#meinmoscheereport: Wortmeldungen von AKP-Trollen

Der erste Teil der ARD-Reihe „Moscheereport“ hat für viel Kritik gesorgt. Der Vorwurf: Die Dokumentation sei zu einseitig, zeichne ein negatives Bild vom Islam. Um zu zeigen, wie es in Moscheen wirklich aussieht, teilten am Anfang der Woche viele Muslime ihre persönlichen Erlebnisse unter dem Hashtag #meinmoscheereport. Dazu aufgerufen hatte die islamische Nachrichtenseite IslamiQ.

evangelisch.de

Bild: Twitter. Screenshot BB

In nur 140 Zeichen erzählten die Nutzer von ihren eigenen Erfahrungen. Besonders oft wurden Kindheitserinnerungen geteilt. Einige erzählten von konkreten Erlebnissen, andere beschrieben, was die Moschee für sie bedeutet. Der Hashtag wurde darüber hinaus aber auch für Kritik und Anregungen genutzt. Auch der für die Reihe verantwortliche und mehrfach kritisierte ARD-Journalist Constantin Schreiber meldete sich zu der Aktion zu Wort. Eine Zusammenstellung von einigen Beiträgen zu #meinmoscheereport finden Sie in unserem Storify.

Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Kenyan fossil casts (Chip Clark, Smithsonian Human Origins Program); Dmanisi Skull 5 (Guram Bumbiashvili, Georgian National Museum).
Forscher können mit neuer Methode alte DNA aus Höhlensedimenten identifizieren, auch wenn dort keine Skelettüberreste vorhanden sind
Dr. Harald Rösch Wissenschafts- und Unternehmenskommunikation
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten „fischten“ sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen. In Höhlensedimenten aus vier Fundstätten fanden die Forscher Neandertaler-DNA, sogar in Schichten und Fundstätten, in denen keine Knochenfunde gemacht wurden. Zusätzlich fanden sie in Ablagerungen aus der Denisova-Höhle in Russland Erbgut vom Denisova-Menschen. Dank der neuen Erkenntnisse können Wissenschaftler jetzt herausfinden, wer die ehemaligen Bewohner vieler archäologischer Ausgrabungsstätten waren.

Indem wir die genetische Zusammensetzung unserer ausgestorbenen Verwandten, der Neandertaler, und deren asiatischer Cousins, der Denisova-Menschen, erforschen, können wir auch unsere eigene evolutionäre Geschichte näher beleuchten. Doch es gibt nur wenige Fossilien von Urmenschen, von denen nicht alle für genetische Untersuchungen verfügbar oder geeignet sind. „Wir wissen, dass einige Bestandteile von Sedimenten DNA binden können“, sagt Matthias Meyer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „Deshalb haben wir untersucht, ob das Erbgut von Urmenschen in den Ablagerungen archäologischer Fundstätten überdauern kann.“

Dazu kooperierte Meyers Team mit einem Netzwerk von Forschern, die in sieben Höhlen in Belgien, Frankreich, Kroatien, Russland und Spanien Ausgrabungsarbeiten betreiben. Die von ihnen gesammelten Sedimentproben waren zwischen 14,000 und mehr als 550,000 Jahre alt. Für die Entnahme und Analyse von Fragmenten mitochondrialer DNA – also aus den „Kraftwerken“ der Zelle – benötigen die Forscher nur winzige Mengen an Sediment-Material. Das so gewonnene Erbgut konnten sie zwölf verschiedenen Säugetierfamilien zuordnen, darunter auch ausgestorbenen Arten wie dem Wollhaarmammut, dem Wollnashorn, dem Höhlenbär und der Höhlenhyäne.

