Ein Facebook-Konto ist tot mit dem Tod


Ein Friedhof im Hier und Jetzt. Im digitalen Himmelreich droht Unvergänglichkeit.Foto: Heiko Lossie/dpa
Wer erbt den Netzwerk-Auftritt Verstorbener? Womöglich niemand. Aber wie ein Berliner Prozess zeigt, gibt es legitime Interessen an Einsicht in den Nachlass. Ein Kommentar.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Eine Jugendliche stirbt, getötet von einer einfahrenden U-Bahn. Neben Fragen zu Umständen und Motiven eines möglichen Suizids hinterlässt sie trauernde Angehörige und eine Facebook-Seite. Könnte sie den Eltern Aufschluss geben über letzte Wege, den letzten Willen ihrer Tochter? Facebook sperrt sich, die Mutter klagt, in Erbengemeinschaft mit dem Vater. Es ist ein bedrückender Fall von einiger Relevanz, dessen Berufung das Berliner Kammergericht am Dienstag verhandelt hat und vorerst nicht entscheiden möchte. Die Parteien sollen sich einigen. Nur wenn das scheitert, wollen die Richter Ende Mai ein Urteil fällen.

weiterlesen