Shoppen am Schabbat

Einige Läden in Tel Aviv dürfen auch am Ruhetag geöffnet bleiben

Von Sabine Brandes | Jüdische Allgemeine

In der Aroma-Filiale mit Blick aufs Meer herrscht Hochbetrieb. Hungrig vom Shoppen und Schlendern, stehen die Leute Schlange, um eine Mittagspause einzulegen. Neben den Tischen sind die zahllosen Tüten mit den Logos weltweit bekannter Marken nicht zu übersehen. Es ist Schabbat – doch hier, im Namal, einer der beliebtesten Einkaufsmeilen von Tel Aviv, gibt es keinen Ruhetag.

Vergangene Woche hatte das Oberste Gericht nach dreijährigem Rechtsstreit entschieden, dass rund 160 Kioske und Minimärkte sowie drei große Unterhaltungs- und Einkaufskomplexe in Tel Aviv auch am Schabbat geöffnet sein dürfen. Es ist ein wegweisendes Urteil. Denn neben der Detail-Entscheidung erklärten die Richter, dass die Stadtverwaltung auch weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen die Erlaubnis zur Öffnung am Schabbat geben darf.

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Berlin – Warum in Mitte plötzlich eine neue Kirche steht

Foto: Wilms, Berliner Zeitung
Verwundert reiben sich Passanten die Augen: Der Rosa-Luxemburg-Platz sieht plötzlich so anders aus. Und tatsächlich, da hat jemand in Windeseile eine Kirche gebaut! Keine Attrappe für eine Aufführung der dortigen Volksbühne, sondern ein echtes Gebäude. So eine Kirche in der Größe einer überdimensionierten Datsche, wie man sie etwa in Norwegen besichtigen kann – aus Holz, aber voll gottesdiensttauglich. Die Frage ist nur: Was soll das alles?

Berliner Zeitung

Einen ersten Hinweis gibt die Tatsache, dass die Kirche schief steht und halb im Erdboden zu versinken scheint. In etwa, als würde das ganze Bauwerk gen Hölle rutschen. Und in der Tat hat sich hier keine echte Kirchengemeinde eingerichtet, sondern eine Truppe kirchenkritischer Kunst-Aktivisten. Rechtzeitig zum Kunst-Spektakel Gallery Weekend (28. bis 30. April) hat die freie Opernkompanie Novoflot des Berliner Regisseurs Sven Holm die kuriose Aktion gestartet. Motto: „Wo Gott eine Kapelle baut, da baut der Teufel eine Kirche daneben.“

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Evangelikale und Trump – Beten für Mr. President

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Am Wochenende ist Donald Trump 100 Tage im Amt. Das evangelikale Milieu, das seine Wahl stark unterstützt hat, ist noch immer von ihm begeistert. Vor allem diejenigen, die nicht regelmäßig sonntags in die Kirche gehen, hoffen auf ihn. Er liefert ihnen eine neue Wahrheit.

Von Jürgen Kalwa | Deutschlandfunk

Knapp zwei Wochen, nachdem er das Amt des Präsidenten übernommen hatte, wandte sich Donald Trump zum ersten Mal ganz direkt an all jene, denen er hauptsächlich sein Amt verdankt. Der Anlass: das jährliche sogenannte Gebetsfrühstück in Washington, zu dem mehrere tausend Besucher kommen. Darunter viele Honoratioren.

Es war eine gute Gelegenheit, um das zu verkaufen, was er am besten zu inszenieren versteht. Sich selbst und seine Popularität im rechten politischen Spektrum. Er erinnerte daran, dass er eine erfolgreiche Fernsehshow aufgegeben hatte, um in den Wahlkampf zu ziehen. Ersetzt wurde er von einem Hollywood-Schauspieler, der als Gouverneur von Kalifornien eine politische Laufbahn eingeschlagen hatte – von Arnold Schwarzenegger. Und was geschah?

„Die Quoten sanken in den Keller. Eine totale Katastrophe. Ich würde gerne für Arnold beten, wollen wir?“

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EU: Rund rund 700.000 Asylbewerber als schutzberechtigt anerkannt

Asyl © Tjook @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Im vergangenen Jahr haben EU-Länder rund 700.000 Asylbewerber als schutzberechtigt anerkannt, über 60 Prozent davon Deutschland. Das teilt die EU Statistikbehörde Eurostat mit.

MiGAZIN

Die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben im vergangenen Jahr 710.400 Asylbewerber als schutzberechtigt anerkannt – mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2015. Zusätzlich nahmen die EU-Mitgliedstaaten über 14.000 umgesiedelte Flüchtlinge auf, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte.