Anschließend suchten die Forscher in den Proben ganz gezielt nach Urmenschen-DNA. „Erste Ergebnisse ließen uns vermuten, dass die meisten Proben das Erbgut zu vieler anderer Säugetierarten enthielten, um darin Spuren menschlicher DNA zu entdecken“, sagt Viviane Slon, Doktorandin am Leipziger Max-Planck-Institut und Erstautorin der Studie. „Also änderten wir unsere Herangehensweise und nahmen bei unserer Analyse ganz speziell DNA-Fragmente menschlichen Ursprungs ins Visier.“ Neun Proben aus vier Fundstätten enthielten genug Urmenschen-Erbgut für weitere Untersuchungen: Acht Sedimentproben enthielten mitochondriale DNA von einem oder mehreren Neandertalern und eine Probe enthielt Denisova-DNA. Die meisten Proben stammten aus archäologischen Schichten oder Stätten, in denen Wissenschaftler zuvor keine Knochen oder Zähne von Neandertalern gefunden hatten.

„Anhand von DNA-Spuren im Sediment können wir nun an Fundorten und in Gebieten die Anwesenheit von Urmenschen nachweisen, wo dies mit anderen Methoden nicht möglich ist“, sagt Svante Pääbo, Direktor der Abteilung für Evolutionäre Genetik am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und Ko-Autor der Studie. „Die DNA-Analyse von Sedimenten ist also eine äußerst nützliche archäologische Untersuchung, die zukünftig routinemäßig durchgeführt werden könnte.“

Sogar Sediment-Proben, die jahrelang bei Zimmertemperatur eingelagert waren, enthielten noch DNA. Eine Untersuchung dieser und anderer frisch ausgegrabener Ablagerungen aus Fundstätten, die keine menschlichen Überreste enthalten, wird Wissenschaftlern künftig weitere wertvolle Einblicke über die ehemaligen Höhlenbewohner und unsere gemeinsame genetische Geschichte geben.

Originalveröffentlichung:
Viviane Slon, Charlotte Hopfe, Clemens L. Weiß, Fabrizio Mafessoni, Marco de la Rasilla, Carles Lalueza-Fox, Antonio Rosas, Marie Soressi, Monika V. Knul, Rebecca Miller, John R. Stewart, Anatoly P. Derevianko, Zenobia Jacobs, Bo Li, Richard G. Roberts, Michael V. Shunkov, Henry de Lumley, Christian Perrenoud, Ivan Gušić, Željko Kućan, Pavao Rudan, Ayinuer Aximu-Petri, Elena Essel, Sarah Nagel, Birgit Nickel, Anna Schmidt, Kay Prüfer, Janet Kelso, Hernán A. Burbano, Svante Pääbo, Matthias Meyer
Neandertal and Denisovan DNA from Pleistocene sediments
Science, 27. April 2017

Kontakt:
Dr. Matthias Meyer
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Tel.: +49 (0)341 3550-509
E-Mail: mmeyer@eva.mpg.de

Viviane Slon
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Tel.: +49 (0)341 3550-159
E-Mail: viviane_slon@eva.mpg.de

Sandra Jacob
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Tel.: +49 (0)341 3550-122
E-Mail: jacob@eva.mpg.de

Max Webers These vom Zusammenhang zwischen Protestantismus und Kapitalismus

Wann immer über das Verhältnis von Religion und Wirtschaft diskutiert wird, fällt früher oder später der Name Max Weber.

Von Tobias Straumann | Neue Zürcher Zeitung

Der berühmte deutsche Soziologe behauptete in seinem Aufsatz «Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus» (1905), dass der zu seiner Zeit auffällige Zusammenhang zwischen konfessioneller Zugehörigkeit, Kapitalbesitz und Unternehmertum nicht zufällig sei.

Vor allem der Calvinismus sei wirtschaftsfreundlicher als der Katholizismus, weil sein theologischer Kern eine Verwandtschaft mit der Kultur des modernen Kapitalismus aufweise. Indem er die Gläubigen dazu anhalte, fleissig und sparsam zu sein und beruflichen Erfolg als Ausdruck von göttlicher Gnade zu betrachten, leiste er einem Leistungsgedanken Vorschub, der auch dem kapitalistischen Unternehmertum eigen sei. So wie der Unternehmer den Gewinn immer wieder reinvestiere, um sich im Wettbewerb zu behaupten, müsse sich der gläubige Calvinist im Berufsleben immer wieder bewähren, um zu erfahren, ob er von Gott auserwählt sei (doppelte Prädestinationslehre).

