemp-isphere after shutting down dozens of pages for legal medical marijuana dispensaries. Patients decried the action as limiting access to information that helped them procure and learn about their medicine, while cannabusiness owners were indignant about their dispensaries being flagged as illegal commerce. But when the (pot) smoke cleared, nothing had changed other than a greater awareness of our near-total dependency on the whims of the modern gatekeepers of free speech.

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