Die größte Gruppe von Menschen, denen im Jahr 2016 in der EU ein Schutzstatus zuerkannt wurde, waren mit 57 Prozent Syrer. Danach folgten mit weitem Abstand Flüchtlinge aus dem Irak (neun Prozent) und aus Afghanistan (ebenfalls neun Prozent). Von den 405.000 Syrern, die in der EU Schutz erhielten, wurden mehr als 70 Prozent in Deutschland (294.700) registriert.

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Bundeswehr-Soldat unter Terrorverdacht festgenommen

Ein Bundeswehrsoldat lässt sich als syrischer Flüchtling registrieren – ohne Arabischkenntnisse Quelle: REUTERS
Gegen einen Soldaten wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt.

Von Florian Flade | DIE WELT

  • Der Bundeswehrsoldat soll sich illegal eine Schusswaffe besorgt haben.
  • Nach Informationen der „Welt“ ließ er sich Ende Dezember 2015 als syrischer Flüchtling registrieren.

Ein kurioser Fall beschäftigt derzeit eine Staatsanwaltschaft in Hessen, das Bundeskriminalamt (BKA) und den Militärischen Abschirmdienst (MAD). Es geht um einen Bundeswehrsoldaten, der sich illegal eine Schusswaffe besorgt haben soll.

Nach Informationen der „Welt“ ließ er sich Ende Dezember 2015 als syrischer Flüchtling registrieren, stellte Anfang Januar 2016 einen Asylantrag – der auch genehmigt wurde. Seine deutsche Herkunft fiel bei der Registrierung offenbar nicht auf. Und das obwohl er kein Arabisch sprach, sondern lediglich Französisch.

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Wann ist Kritik an Israel antisemitisch?

Israelische Sicherheitskräfte in Bethlehem.Foto: AFP
Israel das Existenzrecht zu verweigern ist laut dem Chef der Uno eine „moderne Form des antijüdischen Hasses“. Die inhaltliche Konfrontation mit Israel wird für Diplomaten eine wachsende Herausforderung. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Wenn der neue UN-Generalsekretär Antonio Guterres es notwendig findet, Maßnahmen gegen Antisemitismus zu ergreifen, wie er es soeben angekündigt hat – was ist das? Ein Warnsignal, das nicht überhört werden sollte. Denn Diplomat Guterres hat von Amts wegen einen Überblick über die Lage in Welt. Und da erstarkt der Antisemitismus wieder.

Der Chef der Uno nennt es beispielsweise auch eine „moderne Form des antijüdischen Hasses“, Israel das Existenzrecht zu verweigern. Aber es gibt noch mehr, und hier kann bei der Beurteilung helfen, dass Experten sich vor Jahren schon auf eine „Working Definition of Antisemitism“ geeinigt haben; sie ist vom „European Monitoring Center on Racism and Xenophobia“ vorgelegt worden.

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Hessen: Aus Fehlern und Grausamkeiten der Heimerziehung lernen

Wäscheklammern mit Namen in einer Kindertagesstätte. (Symbolbild) Foto: Uwe Zucchi (dpa)
Die Linke im hessischen Landtag greift die schwarz-grüne Landesregierung an, weil diese die Ombudsstelle für Kinderrechte nicht finanzieren will. Deren Bestand aber ist gefährdet.

Von Peter Hanack | Frankfurter Rundschau

Die Linke im Landtag kritisiert scharf die Weigerung der Landesregierung, die Ombudsstelle für die Rechte von Kindern und Jugendlichen finanziell zu unterstützen. Die Regierungsfraktionen CDU und Grüne hätten „die Konsequenzen aus den Fehlern und Grausamkeiten der Heimerziehung in den 50er bis 70er Jahren nicht gezogen“, monierte die sozialpolitische Sprecherin, Marjana Schott.

Die vor fünf Jahren gegründete Ombudsstelle berät vor allem Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen. Bei Konflikten mit Jugendämtern, Pflegefamilien, Heimen oder anderen freien Trägern der Jugendhilfe kann sie vermitteln und – falls nötig – auch im Namen des Kindes vor Gericht ziehen.