Max Weber zitiert den Puritaner Benjamin Franklin

Um seine Beobachtung zu illustrieren, zitiert Weber aus einem Werk des amerikanischen Puritaners Benjamin Franklin: «Bedenke, dass die Zeit Geld ist; wer täglich zehn Schillinge durch seine Arbeit erwerben könnte und den halben Tag spazieren geht, oder auf seinem Zimmer faulenzt, der darf, auch wenn er nur sechs Pence für sein Vergnügen ausgibt, nicht dies allein berechnen, er hat neben dem noch fünf Schillinge ausgegeben oder vielmehr weggeworfen.» Für Weber ist die Empfehlung Franklins im Kern religiös begründet, aber zugleich förderlich für das Erreichen des materiellen Erfolgs.

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Berlin gegen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei

Quelle: n-tv, Screengrab: bb
  • „Wir halten den Abbruch der Gespräche für die völlig falsche Reaktion“, sagt Außenminister Gabriel auf Malta.
  • Nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei vor etwa zwei Wochen waren die Forderungen nach einem Abbruch oder Aussetzen der EU-Beitrittsverhandlungen noch einmal lauter geworden.
  • Die türkische Nation habe ihren Willen zum Ausdruck gebracht, den jeder respektieren müsse, sagt Erdoğan.

Süddeutsche.de

Die Bundesregierung ist nach Angaben von Außenminister Sigmar Gabriel strikt gegen einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. „Wir halten den Abbruch der Gespräche für die völlig falsche Reaktion“, sagte der SPD-Politiker bei einem Treffen mit EU-Kollegen auf Malta. Man habe kein Interesse daran, die Türkei „in Richtung Russland zu drängen“.

Gabriel sprach sich allerdings dafür aus, auch neue Gesprächsformate zu suchen. Sie könnten nach Angaben aus Diplomatenkreisen notwendig sein, weil die eigentlichen EU-Beitrittsgespräche seit Monaten de facto auf Eis liegen.

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Titan verblüfft mit einzigartigem Verhalten

Einzigarig im Sonnensystem: Die Nachtseite des Titan leiuchtet heller als seine Tagseite (hier abgebildet). © NASA/JPL/ Space Science Institute
Verkehrte Welt: Beim Saturnmond Titan strahlt die Nachtseite heller als seine Tagseite. Je weiter die Sonne hinter ihm steht, desto heller erscheint der Himmelskörper – ein im Sonnensystem einzigartiges Verhalten. Die Erklärung für diesen scheinbar paradoxen Effekt liefert die Titan-Atmosphäre: Ihre große Ausdehnung und Schichtung lenkt das Licht quasi von hinten auf die Schattenseite des Mondes um, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Astronomy“, berichten.

scinexx

Der Saturnmond Titan ist nicht nur der der zweitgrößte Mond in unserem Sonnensystem, er ist auch in vieler Hinsicht ungewöhnlich: Er besitzt Seen und Flüsse aus flüssigen Kohlenwasserstoffen, Dünen, die in die falsche Richtung zu zeigen scheinen und einen Ozean unter seiner Kruste.

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Merkel besucht Saudis

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 30. April in der saudischen Hauptstadt Riad erwartet, wo sie mit König Salman bin Abdulaziz al-Saud, Kronprinz Mohammed bin Nayef, Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman und anderen Staatsvertretern sprechen will.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Inhalt der Gespräche soll unter anderem der bevorstehende G20-Gipfels sein, den Merkel dieses Jahr als Gastgeberin in der Hansestadt Hamburg ausrichtet. Zur G20, der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, gehört auch die Ölmonarchie.

