„Wahr ist, was gefällt? – Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise“


Die Diskussion über „gefühlte Wahrheiten“ und eine Boulevardisierung der Medien hat den 13. Frankfurter Tag des Online-Journalismus bestimmt. Der Journalist Thomas Leif kritisierte eine „Selbstverblödungsspirale“ der Medien. Das Relevanzsystem für Nachrichten habe sich komplett geändert, sagte der Chefreporter Fernsehen des SWR-Landessenders Mainz am Dienstag in Frankfurt am Main. „Aufreger“-Themen setzten sich immer mehr durch. Der Journalist Roland Tichy entgegnete, Medien hätten die Aufgabe, zuzuspitzen und pointiert zu formulieren.

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Leif forderte, wieder mehr auf Hintergründe zu setzen. Die „Erklärungsarmut“ in den Medien müsse aufhören. Man brauche eine „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene, sagte der Fernseh-Journalist auf der Veranstaltung mit dem Titel „Wahr ist, was gefällt? – Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise“.

Leif kritisierte auch das von seinem Diskussionspartner herausgegebene liberal-konservative Meinungsmagazin „Tichys Einblick“. Tichy sei damit „ein Brückenbauer im rechten Milieu“, sagte Leif. Kritiker werfen Tichy vor, mit dem Magazin rechtspopulistischen Strömungen wie „Pegida“ zu bedienen. Leif plädierte dennoch dafür, das Gespräch mit Journalisten wie Tichy zu führen und sich mit deren Positionen auseinanderzusetzen.

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