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Antarktis: Geheimnis des Blutfalls gelöst

Der Blutfall am Ende des antarktischen Taylor-Gletschers speit immer wieder rotes, salziges Wasser. © Erin Pettit
Blutrotes Wasser: Forscher haben die Frage geklärt, woher das seltsam rote Wasser des antarktischen Taylor-Gletschers stammt. Radaraufnahmen enthüllen, dass das Salzwasser nicht unter dem Gletscher fließt, sondern durch verzweigte Kanäle im Gletschereis selbst. Diese leiten das Wasser von einem sechs Kilometer entfernten subglazialen Reservoir bis zur Gletscherzunge. Flüssig bleibt das Wasser dabei nur durch eine spezielle Kombination von Bedingungen.

scinexx

Der berühmte Blutfall sorgt schon seit seiner Entdeckung im Jahr 1911 für Aufsehen. Denn immer wieder tritt an der Zunge des Taylor-Gletschers in der Ostantarktis blutrotes, salziges Wasser aus dem weißen Eis aus – scheinbar aus dem Nichts. Tatsächlich färbt sich das Wasser erst bei Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft so rot – der Sauerstoff oxidiert offenbar das im Wasser enthaltene Eisen.

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Die AfD-Politikerin und das Märchen von der Krebs-Heilung

Die frühere Kreisvorsitzende der AfD, Linda Amon, zusammen mit dem AfD-Politiker Alexander Gauland bei einem Treffen in Maisach. (Foto: Günther Reger)
  • Das private Medias Klinikum in Burghausen wirbt auf seiner Homepage damit, Krebskranken in hoffnungslosen Fällen mit einer speziellen Therapie geholfen zu haben.
  • Viele der gezeigten Patienten sind jedoch bereits verstorben.
  • AfD-Politikerin Linda Amon, die für die Pressearbeit der Klinik zuständig war, behauptet, es handle sich um ein Versehen.

Von Julia Bergmann | Süddeutsche.de

Linda Amon ist wütend. Sie will nicht mit der SZ reden. Schon gar nicht darüber, dass sie den Vorsitz des AfD-Kreisverbands Dachau/Fürstenfeldbruck bei einer außerordentlichen Sitzung am 9. April abgegeben hat. Nur eine Woche später wurde bekannt, dass sie für die fragwürdige Pressearbeit des privaten Medias Klinikums im oberbayerischen Burghausen zuständig ist. Die Klinik wirbt auf ihrer Homepage damit, Krebskranken in hoffnungslosen Fällen mit der sogenannten Regionalen Chemotherapie geholfen zu haben. Verfasst hat die Artikel Linda Amon. Was darin aber verschwiegen wird: Viele der angeblich Geheilten sind bereits tot.

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„Ver.di-Schlampen“-Eklat dürfte der SPD schaden

Torsten Albig (SPD, l.) und Daniel Günther (r.) ringen um die Macht in Schleswig-Holstein und lieferten sich ein spannendes TV-Duell. Mit unschönem Ausgang Quelle: dpa
Eine Gewerkschafterin mit SPD-Parteibuch beschuldigt vor laufender Kamera den CDU-Spitzenkandidaten von Schleswig-Holstein: offenbar zu Unrecht. Ihre Partei schiebt den schwarzen Peter dem NDR zu.

Von Ulrich Exner | DIE WELT

Ob und, wenn ja, wem dieser Vorgang am Ende nutzt, werden Schleswig-Holsteins Wähler vermutlich nie erfahren. Dass er aber Einfluss haben wird auf diesen engen Schleswig-Holstein-Wahlgang, das dürfte schon jetzt feststehen. Jedenfalls erhitzt der beim TV-Duell der Spitzenkandidaten überraschend erhobene Vorwurf eines weiblichen SPD-Mitglieds, der CDU-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Daniel Günther, habe sie als „Ver.di-Schlampe“ bezeichnet, die Gemüter. Und zwar mehr als jedes andere Thema, über das Günther und Regierungschef Torsten Albig (SPD) am Dienstag so leidenschaftlich und im besten Sinne für die eigenen Positionen werbend gestritten haben. Das war gut, viel spannender als so manches andere Spitzenkandidatenduell und hätte eine Werbung für die Politik sein können. Nun kommt es leider anders.