Das Besuchsprogramm sieht darüber hinaus Konsultationen über „Frieden und Sicherheit in der Region“, und die „Situation im Jemen und in Syrien“ vor. Im Jemen bombardiert Saudi-Arabien seit 2015 als Anführer einer Sunnitenkoalition die schiitischen Huthi-Milizen, in Syrien strebt das Königreich einen „Regime Change“ an und unterstützt dazu sunnitische Extremisten, die mit der syrischen al-Qaida-Filiale Fatah asch-Scham, zusammenarbeiten, der umbenannten al-Nusra-Front (vgl. Wikileaks: Saudis wollten syrische Regierung stürzen). Merkel duldete in der Vergangenheit die saudischen Aktivitäten im Jemen und bekannte sich beim G7-Treffen am 10. April ausdrücklich zum Ziel eines Sturzes des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

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Erasmus: Ohnmacht des Humanismus

Hans Holbein d. J. malte Erasmus von Rotterdam (1466–1536) mehrfach, hier 1523. Foto: epd/akg-images
Aus der Frühgeschichte der Aufklärung: In diesen Tagen vor 500 Jahren klagt Erasmus von Rotterdam vehement den Krieg an.

Von Christian Thomas | Frankfurter Rundschau

Im Frühjahr 1517 konnte man glauben, dass die politischen Eliten Europas ein Einsehen haben: „Von nun widmet Euch in gemeinsamen Konzilen dem Studium des Friedens.“ War der Gedanke, weil er als Klage ziemlich pathetisch formuliert war, falsch?

Einlenken, so der fromme Wunsch, sollten kirchliche Würdenträger, sollten weltliche Funktionsträger, sie sollten sich einlassen auf einen Friedenskongress, angefangen mit dem Papst. Doch von dem musste sich der Antikriegsschriftsteller sagen lassen: „Du begreifst diese Dinge nicht.“ Damit war der Krieg gemeint, der dem Pontifex ein realpolitisches Anliegen war. War der Krieg deswegen richtig?

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„Unter Benedikt ging es so schwul zu wie nie zuvor“

Bei seinem letzten Besuch in Deutschland hat Papst Benedikt XVI. klar gemacht, dass Frauen in der katholischen Kirche keine Ämter übernehmen sollen

Krzysztof Charamsa ist Theologe und homosexuell. Der gebürtige Pole arbeitete 13 Jahre in der römischen Glaubenskongregation. Als Joseph Ratzinger Papst war, wurde Charamsa 2011 Nachfolger von Georg Gänswein, nachdem der zum Privatsekretär des Kirchenoberhaupts ernannt worden war.

FOCUS ONLINE

Während seiner Jahre im Vatikan verheimlichte der heute 44-Jährige Charamsa seine Liebe zu Männern, weil die katholische Kirche Homosexualität als Todsünde betrachtet. Inzwischen ist der Theologe von allen seinen kirchlichen Ämtern suspendiert: Im Oktober 2015, am Vorabend der Familiensynode im Vatikan, wagte Charamsa nämlich sein Coming Out.

Hälfte aller katholischen Geistlichen soll schwul sein

In seinem Buch „Der erste Stein“, das der „Stern“ in Auszügen veröffentlichte, gibt der suspendierte Priester erschreckende Einblicke in die homophobe Struktur der katholischen Kirche – und berichtet von der Doppelmoral im Vatikan.

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Sohn eines Predigers

Bild. RDF
Können Sie sich vorstellen, was es heißt, von den fundamentalistischen Eltern zu Hause beschult und dann zu Liberty „Universität“ geschickt zu werden, um Ihre Ausbildung abzurunden?

