Mosul: Brutaler Häuserkampf gegen IS-Dschihadisten


Sniper-Krieg, Screenshot aus einem Propaganda-Video
Über zivile Tote wird nicht berichtet. Die irakische Offensive kommt nur mühsam voran. In der Stadt herrscht Gesetzlosigkeit

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Wann wird die al-Nuri-Moschee zurückerobert? Folgt man der Berichterstattung über das militärische Geschehen in Mosul, so sind die irakischen Spezialkräfte seit Wochen nahe daran, der berühmten Moschee endlich die eigene Flagge aufzusetzen. „Das wäre ein großer Tag im Norden Iraks“, heißt es auf Twitter-Beobachterstationen.

Die Moschee hat hohen Symbolwert für den IS, nicht nur weil dort Abu Bakr al-Baghdadi im Juni 2014 das Kalifat ausgerufen hat, sondern auch weil der Name der Moschee mit einer erfolgreichen Mobilisierung zum Dschihad assoziiert ist. Der Namensgeber Nur al-Din Mahmoud Zanki (1118 bis 1174) stand in Vorzeiten für ein Gelingen der Einheit der Muslime im Kampf gegen Kreuzritter und für Siege, die mit einem weiteren, noch größeren Namen verknüpft sind: Saladin.

Gegenwärtig kennt die größere Öffentlichkeit Nur al-Din hauptsächlich als Namensgeber der syrischen Miliz Harakat Nour al-Din al-Zenki, die lange Zeit von den USA unterstützt wurde. Erst durch die Veröffentlichung einer Kindesenthauptung wurde offensichtlich, was schon im Namen eingeschrieben war: Dass es sich um Dschihadisten handelt, nicht um moderate Rebellen. Auch für den Wurzel-Dschihadisten des IS, Zarqawi, war Nour al-Din al-Zanki (auch Zenki, Zengi, Sengi) eine wichtige Inspiration. Was eben auch anzeigt, wie geschickt sich selbst die Dschihadisten nicht nur des Korans und der Medien, sondern auch der Markennamen aus der Geschichte bedienen.

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