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Kognitive Dissonanzen bei kath.net

Über uns – katholisch.de. Screenshot: bb
„Es ist höchste Zeit für ein klärendes und belastbares Wort zu diesem immerhin mit 2 Millionen Euro jährlich finanzierten kirchlichen Internetunternehmen.“

Von Martin Wind | kath.net

Erinnern Sie sich noch: Am 17. Februar konnte man hier auf „kath.net“ die elektrisierende Nachricht lesen, dass „katholisch.de“ nicht das „offizielle Internetportal der Kirche“ in Deutschland sei. So hatte sich der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Matthias Kopp, in einer E-Mail gegenüber dem Chefredakteur des unabhängigen katholischen Internetmagazins „kath.net“ Roland Noé, geäußert. Diese Nachricht war sowohl für katholische Medienschaffende wie auch für viele Katholiken verblüffend, denn bis heute kann man im Impressum bei „katholisch.de“ lesen: „,Katholisch.de‘ ist das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland.“

Erstaunlich an der bis heute von der Realität widerlegten Koppschen Behauptung war auch der Zeitpunkt seiner Einlassung. Denn bereits im Vorfeld waren Mitarbeiter des Internetportals mehrfach mit Wortmeldungen unangenehm in der Öffentlichkeit aufgefallen: Unter anderem hatte Björn Odendahl in einer kritischen Betrachtung zum Afrikabesuch von Papst Franziskus in chauvinistischer und rassistischer Manier schwadroniert: „Natürlich wächst die Kirche (in Afrika, d. Red) dort. Sie wächst, weil die Menschen sozial abgehängt sind und oft nichts anderes haben als ihren Glauben. Sie wächst, weil der Bildungsstand durchschnittlich auf einem niedrigeren Niveau ist und die Menschen einfache Antworten auf schwierige (Glaubens)fragen akzeptieren.

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Antibiotika-resistente Bakterien in Rohmilch

In Rohmilch können harmlose Bakterien mit einer neuartigen Antibiotika-Resistenz vorkommen. © Remus Moise / thinkstock
Harmlose Mikroben mit potenziell gefährlicher Resistenz: In Bakterien, die in Kuhmilch vorkommen können, haben Forscher ein neues Resistenz-Gen entdeckt. Damit können die Keime selbst der neuesten Generation von Breitbandantibiotika widerstehen. Wenn sich diese Resistenz auf Krankheitserreger wie MRSA-Bakterien überträgt, würde dies die Behandlung von Krankenhaus-Infektionen massiv erschweren.

scinexx

Die Anzahl an Antibiotika-resistenten Keimen nimmt ständig zu. Schätzungen zufolge sterben allein in Deutschland jährlich etwa 15.000 Patienten an den Folgen von Infektionen durch solche Krankenhauskeime, die nur noch durch eine Kombination von verschiedenen Antibiotika bekämpft werden können.

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Ein Philosoph lässt den Grenzbalken runter

Julian Nida-Rümelin – (c) imago/Christian Grube
Wie mit Menschen umgehen, die vor Krieg und Armut fliehen? Mit seiner „Ethik der Migration“ will Julian Nida-Rümelin den moralischen Kompass neu justieren. Was in der Theorie überzeugt, legt im Konkreten nur das Dilemma bloß.

Von Karl Gaulhofer | Die Presse.com

Man stelle sich vor: Sie kommen in der Früh in die Küche, um zu frühstücken – aber dort sitzt schon jemand. Ein netter Obdachloser hat sich Zutritt verschafft und bittet um Ihre Zustimmung, die Wohnung fortan mit ihm zu teilen. Gewiss: Sie haben ein juristisches Recht, ihn rauszuwerfen. Aber ist es auch moralisch begründet? Ja, sagen wohl die meisten. Was aber, wenn der arme Kerl in einer eisigen Winternacht an die Tür klopft und zu erfrieren droht? Dann, sagen die meisten, habe ich die moralische Pflicht, ihm zu helfen.

Es sind solch einfachen Analogien aus dem Alltag, mit denen Julian Nida-Rümelin den ethischen Unterschied zwischen Armutsmigration und Flucht vor Bürgerkrieg greifbar macht. Dabei verzichtet der deutsche Philosoph ganz bewusst auf eine Letztbegründung. Es genüge, so sein Credo, wenn wir kohärent bleiben: Eine „Ethik der Migration“, so der Untertitel seines neuen Buches, „Über Grenzen denken“, muss damit zusammenpassen, was wir auch sonst für gut und böse halten. Mit diesem Rüstzeug kritisiert der frühere deutsche Kulturminister Utilitaristen wie Peter Singer. Sie fordern offene Grenzen, solange wir damit die Glückssumme der Menschheit vermehren.