Von Richard Dawkins | Richard-Dawkins-Foundation

Können Sie sich vorstellen, in einer Welt zu leben, in der das alleinige Argument für oder gegen eine Sichtweise ein Bibelzitat ist? Und das einzige Gegenargument ist ein anderes Bibelzitat? Wie fühlt es sich an, so gehirngewaschen zu werden, dass „Jedes Wort in der Bibel ist wörtlich zu verstehen“ in Ihrem Kopf genauso einen axiomatischen Status wie „die Parallelen überschneiden sich nicht“ hat? So gehirngewaschen zu sein, dass es Ihnen nicht in den Kopf kommt zu fragen, wer eigentlich die Bibel geschrieben hat und welches Fachwissen die Verfasser hatten, um das zu behaupten, was sie niedergeschrieben haben? So gehirngewaschen zu sein, dass Sie nicht mal für einen Augenblick über Millionen andere Menschen auf der Welt nachdenken, die andere heilige Bücher haben und an diese mit denselben (fehlenden) Begründungen genauso stark glauben? Können Sie sich vorstellen eine Kindheit in einer unerschütterlichen Überzeugung zu verbringen, dass Ihr geliebter Großvater auf einem Spieß in der ewigen Hölle geröstet wird (neben den Katholiken), und dass Sie sich auf dem gleichen Weg befinden werden, wenn Sie nicht aufpassen?

So verlief das frühe Leben von Timothy Short und ich beende diese Lektüre, erfüllt von Bewunderung für seinen intellektuellen Mut, sich von diesem vergifteten Unsinn loszulösen und ein Atheist zu werden. Ein glücklicher und erfüllter Atheist, der niemals aufgehört hat, seine fundamentalistischen Eltern zu lieben und sogar eine Zuneigung für Jerry Falwell, den berüchtigten Begründer der Liberty, aufrechterhält. Seine Autobiografie ist eine faszinierende Lektüre, weil der Autor seinen Leser tief in die Gedankenwelt eines fundamentalistischen Wahnsinnigen hineinführt, und das Gefühl vermittelt, in eine seltsame, fremde Welt hineinzutreten, wo Vernunft verpönt, Beweise gefürchtet und Wissenschaft tatkräftig verunglimpft werden. Auch fesselnd ist die Insider-Geschichte der Liberty „Universität“ mit ihrer unheimlich repressiven Prüderie und ihrem institutionalisierten System der Überwachung des Privatlebens der Studenten.

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Bundestag beschließt Burka-Verbot für Beamte

© AFP Eine Frau in Burka demonstriert am Brandenburger Tor gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.
Burka und Niqab sind künftig tabu für Beamtinnen. Man müsse ihnen bei der Erledigung staatlicher Aufgaben ins Gesicht schauen können, heißt es in der Gesetzesbegründung. Die Opposition kritisiert den Beschluss als populistisch.

Frankfurter Allgemeine

Der Bundestag hat ein Vollverschleierungsverbot für Richterinnen, Beamtinnen und Soldatinnen beschlossen. Mit den Stimmen der Koalition verabschiedete das Parlament am späten Donnerstagabend in Berlin die Regelung, die das Tragen von Burka und Niqab bei der Dienstausübung sowie bei Tätigkeiten „mit unmittelbarem Dienstbezug“ untersagt. Außerdem wird mit dem Gesetz geregelt, dass das Zeigen des Gesichts durchgesetzt werden kann, wenn es für die Identifizierung einer Person notwendig ist.

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Erstes Wettrennen der Nano-Autos

Rennautos im Atommaßstab: Beim Nanocar-Rennen treten erstmals verschiedene Nanofahzruge direkt gegeneinander an. © CEMES / CNRS Photothèque
Ein Autorennen der ungewöhnlichen Art: In Toulouse findet heute das weltweit erste Rennen für Nano-Autos statt. Die teilnehmenden Fahrzeuge bestehen aus wenigen Atomen oder Molekülen und sind maximal 100 Nanometer groß. Sie messen sich auf einer Rennstrecke aus Goldatomen, die zwischen den Spitzen eines speziellen Rastertunnel-Mikroskops liegt. Wichtigster Zweck skurrilen Nanocar Rennens: Neue Erkenntnisse für die Optimierung solcher Nanokonstrukte zu sammeln.

scinexx

Maschinen und Fahrzeuge im Molekülmaßstab haben Konjunktur: Es gibt Elektromotoren aus nur einem Molekül, Nano-Roboter aus rein chemischen Bestandteilen und schnelle Rotoren im Miniaturformat. Schon vor einigen Jahren haben Forscher sogar ein mit UV-Licht angetriebenes Nano-U-Boot und ein molekulares Nano-Auto konstruiert.

