Was die legalisierte Prostitution anrichtet


Der Tiergarten als Strich für junge Flüchtlinge? Und wieso regt das niemanden auf?Foto: Paul Zinken/dpa
Flüchtlinge prostituieren sich im Tiergarten – und niemand stört sich dran? Das hat auch mit Deutschlands liberalem Prostitutionsgesetz zu tun. Ein Zwischenruf

von Barbara John | DER TAGESSPIEGEL

Als vor Kurzem über junge Männer mit Flüchtlingshintergrund berichtet wurde, die im Tiergarten Sex gegen Geld anbieten, gab es kaum öffentliche Reaktionen. Es herrschte schulterzuckendes Desinteresse à la „wen kümmert das schon“. Doch nachdem mehr Details die Runde machten, kam Dynamik in das Thema, genauer, Empörungsposen, wie im Leserforum des Tagesspiegels. Eigentlich kein Wunder, denn wenn Begriffe aufeinanderprallen wie: Junge schutzsuchende Flüchtlinge, Geldbeschaffung, Asyl, Männerstrich, Sex, Obdachlosigkeit, Illegalität, Menschenhandel, lässt sich vieles hineinprojizieren, überzeichnen und vereinfachen. So werden die Flüchtlingspolitik und die Helfer als verantwortlich angeprangert. Anwohner beschweren sich über Belästigungen. Ratschläge kursieren, doch lieber Zeitungen auszutragen. Es wird gemahnt, wir verspielten die Zukunft dieser Jugendlichen. Auch die „Kenner“ melden sich zu Wort und schwadronieren, Prostitution sei in einer weltoffenen, internationalen Großstadt nichts weiter als eine Randnotiz, nicht wert, erwähnt zu werden.

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