Das Liebesleben der Biene


Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
Bienen gelten als fleißige Nutztiere. Tatsächlich ist das Leben und Lieben der Arbeiter und ihrer Königin komplex, faszinierend – und für manche Drohne tödlich.

Von Johanna Adorján | Süddeutsche.de

Von den vielen interessanten Dingen, die es über Honigbienen zu erfahren gibt, ist die Sache mit der Paarung natürlich eine der interessantesten. Eine junge Königin verlässt dafür im zarten Alter von ein bis zwei Wochen erstmals ihren heimischen Stock und fliegt zu einen bestimmten Platz, vom Menschen behelfsmäßig Drohnensammelplatz genannt, über dem bereits mehrere tausend männliche Honigbienen, Drohnen, paarungsbereit ihre Bahnen ziehen. Diese haben sich aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen hierher aufgemacht, mit dem einzigen Ziel: eine junge Königin zu besamen.

Etwa zwölf von ihnen werden zum Zug kommen, zwölf von 20.000, wozu einiges an Geschicklichkeit gehört, denn die Nummer vollzieht sich im Flug. Hochzeitflug haben das romantisch verklärend die Menschen getauft. Die anderen 19.988 haben das Nachsehen. Wobei: sie können sich auf ihrem Rückflug immerhin damit trösten, dass sie zurückfliegen können. Die zwölf glorreichen Sieger nämlich sind an dieser Stelle bereits tot. Nach dem Geschlechtsakt bleibt der Penis des Drohns in der Königin stecken und der Drohn fällt, als hinge sein Leben buchstäblich an seinem Penis, von ihr herab und stirbt.

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