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Fall NSU: „Verschwörungstheorie“ – Ein substanzloser Begriff hat Konjunktur

Bild: heise.de/tp
Im NSU-Komplex geraten die Vertuscher und ihre Beihelfer zusehends in die Defensive – und in Panik

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Die Bundesanwaltschaft ist am zehnten Jahrestag des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter den zahlreichen Verschwörungstheorien, die zum Fall Kiesewetter kursieren, entschieden entgegengetreten.

Bayrischer Rundfunk, 25.4.2017: Aufräumen mit Verschwörungstheorien

Es gibt noch offene Fragen im Fall NSU, man hätte sie gerne geklärt. Umso ärgerlicher ist es, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine krude Story vorgesetzt zu bekommen, die nicht zur Erkenntnis, sondern geradewegs hinein in den Dschungel der Verschwörungstheorien führt.Süddeutsche Zeitung, 24.4.2017: Wenn das Böse zu banal ist

Anlass der Schimpfereien mit dem unvermeidbaren Rückgriff auf den Begriff Verschwörungstheorie: Die TV-Dokumentation der Fernsehjournalisten Clemens und Katja Riha über den ungeklärten Polizistenmord von Heilbronn, ausgestrahlt am 24. April in der ARD. In dem Stück, das muss erwähnt sein, taucht auch der Autor dieses Textes auf.

Eine Theorie, um damit anzufangen, hat solange ihre Berechtigung, so lange sie nicht widerlegt ist. Nennt sich „Falsifizierungs“-Methode und ist unter anderem mit dem Namen des Wissenschaftstheoretikers Karl Popper verbunden. „So what“ also: Wer meint, da vertrete jemand eine Theorie, die nicht haltbar ist, soll sie doch widerlegen, dann ist sie vom Tisch. Was soll das Gezeter?

Im Fall des NSU-Komplexes wäre das allerdings zu viel des Guten, denn für einen qualifizierten Theorienstreit fehlt den Verschwörungstheorie-Kritikern die Substanz. Sie belassen es durchgängig bei der schlichten Behauptung, die dann mangels Argumenten umso lauter vertreten wird. Zum anderen geht es gar nicht um Theorien, weil nämlich gar keine aufgestellt werden, sondern um journalistische Arbeit, um Fragen, die nicht gestellt werden sollen.

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Gutachten: Berlin kann wohl türkisches Referendum in Deutschland verbieten

© EPA Nach dem Verfassungsreferendum: Türkischer Jubel an der Berliner Gedächtniskirche.
Sein Referendum hat der türkische Präsident Erdogan auch wegen der vielen Stimmen der Deutsch-Türken gewonnen. Bei einer Abstimmung über die Todesstrafe muss er wohl auf diese Stimmen verzichten.

Frankfurter Allgemeine

Die Bundesregierung kann einem Rechtsgutachten zufolge eine türkische Volksabstimmung in Deutschland, die die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei zum Ziel hat, unterbinden. Das berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag) unter Berufung auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages.

Grundsätzlich müsse jede Abstimmung eines anderen Staates in Deutschland von diesem zuvor beantragt und von der Bundesregierung genehmigt werden. Wenn es um „unverbrüchliche verfassungsrechtliche und völkerrechtliche Rechtsstandards“ gehe, sei sogar eine „Versagungspflicht“ der Bundesregierung denkbar, zitiert die Zeitung aus dem Gutachten.