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Verdächtige Spuren eines Ur-Ur-Amerikaners

© Tom Deméré, San Diego Natural History Museum Ein Steinfindling nahe der Knochenfundstelle – nach Überzeugung der Forscher ein Werkzeug der Ur-Ur-Amerikaner.
Wurde die Neue Welt nicht erst von Homo sapiens, sondern hunderttausend Jahre früher von einem Frühmenschen besiedelt? Die Gewaltspuren an den Überresten eines Mammuts erschüttern die Amerikaner.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine

Die Neue Welt wird von einer archäologischen Sensationsmeldung erschüttert. Wurde der amerikanische Kontinent womöglich von Menschen nicht nur einmal über die Beringstraße erobert, vor fünfzehn bis zwanzigtausend Jahren, wofür es längst klare Belege gibt, sondern zweimal und das schon vor mehr als 130.000 Jahren? Wenn es zutrifft, was Archäologen vom San Diego Natural History Museum in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ berichten, könnte die südkalifornische Ausgrabungsstätte eines Mammuts die gesamte Geschichtsschreibung der Neuen Welt auf den Kopf stellen. Denn vor 130.000 Jahren konnte es unmöglich ein moderner Homo sapiens gewesen sein, der den Weg über Asien und die nördliche Landbrücke zum amerikanischen Kontinent geschafft hatte. Es müsste wohl eine andere Frühmenschenart gewesen sein, die zu jener Zeit nach der ersten Auswanderungswelle aus Afrika den eurasischen Kontinent bevölkert hatte. Das aber lässt sich mit den Funden, die der Chefausgräber Thomas Deméré und seine kalifornischen Kollegen präsentieren, nicht eindeutig zeigen. Menschliche Überreste jedenfalls wurden nicht gefunden.

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Kim bei Nordkorea-Manöver: Hunderte Artilleriegeschütze feuern Richtung Meer

Quelle: AP/KRT
Anlässlich des 85. Jahrestags der Gründung seiner Armee hat Nordkorea in der Hafenstadt Wonsan Hunderte Geschütze aufgefahren. Nun liegen Bilder von der groß angelegten Militärübung vor.

DIE WELT

Inmitten wachsender Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel hat Nordkoreas Volksarmee am Dienstag massive Schießübungen abgehalten. Nun liegen die Bilder der bisher wohl größten Machtdemonstration Pjöngjangs vor. Anlass war der 85. Jahrestag der Gründung der Armee des Landes.

Die Übung fand in der Hafenstadt Wonsan statt. Machthaber Kim Jong-un überwachte das Militärspektakel, an dem nach Informationen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap 300 bis 400 Artilleriegeschütze beteiligt waren.

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Der Fall Yücel hat mit der Person Yücel nicht viel zu tun

Die Solidarität für Deniz Yücel habe in Deutschland zur Überwindung des alten Links-rechts-Lagerdenkens beigetragen, sagt Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt. (Foto: dpa)
Seit Februar sitzt Deniz Yücel in der Türkei in Haft. Ohne Anklage, aber mit einer Beurteilung von Präsident Erdoğan. Sein Fall ist zu einem der kniffligsten in der Geschichte der deutsch-türkischen Diplomatie geworden.

Von Tim Neshitov | Süddeutsche.de

Drei Tage vor dem jüngsten Verfassungsreferendum in der Türkei gab Präsident Recep Tayyip Erdoğan zur Primetime ein längeres Interview im türkischen Fernsehen. Er sagte viel Erwartbares (zum Beispiel, dass er sich für einen „Diener“ seines Volkes halte) und viel Beunruhigendes (zum Beispiel, dass Europa nach dem Referendum mit „Überraschungen“ rechnen könne).

Zum Schluss sagte Erdoğan aber etwas, was einem den Atem raubte, auch wenn man sich an die kalkulierte Unberechenbarkeit der türkischen Politik in den vergangenen Jahren – vor allem seit dem gescheiterten Putsch vom vergangenen Juli – gewöhnt hat: Erdoğan nannte Deniz Yücel, den inhaftierten Türkei-Korrespondenten der Zeitung Die Welt einen „ajan terrörist“.

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Buckelwal-Nachwuchs „flüstert“

Ein Buckelwalweibchen mit ihrem Jungen im Exmouth Gulf in Westaustralien. © Fredrik Christiansen
Flüstern statt Singen: Buckelwale sind für ihre weithin schallenden Gesänge bekannt. Doch wenn die Walweibchen Junge haben, werden sie ganz leise: Mutter und Kind kommunizieren dann nur noch „flüsternd“, teilweise sogar nur über Berührungen, wie Unterwasseraufnahmen erstmals enthüllen. Der Grund für das „Flüstern“: Lautere Rufe könnten Orcas und andere Räuber anlocken – und für die wäre das Walkalb ein willkommenes Fressen.

scinexx

Buckelwale sind Langstrecken-Wanderer: Selbst wenn die Walmütter Nachwuchs haben, ziehen sie tausende Kilometer weit von ihren Winterquartieren in den Tropen bis in die Sommerquartiere in den Polargebieten. Für die Walkälber bedeutet dies: Nach ihrer Geburt in tropischen Meeeresbuchten müssen sie so schnell wie möglich wachsen und fit werden für die lange Reise.