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Warum Rechtsparteien oft Frauen nach vorne stellen

Die Erfahrung zeigt: Radikales kommt gesellschaftsfähiger daher, wenn es nicht von Männern geäußert wird. Frauen können das mit ihrer Art besser an den Wähler bringen.

Von Hannelore Crolly | DIE WELT

Jean-Marie Le Pen, der alte Extremist aus Frankreich, hat seine Tochter scharf gerügt. Ihr Wahlkampf sei viel zu lasch, schimpfte der Front-National-Gründer, und das, obwohl Marine Le Pen in der Stichwahl um den Elysée-Palast steht. Der Papa findet, sein Töchterchen solle lieber einen „sehr aggressiven Ton“ à la Trump anschlagen, statt immer so zu strahlen. Dann seien ihre Chancen besser.

Pardon, Monsieur, umgekehrt wird ein Schuh draus: Nur weil die blonde Frontfrau ihre radikalen Botschaften mit Schleifchen verpackt und bei der Übergabe ein Liedchen singt, ist sie so weit gekommen.

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Schützenverein soll „bewaffneter Arm“ von Pegida München sein

Eine Pegida-Demonstration auf dem Odeonsplatz in München. (Foto: Stephan Rumpf)
  • Der Freistaat Bayern prüft ein Verbot eines Schützenvereins, der enge Verbindungen zu Pegida München haben soll.
  • Es sei zu befürchten, dass Mitglieder des Vereins mit Waffen gegen Minderheiten vorgehen könnten, erklärt Innenminister Joachim Herrmann.
  • Im Zuge der Ermittlungen hab es bayernweit elf Razzien.

Süddeutsche.de

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lässt ein Verbot des Vereins „Die Bayerische Schießsportgruppe München“ prüfen. Der Schützenverein steht nach Angaben Herrmanns im Verdacht, ein „bewaffneter Arm von Pegida München“ zu sein. Bayernweit kam es deswegen an diesem Donnerstag zu mehreren Durchsuchungen.

Die Vereinsmitglieder seien nicht nur am sportlichen Schießen interessiert, sondern könnten ihre Waffen anderweitig einsetzen, so Herrmann. „Diese Leute könnten durch den legalen Besitz von Waffen in der Lage sein, mit Waffengewalt gegen Minderheiten und politische Repräsentanten des Staates vorzugehen.“

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Mecklenburg-Vorpommern AfD mahnt Abgeordneten ab

© dpa Spricht gern über „Biodeutsche“: Der Greifswalder Rechtsprofessor und AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber.
So einen Fall dürfte es selbst in der AfD, in der doch manches möglich ist, noch nicht gegeben haben. Ein Abgeordneter wird von seiner Partei abgemahnt – und von seinem Arbeitgeber. Er ist Rechtsprofessor an der Universität Greifswald.

Von Frank Pergande | Frankfurter Allgemeine

In Mecklenburg-Vorpommern wird ein AfD-Landtagsabgeordneter nicht nur von seiner eigenen Partei abgemahnt, sondern auch von seinem Arbeitgeber gerügt. Es geht um Ralph Weber, einen der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Schweriner Schloss. Weber ist eigentlich Professor an der Greifswalder Universität. Nach dem Kölner Treffen der AfD am vergangenen Wochenende hatte Weber auf Facebook von einem „erfreulichen Ausgang unseres Bundesparteitages“ gesprochen. Der Parteitag sei „eine klare und deutliche Absage an alle Versuche einer multikulturellen Umgestaltung unseres Vaterlandes und eine ebenso deutliche Absage an alle Versuche, unser Volk durch Überfremdung mittels Zuwanderung auszutauschen“ gewesen. Weber fuhr fort, der „große Austausch“ dürfe nicht stattfinden.

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Pressefreiheit: Furcht vor Erdoğans Trollarmee

Der Niedergang der Pressefreiheit in der Türkei lässt sich im Internet ablesen

Von Markus Bernath | derStandard.at

Im neuesten Jahresbericht von Reporter ohne Grenzen ist die Türkei noch einmal vier Punkte heruntergefallen auf Platz 155 – hinter die Demokratische Republik Kongo und vor das Sultanat Brunei. Nicht dass dies die türkische Führung sonderlich störte. Auch renommierte NGOs aus dem Westen nimmt sie nicht mehr ernst. Doch die Abkehr vom Prinzip der Pressefreiheit hat gravierende Folgen für die türkische Gesellschaft und ebenso für das Ausland: Die Türkei wird eine Blackbox. Unzugänglich und schwer verständlich.

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Christliche Krankenhaus-Konzerne fordern Umdenken bei der Patientenversorgung

Bild: tilly
Kommunikation und Zuwendung kosten in Krankenhäusern Zeit und Geld. Katholische und evangelische Kliniken sehen für sich darin ein Handicap. Sie können bislang nicht kostendeckend arbeiten, kritisieren sie.

evangelisch.de

Die Initiative Christliche Krankenhäuser in Deutschland tritt für eine umfassende Reform der Patientenbetreuung ein. Mit Blick auf die wachsende Zahl an hochbetagten oder dementen Patienten fordern der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) und der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) ein Umdenken. Eine menschliche Betreuung müsse garantiert werden, erklärten sie am Donnerstag in Berlin.

Dazu gehörten eine bessere finanzielle Ausstattung für Pflege- und Betreuungspersonal, neue Begleitmethoden wie Demenzlotsen und die Mitaufnahme von Bezugspersonen bei Demenzkranken, betonten sie. DEKV-Vorsitzender Christoph Radbruch führt im epd-Gespräch aus, die Versorgung von Patienten im Krankenhaus müsse menschlicher werden. Die Abläufe vor allem in großen Kliniken seien auf Effizienz ausgerichtet. Patienten, die mehr Pflege und Aufmerksamkeit benötigten, störten den Arbeitsablauf. „Aber der Mensch ist kein Produkt“, sagte Radbruch.

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Islamgemeinde verliert gegen Constantin Schreiber

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Der deutsche Journalist Constantin Schreiber äußert sich kritisch über Predigten, die in deutschen Moscheen gehalten werden. Eine Islamgemeinde hat dagegen prozessiert – ohne Erfolg.

SpON

Der Journalist und „Tagesschau“-Moderator Constantin Schreiber darf weiter behaupten, eine Predigt in der Dar-Assalam-Moschee in Berlin rufe die Gläubigen dazu auf, sich vom Leben in Deutschland abzugrenzen. Die Gemeinde war gegen diese Aussage, die in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ fiel, vor das Berliner Landgericht gezogen. Sie wollte eine Gegendarstellung erzwingen, weil die Aufforderung in der Predigt nicht konkret gefallen sei.

Das Gericht wies den Antrag jedoch ab. Es stellt fest, die Äußerung Schreibers sei klar als Werturteil, also Meinungsäußerung zu erkennen, sodass eine Gegendarstellung ausscheide.

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The Military Wants to Create the Ultimate Good Boy

Image: SCP-049/Steamcommunity
US Special Forces wants to give doggos performance enhancers for the battlefield.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

Humanity has kindly shared the horrors of war with our animal-kin for thousands of years, so it’s heartening to see the Department of Defense is finally focused on creating the ultimate Good Boy—a proud pupperino ready to serve with the utmost of canine courage.

The United States Special Operations Command is in the market for pharmaceuticals to boost the performance of its working dogs (not officially designated fighting fluffers, but rather ‚multi-purpose canines‘).

Police forces have already turned doggos into cybernetic hunters, but a new bio-medical tender specifically asks for an nutraceutical or pharmaceutical that can ramp up the vision, hearing, and scent abilities of a dog, alongside enhancing the animal’s endurance and hydration. As this is US Special Forces, under which dogs operate in dangerous war zones, the tender also asks for the drugs to decrease the adverse effects of trauma caused by blood loss.

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