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Kirchenrechtler Heinig: Kirchentag ist keine Gegenmacht zur Kirche

Der Kirchenrechtler Hans Michael Heinig empfiehlt dem Kirchentag, seine Abgrenzung zur Amtskirche aufzugeben. „Er ist Teil der evangelischen Kirche, nicht ihr Gegenüber“, schreibt der Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Beitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Stattdessen verharre der Deutsche Evangelische Kirchentag aus seiner Geschichte heraus in einer Pose als „basisorientierte Gegenmacht von ‚unten'“.

evangelisch.de

Der Göttinger Juraprofessor argumentiert, nachhaltige soziale Impulse könnten nur von einem Kirchentag ausgehen, der von Gemeinden und kirchlichen Diensten getragen wird. Dass sich der Kirchentag als Laienbewegung von der verfassten Kirche abgrenze, verkenne die evangelische Ämtertheologie und die synodale Kirchenleitung – „als ob die verfasste Kirche von einem Klerikerstand mit vorreformatorischem Amtsverständnis beherrscht würde“.

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Mosul: Brutaler Häuserkampf gegen IS-Dschihadisten

Sniper-Krieg, Screenshot aus einem Propaganda-Video
Über zivile Tote wird nicht berichtet. Die irakische Offensive kommt nur mühsam voran. In der Stadt herrscht Gesetzlosigkeit

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Wann wird die al-Nuri-Moschee zurückerobert? Folgt man der Berichterstattung über das militärische Geschehen in Mosul, so sind die irakischen Spezialkräfte seit Wochen nahe daran, der berühmten Moschee endlich die eigene Flagge aufzusetzen. „Das wäre ein großer Tag im Norden Iraks“, heißt es auf Twitter-Beobachterstationen.

Die Moschee hat hohen Symbolwert für den IS, nicht nur weil dort Abu Bakr al-Baghdadi im Juni 2014 das Kalifat ausgerufen hat, sondern auch weil der Name der Moschee mit einer erfolgreichen Mobilisierung zum Dschihad assoziiert ist. Der Namensgeber Nur al-Din Mahmoud Zanki (1118 bis 1174) stand in Vorzeiten für ein Gelingen der Einheit der Muslime im Kampf gegen Kreuzritter und für Siege, die mit einem weiteren, noch größeren Namen verknüpft sind: Saladin.

Gegenwärtig kennt die größere Öffentlichkeit Nur al-Din hauptsächlich als Namensgeber der syrischen Miliz Harakat Nour al-Din al-Zenki, die lange Zeit von den USA unterstützt wurde. Erst durch die Veröffentlichung einer Kindesenthauptung wurde offensichtlich, was schon im Namen eingeschrieben war: Dass es sich um Dschihadisten handelt, nicht um moderate Rebellen. Auch für den Wurzel-Dschihadisten des IS, Zarqawi, war Nour al-Din al-Zanki (auch Zenki, Zengi, Sengi) eine wichtige Inspiration. Was eben auch anzeigt, wie geschickt sich selbst die Dschihadisten nicht nur des Korans und der Medien, sondern auch der Markennamen aus der Geschichte bedienen.

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India’s Plans to Build 370 Coal Plants Will Screw Up the Paris Climate Agreement

South Delhi smog. Image: Jean-Etienne Minh-Duy/Flickr
India is caught between a push for renewable energy and unsustainable development.

By Ankita Rao | MOTHERBOARD

Depending on what data you’re looking at, India is either leading the way in embracing renewable energy, or putting the planet at risk with its fossil fuel dependence. Given the country’s current blueprint for coal, the latter seems more likely.

Researchers at the University of California Irvine and CoalSwarm, a research platform that tracks coal, looked at India’s plans to construct 370 coal-fired power plants in coming years. Their study, in the journal Earth’s Future, determined that these projects would not only increase India’s fossil fuel output by 123 percent, but also threaten its place in the Paris Climate Agreement, a global treaty to reduce carbon emissions. (These plants were in the works before the Paris Agreement was signed.)

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Image: CoalSwarm.org